Hallo liebe Maria,
ich wollte gerade selbst auf der Suche nach Hilfe und Rat ein neues Thema eröffnen, da bin ich auf Dein Posting gestoßen und gesehen das Du so ziemlich das gleiche Problem hast wie ich, daher werde ich jetzt auch kein neues Thema eröffnen sondern Dir antworten und mich gleichzeitig Deiner Frage nach ärtzlicher Hilfe anschließen - auch um dir zu zeigen du bist nicht allein mit dieser speziellen Angst. Wenn Du magst kannst Du mich auch gern per E-mail kontaktieren, dann können wir unsere Erfahrungen austauschen.
Zu meiner Geschichte: Nachdem mein Vater vor 6 Jahren an Lungenkrebs gestorben begannen bei mir die Panikattaken- das dachte ich jedenfalls, aber in der Therapie stellte sich heraus das das schon in meiner frühen Jugend angefangen hat und ich nur nichts damit anzufangen wußte. Ich hatte plötzlich furchtbare Angst vor dem Tod, vor meinem eigenen Tod und dem meiner Familie und Freunden. Das Ganze ging so weit das mein privat und Berufsleben enorm davon beeinträchtigt wurden, sobald das Thema Tod auftaucht- auch in noch so banaler Form (in Büchern, im Fernsehen (ich bekam z.B ne furchtbare Panikattacke als im Spiderman Kinofilm der Onkel von dem Typ gestorben ist)oder auch in Form einer Lebensversicherung die ich meinen Kunden verkaufte)- reagierte ich körperlich: Ich bekam Schweißausbrüche, fing an zu zittern, mein herz begann zu rasen, meine Kehle und mein Magen schnürten sich zusammen. Daraufhin begann ich eine Verhaltenstherapie bei einer sehr netten und lieben Psychologin und nach 1,5Jahren Therapie war ich sozusagen „geheilt“: Ich hatte keine Panikattacken mehr, hatte mein Leben umgekrempelt, meinen Beruf aufgegeben und konnte mit dem Thema Tod umgehen.
Jetzt wieder 1,5Jahre später, ich bin inzwischen 28 Jahre alt, bin ich nach einem „Schicksalsschlag“ wieder „rückfällig“ geworden, allerdings viel schlimmer als alles andere in den Jahren davor. Ich bekomm keine Panikattacken mehr bei dem Thema Tod, und habe auch keine Angst vor dem Thema Tod sondern bei Alter allgemein. Ich hab furchtbare Angst davor alt zu werden und zwar allein! Irgendwie ist mir die Tatsache das die Zeit nicht still steht auf eine andere Weise bewusst geworden als sie es mir vorher war. Ich bekomme Panik wenn ich daran denke das wir alle älter werden und mal nicht mehr sind, wenn ich daran denke das man da nichts dagegen machen kann, wenn ich daran denke das ich eigentlich gerne Kinder hätte,aber mein Lebensgefährte, der wesentlich älter ist als ich, keine mehr haben will und mich das zur absoluten Einsamkeit verurteilt weil ich die jüngste in meiner Familie und in meinem Freundeskreis bin!
Auch die Panikattacken sind wesentlich schlimmer geworden: Ich bin nicht mehr in der Lage die Panik durch Bewegung und Atemtechniken abzubauen weil mich jede Panikattacke inzwischen lähmt und hilflos macht. Letzt abends hatte ich einen Zitteranfall(!) 1Std. lang lag ich auf der Couch, mein Körper bebte und ich konnte nichts dagegen tun, danach machten mir stundenlang alle Muskeln weh! Letzte Woche saß mir im Zug eine alte Frau von ca.80 Jahren gegenüber, alleine ihre Präsenz reichte aus um in mir eine Panikattacke auszulösen. Mein alltägliches Leben ist inzwischen so stark beeinträchtigt, da ich alles versuche zu meiden was auch nur im Entfernstesten mit Alter und altern zu tun hat, das ich fast gar nichts mehr machen, anschauen oder lesen kann!
Ich weiß das ich auf jeden Fall nochmal ne Therapie machen möchte, da die letzte mir wirklich geholfen hat und uns ein verdammt hartes Jahr bevorsteht (der Schicksalsschlag war ne verdammt üble ärtztliche Diagnose für meinen Lebenspartner, in drei Wochen fängt die einjährige Behandlung an und die Heilungschancen stehen bei 50% und die Krankheit kann trotz Behandlung tödlich verlaufen!)in dem ich meinen Partner unterstützen muß und nicht umgekehrt! Worüber ich mir allerdings nicht so sicher ist die Art der Therapie: Ist eine nochmalige Verhaltenstherapie bei der gleichen Psychologin sinnvoll, obwohl sich mein „Problem“ so extrem (ich empfinde es jedenfalls als sehr extrem) weiterentwickelt,bzw. verschlimmert hat, oder sollte ich ich eine andere Therapie machen und wenn ja welche?
Das sind alles Fragen, die ich mir im 2. Semester noch nicht selbst beantworten kann, was ich mir aber selbst beantworten kann ist: Das ist ein „Zustand“ den man auf keinen Fall akzeptieren darf, da es sich absolut nicht um einen „Normalzustand“ handelt!!! Man sollte auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und versuchen seine alte Lebensqualität widerherzustellen!!!
Liebe Grüße Tanja