Brauche mal Hilfe, ev. Borderline meiner Freundin

Hallo!

Ich hab wieder mal Sorgen mit meiner Freundin.

Ich erzähle mal die ganze Geschichte: Sie ist jetzt 23 Jahre alt, und hatte keine gute Kindheit. Seit 5 Jahren wohnt sie bei mir.

Vor etwas über einem Jahr (ich habe auch darüber hier geschrieben) war sie mal ca. 4 Wochen in einer Tagesklinkik wegen schwerer Depressionen. Das hat auch recht guten Erfolg gebracht, sie hat dann noch längere Zeit Tabletten genommen, und dann war das wieder alles halbwegs OK.

Nun geht das aber wieder los:
Aggressiv, kann nicht schlafen, in der Schule Konzentrationsstörungen, vergesslich…
Das dumme ist, dass sie gerade in der Berufsausbildung zur Heilerziehungspflegerin ist, und sich mit solchen Sachen sehr gut auskennt, und sich auch im Internet ausgiebig darüber belesen hat.
Sie kann also jedem Arzt irgendwas vormachen…

Heute war es nun soweit, dass sie meinte, es ist soweit, dass sie zum Arzt müsste, sie hätte wohl Borderline, denkt sie zumindest, und will eine ambulante Theraphie machen, weil sie mitten in der Berufsausbildung ist. Ich hab dann vorgeschlagen, dass ich am Donnerstag mit zum Hausarzt gehe, als Begleitperson. Das findet sie OK. Zu mir ist sie zumindest ehrlich, hoffe ich mal…
Nun die Frage:
Was soll ich da sagen, am Do. beim Doc, oder garnichts, oder wie mich verhalten?
Oder was in irgendwelche Wege lenken, oder was kann ich noch tun?

Grüße, Steffen!

Hi,

erstmal möchte ich sagen, dass ich kein Psychologiestudent bin oder sowas und nur versuche zu helfen und sage nicht das alles richtig ist was ich sage.

Also du könntest ja mit ihr zum Arzt am Donnerstag gehen.
Aber da ein Arzt nich wirklich geschult ist auf sowas, lässt er sich natürlich was vormachen.
Er ist ja schließlich kein Psychologe. Aber wenn sie wenigstens dir die Wahrheit sagt, dann könntest du verschwiegene Einzelheiten mit dem Arzt besprechen.
Falls du dir nicht sicher bist ob sie dir die Wahrheit erzählt oder nicht kannst du vielleicht was machen. Wenn ihr über diese Sache redet, dann achte dochmal auf ihre Augen. Sollte ihr Blick kurz nach rechts oben gehen, dann nutzt sie ihre rechte Gehirnhälfte. Die ist für das kreative Denken da. Was bedeutet das sie sich was ausdenkt.

Ich hoffe ich konnte dir wenigstens einigermaßen Helfen.
Außerdem hoffe ich noch für dich das Leute hier posten werden die Ahnung von alledem haben.

Hi,
erstmal möchte ich sagen, dass ich kein Psychologiestudent bin
oder sowas und nur versuche zu helfen und sage nicht das alles
richtig ist was ich sage.

Außerdem hoffe ich noch für dich das Leute hier posten werden
die Ahnung von alledem haben.

das hoffe ich auch …

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Praktischer Vorschlag
Hallo Steffen,

wie wäre es, wenn Ihr Euch heute abend mal zusammensetzt und aufschreibt, was genau alles für den Arzt wichtig sein könnte? Diese Lste könnt Ihr dann mitnehmen und gewissermaßen abarbeiten.
Weil es ja schon ganz schön demütigend wirken kann (wenn auch gut gemeint), wenn jemand anderes einem vor einem Fremden andauernd korrigiert und was hinzufügt. Ich finde es wichtig, dass Deine Freundin, die es ja ist, die Hilfe braucht, auch die Kontrolle drüber hat.
Ich war auch mal die „Begleitperson“ von jemand, der dringend Hilfe gebraucht hat und wir haben uns so eine Liste erstellt. Da war ja niemand anderes dabei und ich habe alles, was mir so auffiel angesprochen und wir haben es aufgeschrieben. Beim Arzt selber habe ich dann kaum gesprochen, war einfach nur als Rückendeckung dabei. Trotzdem wurde alles gesagt und die richtigen Maßnahmen konnten eingeleitet werden.
Wünsche Deiner Freundin und auch Dir alles Gute!

Hi Steffen

Sie kann also jedem Arzt irgendwas vormachen…

Das wage ich schonmal zu bezweifeln. Was soll sie schon groß einem Facharzt, der sich mit dem borderline-Syndrom auskennt, vormachen. Der „borderliner“ zeigt sich ja mehr dadurch, wie er agiert, als dadurch, was er bewusst mitteilen will.

Heute war es nun soweit, dass sie meinte, es ist soweit, dass
sie zum Arzt müsste, sie hätte wohl Borderline

Borderline hat man nicht, borderline ist man. Das ist jetzt nicht nur spitzfindig von mir gemeint, denn wenn man das borderline-Syndrom nicht eng als zur Persönlichkeit gehörig empfindet, hat man womöge nicht genug innere Motivation, sich behandeln zu lassen.

Was soll ich da sagen, am Do. beim Doc, oder garnichts, oder
wie mich verhalten?

Ich würde mir vorher Gedanken machen, was ich sage, wenn ich dazu gefragt werde, aber nicht einfach so losreden, ohne gefragt zu werden. Hauptperson ist da deine Freundin; du kannst ergänzend mitwirken.

Oder was in irgendwelche Wege lenken, oder was kann ich noch
tun?

Nein, der Arztbesuch ist schon richtig. Ich kann nur hoffen, dass es ein entsprechender Facharzt ist…
Gruß,
Branden

HAllo, ich denke mal hier ist eine ungesunde Mischung aus psychiatrischer Vorerfahrung, derzeit unbehandelt sein, sowie Heilberuf und daraus resultierendem Morbus clinicus (Medizinstudentenhypochondrie, dh. die Symptome über die man grad lernt werden an sich selbst wahrgenommen, bei Psychischen Sachen nur schwer zu widerlegen).
Wenn du sie begleitest, geh mit zum Arzt und versuche einzubringen dass sie Heilerziehungspflegerin lernt, wenn sie es nicht selbst macht und dass sie sich ja schon ganz doll mit dem Krankeheitsbild auseinandergesetzt hat und deshalb bestimmt weiß dass es genau DAS ist. Der Doc wird daraus seine Schlüsse ziehen und vermuten dass es irgendwas anderes aber nicht unbedingt DAS ist.

Gruß Susanne

Hallo!

Ich danke sehr für die Hilfe und Anteilnahme.
Wir hatten heute richtig Glück gehabt: Normalerweise bekommt man hier bei uns keinen Facharzttermin vor 2 Monaten,
aber zufälligerweise hat in einer entsprechenden Klinik im Nachbarort ein entsprechender Facharzt vorige Woche eine neue Praxis eröffnet, und wir sind gleich drangekommen. Es ist sofort ein Vertrauensverhältnis entstanden, meine Freundin hat auch alles wahrheitsgemäss erzählt.
Es gab als erstes wieder Tabletten, und geplant ist eine ambulante Theraphie.

Grüße, Steffen!