Brauche Nachhilfe in bürgerlicher Demokratie

Das Brett passt hier nicht hundertprozentig:

Wenn ich „bürgerliche“ Demokratie richtig verstanden habe, beruht sie doch im wesentlichen auf der Einhaltung formaler demokratischer Spielregeln.
Soziale und politische Aspekte z.B. bleiben da im wesentlichen und prinzipiell außen vor.
Beste Beispiele kann man hierzu im Arbeitsrecht finden, oder zum Beispiel in der Regelung, daß einem Mieter gekündigt werden kann, wenn er ein Spruchband aus dem Fenster hängt, das dem Vermieter nicht passt.
Das Credo dieser freiheitlichen Demokratie ist doch, daß es arm und reich gleichermaßen erlaubt ist, unter den Brücken zu schlafen.
Nun hat le Pen seine Stimmen doch wohl in einem demokratischen Wahlgang gewonnen.

Wieso kann man dann mittels „Druck der Straße“ (bei uns dürfen das ja eigentlich nur Bauern) jetzt versuchen,
daS Wahlergebnis in Frage zu stellen?

Gruß

Peter

Hi!

Nun hat le Pen seine Stimmen doch wohl in einem demokratischen
Wahlgang gewonnen.

Wieso kann man dann mittels „Druck der Straße“ (bei uns dürfen
das ja eigentlich nur Bauern) jetzt versuchen,
daS Wahlergebnis in Frage zu stellen?

Ich habe gerade auf ARTE eine Doku zum Thema „Die extreme Rechte in Europa“ gesehen. Da gab es eine gleichartige Frage, die dann weiterführte zum Thema „radikale Parteien und Demokratie“. Ein paar recht herb aussehende deutsche Rechte sagten, daß genau wegen dieses Verhaltens (Verbot von rechtem Gedankengut und Parteien) die vermeintlichen Demokratien in Europa zu Demokraturen verkommen seien und deswegen abgeschafft gehörten.

Abgesehen davon: es ist das gute Recht eines jeden Staatsbürgers in einem demokratischen Land, für seine Meinung zu demonstrieren. Wenn also Massen von Leuten auf die Straße gehen und gegen das Wahlergebnis von LePen demonstrieren - na und?

Grüße
Heinrich

Abgesehen davon: es ist das gute Recht eines jeden
Staatsbürgers in einem demokratischen Land, für seine Meinung
zu demonstrieren. Wenn also Massen von Leuten auf die Straße
gehen und gegen das Wahlergebnis von LePen demonstrieren - na
und?

Würdest Du das auch so sehen, wenn die DVU oder die NPD zu Kundgebungen gegen das Ergebnis der Wahlen z.B. in Sachsen-Anhalt aufrufen würde ?

Gruß

Peter

Abgesehen davon: es ist das gute Recht eines jeden
Staatsbürgers in einem demokratischen Land, für seine Meinung
zu demonstrieren. Wenn also Massen von Leuten auf die Straße
gehen und gegen das Wahlergebnis von LePen demonstrieren - na
und?

Würdest Du das auch so sehen, wenn die DVU oder die NPD zu
Kundgebungen gegen das Ergebnis der Wahlen z.B. in
Sachsen-Anhalt aufrufen würde ?

Hi,

ich verstehe die Demos in Fr als lautes Pfeifen im Walde. Dieser „Aufstand der Anstaendigen“ ist erstmal an sich selbst gerichtet, die „Demokraten“ zaehlen sich selbst, ob sie noch in der Mehrheit sind. Denn wenn diese modernen Rechtspopulisten wie Haider und LePen die Mehrheit erlangen wollen, dann muessen sie auch von einer Mehrheit gewaehlt werden. Es ist schliesslich noch Wahlkampf fuer die zweite Runde.

Und ich wuerde einen Unterschied machen zwischen einem solchen anstaendigen Aufstand bzw. aufstehenden Anstand und der (prinzipiellen) Anfechtung des Wahlvorgangs bzw. Wahlergebnisses, was ja einer Revolte gleich kaeme, wenn es auf der Strasse ausgetragen wird.

Ciao Lutz