Hallo Uwe,
Also wollte ich mir mal den Rat eines Psychologen einholen und
tat das auch. Zwischenzeitlich endete wieder eine Beziehung.
Mir wurde von den Psychologen bisher mitgeteilt das ich an
Dysthimia leide und ein geschwächtes Grundvertrauen haben
würde.
Bei wievielen verschiedenen Ärzten und Psychologen warst Du denn?
Dysthymia ist relativ schwer differentialdiagnostisch von anderen Störungen abzugrenzen, etwa vom schwereren Fall der „rezidivierenden depressiven Episode“ (F33), von der „Abhängigen Persönlichkeitsstörung“ (F60.7), aber vor allem auch von einer etwaigen organischen Bedingung von Depression (gerade die müsste fachärztlich ausgeschlossen sein).
Ich habe ca 50 Std Einzeltherapie(tiefenpsychologisch) und ca
20 Std Gruppentherapie(tiefenpsychologisch) gemacht.
Das finde ich einigermaßen seltsam, weil ich in Deinem Fall relativ wenig Nutzen in einer Gruppentherapie erkennen kann.
Auch eine so sehr zeitlich limitierte Einzeltherapie (wie war sie denn: im Sitzen oder Liegen? war sie fokal, also rein auf aktuelle Problematik ausgerichtet? wie frequent war sie denn, also auf welche Zeitspanne hat sie sich erstreckt?)
Ich halte eine andere Therapieform in Deinem Fall unter Umständen für wesentlich sinnvoller, nämlich eine niederfrequente psychoanalytische Langzeittherapie, welche sich bei niedriger Frequenz (i.d.R. einmal die Woche) über bis zu 5 Jahren erstreckt und als solche auch Kassenleistung ist.
Mit einer solchen Therapieform könnte Deine Symptomatik, die ja wohl vor allem durch starke Trennungsängste und damit starke Abhängigkeits-Wünsche nach einer schützenden, konstanten, sicheren Beziehung(-zum-Therapeuten), viel umfassender und vor allem (in Bezug auf Deine Trennungsängste) viel „risikofreier“ angegangen werden.
Eine andere Möglichkeit für Dich bestünde darin, eine Therapieform zu wählen, welche nicht tiefenpsychologisch/psychoanalytisch orientiert ist, sondern Deine Symptomatik auf kognitiver Ebene angeht (dazu können Dir andere User dieses Forums besser Auskunft erteilen als ich).
Darüberhinaus ist es unter Umständen auch sinnvoll, den Einsatz von Antidepressiva zu erwägen (Du erwähnst leider nicht, ob dies bei Dir schon im Raum stand).
Du siehst also, Deine Alternative besteht nicht nur in Aufgabe oder Weiterführung Deiner Therapie, sondern vor allem auch im Wechsel der Therapieform.
Deine Kampf-Mittel sind also noch lange nicht ausgeschöpft!
Ich könnte aber irgendwann mal
eine weitere Kurzzeittherapie machen,wenn meine Psychologin
Zeit hat.
Wann dies ist ist ungewiss.
Eine Therapie muss dann stattfinden, wenn sie benötigt wird, nicht wenn die Therapeutin „Zeit dafür hat“.
Die Neigung, in solch wichtigen Fragen seines Lebens die Verantwortung lieber anderen zu überlassen (dem Zeitplan Deiner Therapeutin), ist eine gut nachvollziehbare, vor allem ist sie auch eine Neigung, die sehr häufig in Situationen wie der Deinen zu finden ist (und deshalb auch vernünftig ist), aber sie sollte nicht verhindern, dass man Hilfe und Unterstützung dann aufsucht, wenn man sie auch benötigt.
Einen ersten wichtigen Schritt hast Du ja bereits hier mit Deinem Posting getan (ich hoffe Du wirst noch einige kompetente Antworten erhalten; das war eine Aufforderung! 
Zu meiner Antwort: ich bin selbst nicht fachlich-kompetent in dieser Frage, aber ich dachte, mein Posting könnte ein wenig dazu beitragen die Diskussion hierzu etwas stärker in Gang zu bringen.
Viele Grüße
franz