Ich hab ein paar Amazon-Gutscheine zu verbraten, kann mir jemand gute deutschsprachige Belletristik mit möglichst melancholischen Inhalten empfehlen ? Es darf gerne bis ins manisch-depressive gehen, hauptsache irgendwelche schönen traurigen Gedichte oder Erzählungen.
das ist natürlich ein superweites Feld… aber ich geb mal ein paar wahllose Tips ab.
Im Westen nichts Neues, von Erich Maria Remarque. 13,90 DM
Ein unglaublich kraftvolles und bedrückendes Buch über den 1. Weltkrieg. Meines Erachtens nach ist Krieg noch nie so realistisch geschildert worden. Ein Buch, das ich nie mehr vergessen werde.
ISBN:346202731X Buch anschauen
Aimee und Jaguar. Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943, von Erica Fischer. 16,90 DM
Die Geschichte um die „gut deutsche“ Hausfrau und Mutter, die Familie und Kinder verläßt, um mit der Jüdin zusammenzusein, ist letztes Jahr verfilmt worden… Eine Geschichte um die große Liebe zweier Frauen, die von der Gestapo zerstört wird.
ISBN:3423084065 Buch anschauen
Und, mal was ganz anderes:
Anleitung zum Unglücklichsein, von Paul Watzlawick. 14,90 DM
Paul Watzlawick schreibt hier Geschichten über das Unglücklichsein, ironisch und ernst zugleich. Fast jeder kann in diesem Buch etwas von und über sich selbst finden. Schön, traurig, ironisch - und hilfreich.
ISBN:3492221009 Buch anschauen
So, vielleicht ist ja was für Dich dabei.
Liebe Grüße, Nike
Weniger „schön traurig“ als eher ziemlich „depressiv“:
DAS KALKWERK von Thomas Bernhard.
Darin geht es um einen geistig (und örtlich in einem abgelegenen Kalkwerk) völlig isoliert lebenden Menschen, der seit Jahren versucht, an einer Studie zu einem - typisch für Bernhard - völlig abstrusen Thema zu schreiben, der in all den Jahren jedoch nicht einen Schritt in seiner Studie weiterkommt, stattdessen seine behinderte, an einen Rollstuhl gefesselte Frau permanent terrorisiert und schließlich (womit der Roman beginnt, der Rest ist rekonstruierende Rückschau) im Wahn erschießt.
Nicht jedermanns Sache, aber für den, der’s mag, ein vor allem stilistischer Hochgenuß!
Annette von Droste-Hülshoff ist inzwischen zu Unrecht verstaubt. Es gibt einen ungeheuer düsteren Gedichtzyklus: Letzte Gaben, enthalten in diesem Band ISBN 3150076625 Buch anschauen
Kleine Kostprobe?
_Halt fest!
Halt fest den Freund, den einmal Du erworben,
Er läßt dir keine Gaben für das Neue;
Läßt, wie das Haus, in dem ein Leib gestorben,
Unrein das Herz, wo modert eine Treue […]_
Suchst Du nur deutsche bzw. österreichische Literatur oder können es auch Übersetzungen sein?
In dem Fall fallen mir eine Reihe weiterer, hoch melancholischer Autoren ein:
Gedichte: Cesare Pavese, Philip Larkin, Emily Bronte, Charles Baudelaire, Charles Bukowski (sic!)
Erzählungen: John Cheever (besonders: The Swimmer), Truman Capote, Joyce Carol Oates, Fernando Pessoa, J. D. Salinger (besonders: A perfect Day for Banana Fish, Scott Fitzgerald
Hallo Omega,
immer wieder gut für sowas sind auch die alten Russen, z.B. die „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“ von Dostojewski.
Und natürlich „Der Ekel“ von Satre.
Beschreibungen dazu siehe bei einem Gutscheinaussteller Deines Vertrauens.
mir fallen noch einige ein:
„Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera,
„Die Liebe in den Zeiten des Choleras“ von Gabriel Garcia Marquez.
für den Fall das du dich noch nicht entschieden hast hier noch ein paar Tipps.
Hunde von Riga von Henning Mankell
Ist ein Krimi, der ziemlich düster ist und einen mit einem Gefühl der Trauer und Hoffnungslosigkeit zurücklässt. Ist aber wirklich sehr gut geschrieben. Man ist danach einfach richtig schön wehmütig.
Medea Stimmen von Christa Wolf
Ist vielleicht etwas anspruchsvoller. Hier wird die Medea-Mythologie in einer modernen Form nacherzählt bzw. nachempfunden.
Auch nicht gerade die fröhlichste Thematik, aber ein ganz tolles Buch (eines meiner Lieblingsbücher)
Der Vorleser von Bernhard Schlink
Auch ziemlich schwermütige Geschichte.