Hi Axel,
ich möchte nicht als besserwisserisch gelten, aber was Du da schreibst, kann so nicht stehen bleiben.
Generell wird dei meiste Leistung übrigens nicht im statischen
Zustand der Transistoren verbraten, sondern beim Schalten. In
den Prozessoren sind die Transistoren nämlich meist nicht als
analoge Verstärker sondern als Schalter eingesetzt - ganz auf
oder ganz zu.
Das stimmt, aber gleich widersprichst Du Dir selbst.
Und dann braucht man bei den Schaltflanken die
meiste Energie, da sich hier kurze Zeit ein Zwischenzustand
einstellt (weder auf noch zu).
Das stimmt so nicht. Das hat „egal“ weiter oben sehr gut erklärt:
Das was im allgemeinen als Stromaufnahme angegeben ist, wird durch das Schalten verursacht, denn während dieses Übergangs leiten beide Transistoren für sehr kurze Zeit (gleichzeitig)
Also Kurzschlüsse im Nanosekundenbereich, aber Kurzschluss ist Kurzschluss.
Zusätzlich hat man Verluste
durch das Umladen der Transistor-internen parasitären
Kondensatoren. Bei einem einzelnen Transistor spielt das
normalerweise keine Rolle, aber bei den Millionen im
Prozessor…
Kann man gelten lassen.
Aus diesen vom Schalten abhängigen Verlusten erklärt sich
auch, warum ein Prozessor je nach Taktfrequenz mehr oder
weniger Energie verbraucht und warum man einen Prozessor beim
Übertakten eine bessere Kühlung verpassen muß. Und es erklärt
auch, warum manche Laptops bei Akkubetrieb eine geringere
Rechenleistung haben als im Netzbetrieb (Taktfrequenz
runterschalten heißt Akkulaufzeit verlängern).
OK.
Ein gesperrter Transistor verbraucht nur Energie durch
Kriechstrom. Sind je nach Typ nahe Null. Ein durchgeschalteter
Transistor verbraucht Energie in Form des
Durchgangswiderstandes der Collektor-Emitter-Strecke (ca. 2-3
Volt Spannungsabfall mal geschalteter Strom) plus Energie, die
in der Basis verbraten wird (ca. 0,6 Volt mal
Basis-Emitter-Strom). Also DEUTLICH mehr als im gesperrten
Zustand.
Du sprichst hier von „normalen“ Transistoren. Aber selbst da stimmen die Daten nicht. An Kollektor-Emmiter fallen standardmäßig 0,7 V ab, da aber geschaltet wird, (war Deine Aussage weiter oben) sind die Transistoren in Sättigung, bleiben also nur noch 0,2 V.
Energiesparender kann ein FET-Transistor verwendet werden. Der
Durchflußwiderstand ist hier viel geringer. Dafür besteht hier
das Problem einer höheren parasitären Kapazität am Gate, was
die Schaltgeschwindigkeit negativ beeinflußt (diese Kapazität
muß erst ‚leergeräumt‘ werden, bevor der FET wieder sperren
kann). Also auch nicht die optimale Lösung für den
energiesparenden 3GHz-Mobilprozessor…
Du hast jetzt eben sämtliche Prozessoren neu erfunden, denn die basieren alle auf FET.
Noch mal kurz eine Rechnung zu Deinen Angaben:
3 V (Kollektor-Emitter) * 1 mA (Kollektorstrom, von mir geschätzt) = 3 mW.
Das Ganze mal 1 Million = 3 kW.
Sind zwei Platten von Deinem E-Herd. Bisschen heftig, oder?
cu
Kalle