Braucht mein Freund Hilfe – Gedanken nach Enke

Hallo,
Enke hat mich aufgerüttelt – muß ich mich um meinen Freund P. sorgen? Vorab schon die Fragen: sind meine Sorgen berechtigt? Soll ich etwas unternehmen? Wenn ja, was? Ihn darauf direkt ansprechen?
Zu uns: er 64 ich 67, befreundet seit der Jugendzeit. Nach der Heirat hatten wir viele Jahre nur seltene Kontakte.
Seit 30 Jahren wohnen wir gemeinsam in der gleichen Kleinstadt. Die Kontakte haben sich auf zufällige auf der Straße und bei Stadtfesten beschränkt. Eines Tages, vor ca. 12 Jahren erfuhr ich von P´s Frau H., daß es Eheprobleme gab. Das war für mich der Anlaß, die Beziehung zu P zu aktivieren – auch im eigenen Interesse, nämlich durch ein Treffen bei einem Bier alle 2 Wochen und durch ein Treffen mit Ehepartnerinnen 2 mal im Jahr.
Zu P, mit der aktuellen Situation beginnend:
Vor wenigen Wochen bekam P die Diagnose Phobischer Schwankschwindel vom HNO. Auf meinen Tipp hin, dies vom Neurologen abklären zu lassen, antwortete er, dies selbst in den Griff zu bekommen.
In 3 Monaten beginnt seine Rentnerzeit (H wird noch 2 Jahre berufstätig sein). Ich sehe keine Ansatz, wie er die dann verfügbare Freizeit nutzen wird. Auf diesbezügliche Fragen antwortet er wiederholt, daß er lang gehegte Pläne zu Erfindungen seinerseits umsetzen wolle. Dazu würden ihm aber noch die räumlichen Voraussetzungen fehlen - Werkstattraum. Diese zu schaffen, davon redet er seit vielen Jahren ohne daß sich bisher etwas konkretes ergäben hätte. P hat keine Hobbys – lediglich seit 5 Jahren eine Obstwiese mit Hütte. 2 Töchter wohnen mit Familien und 5 Enkel zwischen 2 und 12 in unmittelbarer Nähe und bringen Zeitvertreib für ihn und H. Ich kenne überhaupt keine Interessensgebiete, die er haben könnte – scheue mich aber auch, ihn mit Fragen in Bedrängnis zu bringen.
Seit der Kontaktaktintensivierung vor ca.12 Jahren weiß ich, daß P. sich von einer Mobilfunk-Basisstation in der Nachbarschaft beeinträchtigt fühlt. Niederfrequenten Elektrosmog belastet ihn nicht – damit ist er ja auch berufsmäßig seit seiner Berufsausbildung umgegangen. Diese Elektrosmogbeeinträchtigung möchte P durch einen Wohnungswechsel beenden. Bis heute ist es ihm nicht gelungen, auch nur ansatzweise einen Wechsel herbeizuführen. Vor vielen Jahren schon bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß P das nicht schaffen wird. H hat kein persönliches Interesse. Wäre aber bereit, bei Berücksichtigung bestimmter Bedingungen, mitzuziehen.
Vor ca. 15 Jahren wurde er konkursbedingt arbeitslos. Er hatte bis dahin eine anspruchsvolle Tätigkeit als Elektrotechniker – er war im Beruf erfolgreich. Danach fand er zwar wieder Arbeit. Aber nur als Vertreter im Außendienst für ein elektrotechnisches Industrieprodukt bei der er sein Fachwissen so gut wie nicht einbringen konnte. Damit war und ist er bis heute nicht zufrieden.
Vor ca. 12 Jahren ist, wie oben schon angedeutet, P mal fremdgegangen. H. fuhr 200 km zu der Wohnung dieser Frau und hat ihn dort rausgeholt. H. erzählte mir dies – P nicht.
H sagte mir mal, P sei noch ein großes Kind. P sagte mir mal, H sei sehr ichbezogen. Anläßlich der Organisation von Vereinsfestlichkeiten sagten andere Beteiligte, die sonst nichts mit H zu tun hatten, mal, H sei sehr dominant (P war da nicht beteiligt). Ich kann das auch nur bestätigen. Vor kurzem waren wir mit Ehepartnern und unseren früheren Freunden aus der Jugendzeit mal wieder zusammen. Einer von diesen sagte danach auch zu mir, P sei noch gleich kindlich wie in unserer gemeinsamen Jugendzeit. Insbesondere Frauen, die P länger kennt, begrüßt er immer sehr überschwenglich. Auf Stadtfesten habe ich schon erlebt, daß P gegenüber neu hinzukommende Fremde sich mit „ich bin der liebe P“ vorstellt. Sein Zunge ist da schon vom Alkohol gelöst.
P ist auch sonst ständig am Plaudern – meist belangloses. Ich, als eher zurückhaltend, muß mich stets bemühen, auch zu Wort zu kommen. Das funktioniert aber recht gut und stört ihn auch nicht. Wenn aber eine weitere Person hinzukommt, werde ich oft zu einer Randfigur.
P „mußte“ mit 22 heiraten, da ein Kind unterwegs war.
P ist mit ca. 15 mal von zu Hause ausgebüxt. Hat das Gymnasium vorzeitig beendet.
P`s ältere Schwestern sagen, P war immer Mamas Liebling.

Gruß
Otto

Hallo,

was genau ist denn nun deine Sorge?

Schöne Grüße,
Jule

Hi konzepi!

Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich.

In welcher Beziehung stehst du zu ihm, dass du dich verantwortlich fühlst und was genau ist nun deine Frage?

Meine Frage lautet: Was geht dich das eigentlich an?
Warum schreibst du hier solch einen Roman über einen anderen Menschen? Und warum beschäftigt dich das so sehr?

Guck doch mal bei dir selbst und nicht bei ihm. Bringt bestimmt auch interessant Erkenntnisse.

Außerdem muss derjenige nicht so leben, wie du das für richtig hältst. Wenn er von Dingen nur träumt, ohne sie zu realisieren, muss man ihn dafür nicht pathologisieren.

just my 2 cents

LiebeGrüßeChrisTine