kann mir jemand einen Rat geben, was die Ursache für braune Flecken an den Blättern meiner Tomatenpflanzen sein kann. Die Pflanzen befinden sich im Gewächshaus und ich giesse auch nur an den Wurzeln.
Durch die braunen Flecke werden die Blätter total trocken.
Hallo, wir hatten auch Tomaten. Allerdings nicht im Gewächshaus. Vielleicht sind die Pflanzen ja zu nass. Wir haben in den Topf, in dem die Tomaten stehen immer einen Tontopf mit Loch eingelassen. Diesen haben wir mit Wasser gefüllt. Dann hat die Pflanze immer so viel gezogen, wie sie nötig hat.
Alles Gute
DDecho
Ev. Spinnmilben
Hallo,
guck mal mit der Lupe die gerade braun werdenden Blätter von unten an. Ev. sind es Spinnmilben, die sich in Gewächshäusern besonders wohl fühlen - auf meinem Ostbalkon allerdings auch.
Spinnmilben sind ca. 0,3 bis 0,5 mm groß, mit der Lupe
schon noch zu erkennen. Angeblich mögen sie keine feuchte Luft, aber nach eigenen Erfahrungen und diesem feuchten Sommer würde ich sagen, Wind ist das wesentlich, dass sie im Zaum hält.
Sehen aus wie Spinnen, manche sind weiß / grau, andere rot.
Die Viecher fressen so gut wie alles und sind mit Hausmitteln eigentlich nicht zu bekämpfen.
Im Garten habe ich ein Tomatendach gebastelt, nur die Nordseite geschlossen, das ging dann einigermaßen.
Es kann aber, wenn da nichts krabbelt, auch Braunfäule sein, trotz Gewächshaus.
Gruß, Hovke
Servus,
da geht es um die heuer allgegenwärtige Phytophtora Infestans.
Bei erst beginnendem sichtbarem Befall (der nicht sichtbare Pilzrasen hat sich bereits über die ganze Pflanze ausgedehnt) kann man mit Behandlungen mit Kupferoktanoat in ziemlich enger Folge (8 - 10 Tage, maximal 12 Anwendungen) die Pflanzen noch retten, dass sie wenigstens einen Teil der Früchte reif kriegen.
Vorsicht - Kupferoktanoat ist zwar für die menschliche Ernährung völlig harmlos, aber schadet Regenwurmpopulationen und führt zu einer gewissen Kupferbelastung des Bodens. Bei Anwendung im Treibhaus beides berücksichtigen.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
Hallo,
danke für die INfo, was kann ich denn zukünftig tun, um nicht wieder diesen Befall an den Tomatenpflanzen zu bekommen?
viele Grüße
carmen
¡Hola Carmen!
der Befall mit Phytophthora lässt sich nicht gänzlich vermeiden, auch Treibhäuser und Kultur unter Folien hemmen den Befall nur, aber sie verhindern ihn nicht komplett.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihm zu begegnen:
- Wahl der Sorten: Wenig anfällig sind alle Sorten, die den Wildformen nahe stehen, d.h. kleinfrüchtige, stark wüchsige Tomaten wie Cerise, Celsior und viele „Cocktailtomaten“. Die sind allerdings für die Kultur im Treibhaus wenig geeignet, weil sie viel Platz in die Breite brauchen.
Wenig anfällig ist auch De Berao und die verschiedenen Landsorten der Fleischtomate „Große Paprikaförmige“, die zusammen mit den Siebenbürger Sachsen und den Banater Schwaben aus Rumänien und Ostslawonien nach D zurückgekommen sind, auch aus Russland und der Ukraine kommen hübsche, wenig anfällige Landsorten. Bemerkenswert robust hat sich in meinem Gärtle übrigens auch San Marzano gezeigt, obwohl diese sonst als anfällig beschrieben wird.
Bei Dreschflegel wird seit Jahren ein Programm zur Zucht von phytophthoratoleranten Tomaten aus alten Landsorten und Wildformen verfolgt, mit einigem, aber bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Die „Rote Zora“ von Dreschflegel kann einigen Infektionsdruck aushalten.
Wenn man die ruhige Hand dafür hat und die Frickelei nicht scheut, kann man Kulturtomaten auf Wildtomaten veredeln, sie wachsen dann wesentlich kräftiger und werden dadurch auch weniger anfällig für Pilzinfektionen. Für das Veredeln geeignete Kunststoffklammern gibt es in Liebhabermengen z.B. bei Chrestensen/Erfurt, dort zusammen mit Saatgut von geeigneten Wildtomaten.
In der Pflege ist es wichtig, sobald die Stöcke einigermaßen stark sind, vom Boden her wenigstens zwanzig Zentimeter hoch die Blätter zu entfernen, damit die Stöcke auch im bodennahen Bereich gut abtrocknen können; das viel diskutierte Ausgeizen hat meiner Meinung nach auch die wesentliche Funktion, dass sich kein pilzfreundliches feuchtes Kleinklima im Stock einstellt. Im Treibhaus für gute Lüftung sorgen.
Wenn man rechtzeitig - je nach Wetter und Entwicklung der Stöcke etwa Mitte Juni - mit geeigneten Fungizidbehandlungen anfängt, kann man vor allem, wenn sich der Hochsommer anders gebärdet als 2011, den Befall sehr lange in Grenzen halten. Dafür gibt es neben den modernen systemischen Fungiziden, bei denen der Wirkstoff in den Saftstrom der Pflanzen - also auch in die Früchte - aufgenommen wird, und die daher nicht jedermanns Sache sind, auch das klassische (nebenbei auch im „Bio“-Landbau zulässige) Kontaktfungizid Kupferkalk (meines Wissens keine Zulassung mehr) und dessen Weiterentwicklung Kupferoktanoat, das mit viel geringerer Kupferkonzentration auskommt und daher bis zu zwölf Mal angewendet werden kann (Kupferkalk bis zu zwei Mal), ohne die Regenwurmpopulation zu sehr zu schädigen.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder