Brechungsindex-Bestimmung an fertiger Linse

Hallo,
ich habe folgendes Problem. Für ein Scheitelbrechwertmessgerät habe ich einen Satz Kalibrier-Linsen, vermessen wurden. Bei einer Linse ergibt sich aus den Daten (Radien, Mittendicke und Brechungsindex) eine andere Dioptrie als die, die man mißt. Bis auf den Brechungsindex sind die Daten von uns selbst nachgemessen und bestätigt worden. Wie kann ich den Brechungsindex des Glases bestimmen? Die Linse ist gefasst und bikonkav. Die Bestimmung muß zerstörungsfrei sein.
Der theoretisch berechnete Index ist gegenüber der DIN zu stark abweichend. Der Hersteller scheint das falsche Glas benutzt zu haben. Aber nur bei einer Linse ???
Danke für Tips
Gruss Volker

Wir hatten im Grundstudium einen Versuch, bei dem durch Messung der Brennweite bei gegebener Linsenwölbung der Brechungsindex bestimmt wurde. Geht das so, oder haben sich da meine Erinnerungen verwirrt?!

Gandalf

Hallo Volker,

Ich hab mal ein wenig im Kuchling geblättert, da ich mich auch an einen solchen Versuch erinnern konnte.

Der Kuchling bietet als Formel zur Bestimmung der Brennweite dünner Linsen :

1/f = (n-1)(1/r1+1/r2)

Das ganze für Luft als Umgebungsgmedium. Bei einer bikonkav Linse mußt du beide Radien negativ einsetzen Hat aber nur mathemtischen Nährwert). Da 1/f = D (Brechwert) ist hast du mit deinen Werten der Dioptrien und der Radien die möglichkeit den Brechungsindex auszurechnen. Zusätzliche Anmerkung : Das ganze gilt nur für dünne Linsen, d.h. deren dicke klein gegenüber den übrigen Abmessungen und der Brechzahl ist. Ansonsten ist das eine Dicke Linse, aber auch dafür gibt es eine Formel.

Falls noch Fragen, einfach Fragen !

Gruß Ingo

Hi,
zunächst mal Danke für eure Antworten, die Wege sind richtig.
Ich habe mein Problem offensichtlich nicht deutlich genug geschildert.
Genau auf Grund solcher Messungen/Versuche MUß der Brechungsindex der „Problem-Linse“ falsch sein, aber ich würde gerne eine weitere Methode finden, um dem Hersteller zu beweisen, daß da etwas faul ist.
Eine Idee:
Linse komplett in Silikonöl eintauchen, das einen etwas höheren Brechungsindex hat als den vermuteten und dann die Temperatur erhöhen, der Brechungsindex müßte geringer werden, irgenwann ist keine Brechung mehr meßbar, als n1 = n2.
Im zweiten Angang müßte man eine n vs. t Kurve aufnehmen und daraus auf den Brechungsindex schliessen, verdammt aufwendig.
Also, Anregungen sind jederzeit willkommen.
Gruss Volker

Hallo Volker,
Du kannst auch eine Brennweitenmessung machen und messen, wie weit sich die Brennweite vergrößert, wenn Du die Linse mit einem Medium mit genau bekanntem Brechungsindex, z.B. Wasser, umgibst. Daraus läßt sich der Brechungsindex des Linsenglases genau berechnen. Das funktioniert natürlich nur, wenn sich die Indizes von Luft, Medium und Glas deutlich unterscheiden.

Jörg

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