Hallo Wolfgang!
Also erst mal habe ich Dir ein Sternchen verpasst als erste Amtshandlung, mir geht es ja bei solchen Fragen auch um Mach- oder oder Nichtmachbarkeit von Reparaturen, habe z.B. keine Lust, den Motor aufzumachen und die Zylinder nachzuschleifen.
Oder sind etwas nasse Bremszylinder normal?
Unter keinen Umständen! Bremsbacken, Bremstrommel und
Bremszylinder haben staubtrocken zu sein.
Genau solche Erfahrungdinge interessieren mich. Freilich hätte ich noch die übrigen Räder abschrauben können und dort nachschauen, wie trocken die sind, aber dazu haben wir ja so ein Forum.
- Würde es genügen, erst mal Bremsflüssigkeit nachzukippen
und zu entlüften, um die Bremsleistung wieder zu verbessern;
Nein. Sobald Bremsflüssigkeit an Bremstrommel und Bremsbeläge
gelangt, ist es mit der Bremswirkung vorbei.
Einmal verschmierte Bremsbeläge kann man nur noch entsorgen,
müssen also erneuert werden, nachdem die Ursache der Leckage
beseitigt wurde.
Gott sei Dank ist der Bremszylinder so angeordnet, dass mögliche Tropfen nicht auf die Bremsbacken gelangen können. Die sicher minimal beginnenden Undichtigkeiten wurden vom umherschwirrenden Bremsstaub zu der schwarzen Masse verpappt, die ich erst mal mit einem Pinselchen weggeputz habe, um zu kucken. Hitze und Dichtungen, klar kann das nicht ewig gut gehen.
Du brauchst einen kompletten neuen Radbremszylinder.
Und da der vermutlich nicht am Lager liegt, rufe ich erst mal an. Denkbar wäre bei Oldtimern (naja, 10 Jahre ist ja auch schon was), dass sich die Leute anders behelfen müssen.
Es kann sein, daß sich die Bremsleitung nicht lösen läßt. Wenn
sich ein Bastler mit klapprigem Maulschlüssel daran versuchte,
ist vorhersehbar eine neue Bremsleitung/neuer Bremsschlauch
fällig.
Ich hätte vermutlich meinen klapprigen Engländer genommen
Aber der Gedanke an die Suppe, die mir da im Liegen entgegengekommen und in den Ärmel gelaufen wäre, hat mich schon etwas geschreckt.
Ihr seht, ich stelle auch Fragen, die ggf. unsinnig sind, weil
ich so ein Teil noch nie offen hatte, es mir aber durchaus
zutraue; denn doof bin ich hoffentlich nicht 
Nicht doof, aber unerfahren. An den Teilen einer hydraulischen
Pkw-Bremse gibt es zwar keine Geheimnisse, dennoch muß man
wissen, was man tut. Es muß sorgfältig und äußerst sauber
gearbeitet werden. Ein einziges Schmutzpartikelchen, das in
den Bremskreislauf gelangt, kann fatale Folgen haben.
Waschbenzin, Petroleum und Pinsel hatte ich schon vorbereitet. Klar, darf es da nicht dreckig zugehen. Mir war auch klar, die Bremsleitung mit einem Stöpsel sofort provisorisch bis zum Wiederanschluss dichtzumachen. Etwas von der auslaufenden Brühe hätte wohl ein am Rand sitzendes Partikelchen mitgenommen. Wie sauber da so manche Werkstätten vorgehen, möchte ich lieber nicht wissen.
Im
Zweifel hängt Dein Leben an der Bremse und das Leben anderer
Leute. Übrigens hängt auch Dein Versicherungsschutz daran, daß
nicht unsachgemäß an der Bremse gebastelt wurde. Ich halte es
für keine gute Idee, daß Du selbst an der Bremse arbeitest.
Das Material mußt Du so oder so bezahlen und die Arbeiten sind
von jeder Kfz-Werkstatt schnell zu erledigen.
Ein guter Bekannter hatte mir auch schon den Weg zur Werkstatt empfohlen, allerdings wegen der Brühe, die da ausläuft, für die ich auch eine Plastikwanne bereithielt, aber just an dieser Stelle war auch der Wagenheber mit der Sicherheitsstütze (die Räder auch mit Klötzen gesichert). Eine Hebebühne hat da doch Vorteile.
Eine Werkstatt oder ein erfahrener Selbstschrauber versuchen
gar nicht erst, Kleinteile wie Schrauben, U-Scheiben,
Bremsbeläge, Bremsleitungen, Dichtungen etc zu sparen und sich
mit unzureichendem Werkzeug zu behelfen. Ein erfahrener Mensch
wechselt gleich die Bremsflüssigkeit, mischt dabei nichts
Unverträgliches, sondern benutzt die geeignete Sorte, setzt
neue Bremsbeläge ein und hat z. B. einen geschlitzten
Ringschlüssel zur Hand, um die 6-kt.-Mutter an der
Bremsleitung zu lösen.
So einen geschlitzten Ringschlüssel habe ich in der Tat nicht, obwohl ich sonst fast alles habe. Klar, der braucht ja nur die dünne Bremsleitung durchzulassen und greift fast wie ein Ringschlüssel, gute Qualität vorausgesetzt.
Der Bastler macht die Mutter per
Baumarkt-Maulschlüssel erstmal rund, fährt mehrfach zum
Ersatzteilhändler,
… und muss sich dann überlegen, mit welchem Fahrzeug
…
hat im Endeffekt gar nichts gespart, kommt
vielleicht sogar durch den TÜV und hat trotzdem ein
fragwürdiges, wenn nicht sogar lebensgefährliches Ergebnis
erzielt. Dummerweise bemerkst Du das fragwürdige Ergebnis im
Alltag nicht, sondern erst, wenn Du die schon heiße,
beanspruchte Bremse um jeden Preis ganz dringend brauchst.
Während Dein rechter Fuß ins Leere tritt, schießt Dir als
letzter Gedanke vor dem Koma durch den Kopf, daß die paar Euro
gesparten Arbeitslohns vielleicht doch das falsche Ende waren.
Vor dem Koma… makaber, aber gut. Dennoch werde ich jetzt erst mal etwas von der neuen Bremsflüssigkeit nachkippen, wohl wissend, dass das den Weg zur Werkstatt etwas sicherer machen könnte 
Besten Gruß
Richard