Britische LV´s

Hi!

In den letzten Beiträgen über Lebensvers./Rentenvs. wurde immer über die Engländer gesprochen.
Was für Vor- oder Nachteile hat eine britische LV oder Rente?

In einer Zeitschrift habe ich gelesen, das die briten weit aus höhere Renditen erzielen als die deutschen. Stimmt es das es daran liegt, dass die briten einen höheren Teil in Aktien investieren dürfen und nicht so sicherheitsorientiert sind wie wir?

Ich habe auch ein britisches bzw. Kanadisches Produkt (mit sitz in Irland) als Rentenvs. und bin mit der garantierten Leistung sehr zufrieden. Wäre für mich sehr interessant wenn wir das Thema hier ein wenig ausbreiten können, da es mich sehr interessiert. Wie sieht da allgemein mit Garantien aus? Ich habe z.b. etwas, einige werden das Produkt sicher kennen, mit einem garantierten geglätteten Wertzuwachs.

Hallo,

sicherlich ein interessantes Thema, dass sich hier noch öfter wiederholen wird, aber ich gebe gerne meine Meinung dazu.

In den letzten Beiträgen über Lebensvers./Rentenvs. wurde
immer über die Engländer gesprochen.
Was für Vor- oder Nachteile hat eine britische LV oder Rente?

Der Vorteil liegt ganz klar in der höheren Rendite, und eine Strategie die sich seit 150 Jahren kaum verändert und bewärt hat.

Der Nachteil einer britischen LV ist, wenn man überhaupt von Nachteilen reden kann, dass man die Laufzeit einhalten sollte, oder zumindest nicht kurzfristig kündigt, da der Schlußbonus einen beträchtlichen Teil der Rendite mit ausmacht. Da aber meistens Laufzeitverlegungen und Teilkündigungen, bzw. Entnahmen teilweise möglich sind, ist aber auch ein gewisses Grad an flexibilität möglich.

In einer Zeitschrift habe ich gelesen, das die briten weit aus
höhere Renditen erzielen als die deutschen. Stimmt es das es
daran liegt, dass die briten einen höheren Teil in Aktien
investieren dürfen und nicht so sicherheitsorientiert sind wie
wir?

Britische LV’s dürfen bis zu 100 % des Sparanteils des Kunden in Aktien anlegen. (Was diese natürlich auch nicht tun)

Deutsche LV’s müssen Per Gesetz „mündelsichere“ Investition der
Sparanteile der Kundenanlagen, zu mind.65% in festverzinsliche Anlagen tätigen.

Die deutschen Anlagen sind damit eigentlich sicherheitsorientierter angelegt, was sich aber in der Vergangenheit als Klotz am Bein herausgestellt hat.

Ich habe auch ein britisches bzw. Kanadisches Produkt (mit
sitz in Irland) als Rentenvs. und bin mit der garantierten
Leistung sehr zufrieden. Wäre für mich sehr interessant wenn
wir das Thema hier ein wenig ausbreiten können, da es mich
sehr interessiert. Wie sieht da allgemein mit Garantien aus?
Ich habe z.b. etwas, einige werden das Produkt sicher kennen,
mit einem garantierten geglätteten Wertzuwachs.

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, was Du unter der „garantierten Leistung“ meinst. Vermutlich meinst Du die Canada Life, die Rentenversicherung könnte aber noch von Sali, bzw. Prudential stammen, da diese vor Canada Life auf dem deutschen Markt waren, und dann von diesen übernommen wurden. Eine Garantie wie Sie die deutschen Versicherer kennen gibt es von der Gesellschaft glaub ich nur direkt in einem Produkt mit 2,5 % Werzuwachs p.a. Aber es gibt sicherlich noch mehr Gesellschaften.

Den geglätteten Wertzuwachs, daß heist in guten Börsenzeiten Reserven bilden, und in schlechten Börsenzeiten wieder auflösen und den Verträgen zuteilen, machen meines wissens die meisten englischen Gesellschaften.

Weiter Unterschiede zwischen deutschen und englischen Gesellschaften wären:

Deutschland:

Personalaufwendiges und kostenträchtiges Vertriebs und Verwaltungssystem.

Liberalisiertes Niederstwertprinzip. Anhäufung „stiller Reserven“ möglich

Garantiezins auf Sparanteil bei 3,25 %

England:

Meist kein eigener Verkaufs-Aussendienst. Verlagerung von Verkauf und Administration weitestgehend auf Distributoren.

Bilanzierung nach "International Accounting Standard (IAS). Ausweis der Vermögenswerte mit aktuellem Markt- bzw. Zeitwert (Verkehrswertprinzip).

Die Einhaltung von Richtlinien und die Liquidität der Gesellschaften wird von der Financial Services Authority überwacht, welche direkt dem Finanzministerium untergeordnet ist.

Das soll erst mal genügen.

Gruß, Micha

Guten Abend Oliver,

bei Deinem Pru- bzw. Can-Generation Vertrag hat die Gesellschaft die Möglichkeit einen wesentlich höheren Anteil der Sparanteile in Aktien zu investieren als bei deutschen Lebens- bzw Rentenversicherungen(max. 35%). Die garantierte Ablaufleistung mit 2,5% bei Can-Generation hochgerechnet liegt häufig höher als die Ablaufleistung deutscher Gesellschaften bei 3,25% Garantie.

Ich glaube im Verhältnis zu deutschen Versicherern, wenn man von Verträgen mit Garantie ausgeht, war die Wahl nicht schlecht.

Gruß Ralf

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Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, was Du unter der
„garantierten Leistung“ meinst. Vermutlich meinst Du die
Canada Life, die Rentenversicherung könnte aber noch von Sali,
bzw. Prudential stammen, da diese vor Canada Life auf dem
deutschen Markt waren, und dann von diesen übernommen wurden.
Eine Garantie wie Sie die deutschen Versicherer kennen gibt es
von der Gesellschaft glaub ich nur direkt in einem Produkt mit
2,5 % Werzuwachs p.a. Aber es gibt sicherlich noch mehr
Gesellschaften.

Richtig, CL. Es ist der fondgeb. Rentenplan. Garantiert wird der geglättete Wertzuwachs von min. 2,5%. Dieses Jahr wurde mit 4% geglättet. Es gibt noch zwei andere Produkte von der Gesellschaft, das flexible welches von der Prodentual übernommen wurde und den CanGeneration, welcher meiner Meinung nach nur die 2,5% garantiert. Diese beiden waren für mich aber weniger interessant.

Den geglätteten Wertzuwachs, daß heist in guten Börsenzeiten
Reserven bilden, und in schlechten Börsenzeiten wieder
auflösen und den Verträgen zuteilen, machen meines wissens die
meisten englischen Gesellschaften.

Weiter Unterschiede zwischen deutschen und englischen
Gesellschaften wären:

Deutschland:

Personalaufwendiges und kostenträchtiges Vertriebs und
Verwaltungssystem.

Liberalisiertes Niederstwertprinzip. Anhäufung „stiller
Reserven“ möglich

sorry, kannst du mir das Niederstwertprinzip mal genauer erklären? Habe das Wort sicher schonmal gehört, kann damit aber nicht viel anfangen.

Garantiezins auf Sparanteil bei 3,25 %

ist es nur bei LV´s so das der Garantiezins ab 1.1.04 gesenkt wird? Gilt das auch für Vertäge die vor dem 1.1.04 abgeschlossen wurden? Danke im vorraus für die infos!

Liberalisiertes Niederstwertprinzip. Anhäufung „stiller
Reserven“ möglich

sorry, kannst du mir das Niederstwertprinzip mal genauer
erklären? Habe das Wort sicher schonmal gehört, kann damit
aber nicht viel anfangen.

Niederstwertprinzip:

Vermögenswerte, insbesondere Aktien, müssen zum niedersten Wert bewertet werden.

Sprich: Wenn ich eine Aktie zu 85 Euro kaufe und Sie steht am Bilanzstichtag bei 65 (niederster Wert) , muss ich die 20 Euro abschreiben.
Steigt die Aktie wieder entsteht eine stille Reserve, da die Aktie mit 65 in den Büchern steht.
Steht die Aktie am Bilanzstichtag bei 130, dar fich Sie nur zum Anschaffungskurs (niederster Wert) von 85 bewerten. Auch so habe ich die Bildung von stillen Reserven.

Das ist auch der Grund, warum es für Institutionelle Anleger egal ist, ob Sie eine Krise aussitzen oder vorher verkaufen. Die Abschreibung erfolgt auf alle Fälle.

Gruß Ivo

hallo Oliver,
so gut die Sali (Canadalive) ist, sie hat beim Rententarif die gleichen nachteile wie alle deutschen.
Nach heutigen Stand und vorrausgesetzt, du musst eine Familie berücksichtigen (ab 65), würde ich ab 65 das kapital abheben und in guten, sicheren Kapitalanlagen investieren.
Nicht, weil die Sali unsicher wäre. Nein, wegen der besch… Rentengarantie.
Übrigens, zur Geschichte der fondsgebunden LV: die gibt es ja in England schon seit anno tobak. IN D erst ein paar Jahre. Als die Sunlive und kurz darauf die Sali mit solchen produkten auf dem deutschen Markt erschien, grinsten die deutschen LV´s herablassend und profezeiten eine Debakel. ausserdem wären diese LV´s nicht so gut und sicher, wie deutsche. Das Grinsen wurde in den volgenden Jahren etwas steif. Und dann kam man selbst mit solchen Produkten heraus. natürlich vieeeel bessere. Doch er waren nur halbherzig abgekupferte Tarife. Sie enthalten alle Nachteile der Normalen KLV und RLV. Das ergenis sehen wir gerade.
Doch ist Hoffnung: es gibt schon Tarife, die in Richtung der englischen gehen. z.B. die Allianz-Tochter Nemian.
Grüße
Raimund
der liebend gerne auch deutsche anbieten würde… wenn es welche gäbe!

hervorragende Erklärung! o.w.T.
.

Niederstwertprinzip:

Vermögenswerte, insbesondere Aktien, müssen zum niedersten
Wert bewertet werden.

Sprich: Wenn ich eine Aktie zu 85 Euro kaufe und Sie steht am
Bilanzstichtag bei 65 (niederster Wert) , muss ich die 20 Euro
abschreiben.
Steigt die Aktie wieder entsteht eine stille Reserve, da die
Aktie mit 65 in den Büchern steht.
Steht die Aktie am Bilanzstichtag bei 130, dar fich Sie nur
zum Anschaffungskurs (niederster Wert) von 85 bewerten. Auch
so habe ich die Bildung von stillen Reserven.

Das ist auch der Grund, warum es für Institutionelle Anleger
egal ist, ob Sie eine Krise aussitzen oder vorher verkaufen.
Die Abschreibung erfolgt auf alle Fälle.

Gruß Ivo

Super, ich bedanke mich für die hervorragende Information!!

hallo Herr Brendle,
hallo Oliver,
hallo alle anderen,

zunächst einmal:
Canada Life hat nicht wie alle anderen die gleichen Nachteile.
Man sollte z. B. an die Auszahlung der eingezahlten Beiträge PLUS Zinsen im Todesfall vor Ablauf der Versicherung denken, die die meisten Gesellschaften in D nicht haben.
Außerdem gibt es eine Marktoption. Die heißt, kurz Zusammengefasst, dass bei dem angehäuften Vermögen die insgesamt höchste Rente gezahlt wird, die irgendein Versicherer zahlen würde.

Aus meiner Sicht gibt es in Punkto Sicherheit und Rendite keine bessere Lösung als Canada Life.
Viele Grüße
Stefan Kroth
06021-540500

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hallo Stefan,
da hast Du mich aber voll falsch verstanden. Die Canadalive ist eine sehr gute Gesellschaft (nebenbei: wenn ich was anderes behaupte, reisst mir mein Freund, seines Zeichens Maklerbetreuer, erst bei der SALI und jetzt bei der Canadalive, die Rübe ab:smile:).
Die CL hat nur den Nachteil, dass sie genauso alles übrigbleibende Geld kassiert, wenn die Garantiezeit überschritten ist. Also in unserem Beispiel dem fiktiven Alter der VN von 75 Jahren.
Sirbt er aber in der Ansparphase, so erhält die Wittwee selbstverständlich den Fondswert (oder Todesfallsumme, je nachdem was höher ist) Auch die Renditen sind ähnlich der CM.
Doch als Altersvorsorge im Sinne von Rententarifen empfehle ich sie nicht. Hier ist die CM der CL überlegen. Außerdem muss der Rentenbezieher bei der CL den Ertragswert versteuern, bei der CM nicht.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,
da ich CM nur vom Hörensagen kenne (mich stört an der Gesellschaft dass der Berater nur über Distributoren abwickeln kann, aber keinen eigenen definitiven Ansprechpartner hat) kenne ich noch zwei andere Alternativen:

  • Volkswohlbund (zahlt das Restkapital im Todesfall nach Rentenbezug aus und hat sehr flexible und renditestarke Tarife)
  • Skandie mit Endalter 100 und der Möglichkeit, Teilauszahlungen zu verlangen, wann immer der VN dies wünscht.

Viele Grüße
Stefan

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo Stefan,
Natürlich gibt´s noch andere gute gesellschaften (wäre ja schlimm, wenn es nur eine gäbe)

da ich CM nur vom Hörensagen kenne (mich stört an der
Gesellschaft dass der Berater nur über Distributoren abwickeln
kann, aber keinen eigenen definitiven Ansprechpartner hat)

Das ist eine Organisationsfrage.Hat aber mit der Qualität einer Versicherung nichts zu tun.Das Gegenteil: die Kosten der Verwaltung (die ja im Prinzip der Kunde zahlen muss) wird auf die Distributoren abgewälzt. Ebenso die Provisionen. Für den Kunden ist die CM jederzeit erreichbar.

kenne ich noch zwei andere Alternativen:

  • Volkswohlbund (zahlt das Restkapital im Todesfall nach
    Rentenbezug aus und hat sehr flexible und renditestarke
    Tarife)

Mit der Rendite ist es nicht mehr so weit her. Außerdem hat der VB den makel aller deutschen: Verschleierung der Kosten ujd Versteuerung des Ertragsanteils der Rente.

  • Skandie mit Endalter 100 und der Möglichkeit,

Skandia ist ähnlich aufgebaut wie die CM. Allerding bin ich nicht besonders gut auf die Skandie zu sprechen. Eine Gesellschaft, die solche Spielchen mit den Versicherten trteibt, wie mit dem Dread Desease-Tarif, ist für mich keine Alternative für meinen Kunden.Wer so etwas macht, macht es auch in anderen Tarifen.
Das ist auch der Grund, warum ich keine DeBeKa vermittle (nicht wegen der geringen Provision: sowas gleicht sich mit Empfehlungen aus). Die haben mit mir vor ca. 4 Jahren ein Ding drehen wollen, das gegen die Gesetze ist. Und da hört der Spass bei mir auf. Die ist für mich absolut gestorben.
Grüße
Raimund