Hallo,
sicherlich ein interessantes Thema, dass sich hier noch öfter wiederholen wird, aber ich gebe gerne meine Meinung dazu.
In den letzten Beiträgen über Lebensvers./Rentenvs. wurde
immer über die Engländer gesprochen.
Was für Vor- oder Nachteile hat eine britische LV oder Rente?
Der Vorteil liegt ganz klar in der höheren Rendite, und eine Strategie die sich seit 150 Jahren kaum verändert und bewärt hat.
Der Nachteil einer britischen LV ist, wenn man überhaupt von Nachteilen reden kann, dass man die Laufzeit einhalten sollte, oder zumindest nicht kurzfristig kündigt, da der Schlußbonus einen beträchtlichen Teil der Rendite mit ausmacht. Da aber meistens Laufzeitverlegungen und Teilkündigungen, bzw. Entnahmen teilweise möglich sind, ist aber auch ein gewisses Grad an flexibilität möglich.
In einer Zeitschrift habe ich gelesen, das die briten weit aus
höhere Renditen erzielen als die deutschen. Stimmt es das es
daran liegt, dass die briten einen höheren Teil in Aktien
investieren dürfen und nicht so sicherheitsorientiert sind wie
wir?
Britische LV’s dürfen bis zu 100 % des Sparanteils des Kunden in Aktien anlegen. (Was diese natürlich auch nicht tun)
Deutsche LV’s müssen Per Gesetz „mündelsichere“ Investition der
Sparanteile der Kundenanlagen, zu mind.65% in festverzinsliche Anlagen tätigen.
Die deutschen Anlagen sind damit eigentlich sicherheitsorientierter angelegt, was sich aber in der Vergangenheit als Klotz am Bein herausgestellt hat.
Ich habe auch ein britisches bzw. Kanadisches Produkt (mit
sitz in Irland) als Rentenvs. und bin mit der garantierten
Leistung sehr zufrieden. Wäre für mich sehr interessant wenn
wir das Thema hier ein wenig ausbreiten können, da es mich
sehr interessiert. Wie sieht da allgemein mit Garantien aus?
Ich habe z.b. etwas, einige werden das Produkt sicher kennen,
mit einem garantierten geglätteten Wertzuwachs.
Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, was Du unter der „garantierten Leistung“ meinst. Vermutlich meinst Du die Canada Life, die Rentenversicherung könnte aber noch von Sali, bzw. Prudential stammen, da diese vor Canada Life auf dem deutschen Markt waren, und dann von diesen übernommen wurden. Eine Garantie wie Sie die deutschen Versicherer kennen gibt es von der Gesellschaft glaub ich nur direkt in einem Produkt mit 2,5 % Werzuwachs p.a. Aber es gibt sicherlich noch mehr Gesellschaften.
Den geglätteten Wertzuwachs, daß heist in guten Börsenzeiten Reserven bilden, und in schlechten Börsenzeiten wieder auflösen und den Verträgen zuteilen, machen meines wissens die meisten englischen Gesellschaften.
Weiter Unterschiede zwischen deutschen und englischen Gesellschaften wären:
Deutschland:
Personalaufwendiges und kostenträchtiges Vertriebs und Verwaltungssystem.
Liberalisiertes Niederstwertprinzip. Anhäufung „stiller Reserven“ möglich
Garantiezins auf Sparanteil bei 3,25 %
England:
Meist kein eigener Verkaufs-Aussendienst. Verlagerung von Verkauf und Administration weitestgehend auf Distributoren.
Bilanzierung nach "International Accounting Standard (IAS). Ausweis der Vermögenswerte mit aktuellem Markt- bzw. Zeitwert (Verkehrswertprinzip).
Die Einhaltung von Richtlinien und die Liquidität der Gesellschaften wird von der Financial Services Authority überwacht, welche direkt dem Finanzministerium untergeordnet ist.
Das soll erst mal genügen.
Gruß, Micha