mein liebster hat eine wanduhr vom boden geholt, die ich gern wieder instand setzen möchte. das werk ist ja für unsereine kein problem aber das holzgehäuse hat schon einigen anderen lebewesen gut geschmeckt: da wo der obere teil aufgesetzt ist/sein sollte, sind die beiden seitenteile so bröselig, daß man dort nix mehr leimen oder gar schrauben kann.
gibt es irgendeinen stoff, vielleicht flüssiger art, mit dem man das holz behandeln kann, damit es wieder festigkeit bekommt? also sinngemäß sowas wie für wände tiefengrund?
wenn ich das nicht hinbekomme, müßte ich wohl ein ganz neues gehäuse anfertigen (lassen). ob das mit all seinen schnitzereien und verzierungen jemals für mich erschwinglich sein würde, wage ich zu bezweifeln.
Zuerst solltest du mal die gefräßigen Biester bekämpfen. Dann könnte eventuell Holzkitt oder Holzspachtel helfen. Am besten wäre natürlich irgendein Flüssigzeugs, das du mit einer Spritze in die „Freßgänge“ reindrücken kannst. Ob’s aber wirklich hilft, weiß ich nicht. Da müßte man schon die Zerbröselung vor Augen haben.
Was den Nachbau betrifft, so sollte es durchaus möglich sein, das alte Gehäuse per Laser vermessen zu lassen und dann voll automatisch aus einem Holzblock fräsen zu lassen.
danke aber die biester sind seit jahrhunderten ausgestorben. mein problem ist nur das bröckelige holz. spachteln kann man das eher nicht. und einen 3D-laser haben ich auch nicht.
Oooch Ann, nun guck noch mal in der Küchenschublade richtig nach , ob da nicht doch noch so ein Ding in irgend einer Ecke herum fliegt.
Falls sich aber wider Erwarten keine 3D-Lasereinrichtung mit angeschlossener Fräsmaschine in Deinem Haushalt anfinden sollte, könntest Du zunächst an möglichst unauffälliger Stelle einen Versuch starten, in die Fraßkanäle dünnflüssiges 2K-Epoxyharz zu pressen. Dafür besorgst Du ein paar Einwegspritzen und möglichst dicke Kanülen, die in die Fraßkanäle passen.
Dünnflüssiges Epoxyharz in der benötigten kleinen Menge gibts im Modellbauhandel. Sieh zu, daß Du Epoxyharz findest, das nicht schon binnen Minuten aushärtet, weil die zu verrichtende Arbeit Eile schlecht verträgt.
Es kann sein, daß sich auch dünnflüssiges Epoxy nur schwer durch die Kanule der Einwegspritze drücken läßt. Weil der schräge Anschliff handelsüblicher Kanülen für den Anwendungsfall eher hinderlich (und ziemlich gefährlich) ist, solltest Du die Kanulen kürzen. Einfach abschneiden lassen sich Kanulen nicht. Das Material ist verdammt zähhart und außerdem will man die Kanüle ja auch nicht zudrücken. Aber ab- bzw. durchschleifen lassen sich Kanülen z. B. mit einer Minidrill und kleiner Trennscheibe sehr einfach.
ein Handgriff genügt: Wenn Du Bröckchen abzupfen kannst, ist alles zu spät. Um Kunstharz oder was immer einzuspritzen, muss wenigstens noch ein Rest an Holz struktur vorhanden sein.
wenn ich das nicht hinbekomme, müßte ich wohl ein ganz neues
gehäuse anfertigen (lassen).
Oder sich am nackten Werk erfreuen und das Ganze in einen Plexiglaskasten einbauen.
ich hatte mal Probleme mit einem Fensterrahmen, ich hatte Holzleim mit Wasser verdünnt und dass das Holz damit getränkt. Das Holz wurde wieder fest und für eine Uhr, die wohl nicht so sehr mechanisch belastet wird, sollte es ausreichen.
Ich würde aber an einer verdeckten Stelle erstmal einen Test machen.
na, vielleicht sollte ich doch besser ein spezialisten-team
einfliegen lassen, was meinst du?
Gibt’s in Berlin keine Profischreiner bzw Tischler? Das mit dem machen lassen schrieb ich ja nur, weil du auch von machen lassen in deiner Ursprungsfrage schriebst.
ich glaub nämlich, du kannst nicht anders, oder?
Was hab ich denn jetzt wieder falsch gemacht?
Bin ich GL?
Sind wir hier im PB?
Ich benutze in der Werkstatt bei mir einen speziellen Holzaushärter und
behandel damit oft Ikonen oder Holzbilderrahmen, bei denen sich auch der Holzbock durchgefressen hat.
Hier kannst du das Mittel bestellen: http://www.kunstbeschlag.de/shop/detail.jsp?number=6…
Ich benutze in der Werkstatt bei mir einen speziellen
Holzaushärter und
behandel damit oft Ikonen oder Holzbilderrahmen, bei denen
sich auch der Holzbock durchgefressen hat.
Hier kannst du das Mittel bestellen: http://www.kunstbeschlag.de/shop/detail.jsp?number=6…
Hast Du schon ausprobiert, geschädigte Holzteile in eine mit dem Holzaushärter gefüllte Wanne/Schüssel zu tauchen und die Schüssel samt Holzteil in eine Vakuumkammer zu stellen? Ich habs noch nicht ausprobiert, aber auf diese Weise müßte man die Luft aus den Fraßgängen ziehen können, so daß sich sämtliche Hohlräume des geschädigten Teils mit dem Mittel füllen.
Hi Ann,
nach vielen Jahren als Antiquitätenhändlerin mit akribischen Restaurationstechniken kommt mir die Idee, die bröseligen Holzteile auszuwechseln.
Man schneidet oder sägt die Teile raus und fertigt sie in liebevoller Handarbeit nach.
Willst Du mir mal Fotos schicken?
Dann kann ich Dir besser raten. Von Ausbesserung mit Kunststoffen halte ich nicht viel, das hat sich die alte Uhr nie träumen lassen, das ihr das mal wiederfährt…
Schicke Dir dann als Tausch die Fotos von dem von mir restaurierten GründerzeitPuppenkaufmannsladen.
Ich benutze in der Werkstatt bei mir einen speziellen
Holzaushärter und
behandel damit oft Ikonen oder Holzbilderrahmen, bei denen
sich auch der Holzbock durchgefressen hat.
Hier kannst du das Mittel bestellen: http://www.kunstbeschlag.de/shop/detail.jsp?number=6…
Hast Du schon ausprobiert, geschädigte Holzteile in eine mit
dem Holzaushärter gefüllte Wanne/Schüssel zu tauchen und die
Schüssel samt Holzteil in eine Vakuumkammer zu stellen? Ich
habs noch nicht ausprobiert, aber auf diese Weise müßte man
die Luft aus den Fraßgängen ziehen können, so daß sich
sämtliche Hohlräume des geschädigten Teils mit dem Mittel
füllen.
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang!
Nein,da ich nur partiell mit diesem Mittel arbeite-sprich mit Hilfe einer Spritze und Nadel(ja,die aus dem Medizinbereich)den Härter direkt in die Wurmgänge spritze.Größere Stellen außen werden mit einem Pinsel aufgetragen.
Ich würde sonst Bildoberflächen von Ikonen/Vergoldungen von Rahmen etc.damit in Mitleidenschaft ziehen.
der Leim muss natürlich farblos trocknen, das könnte man auch auf Pappe o.ä. probieren, aber ich glaube die meisten machen es
vielleicht hast Du auch ein anderes Stück morsches Holz, z.B. einen Ast beim Spaziergang, Kaminholz etc., das als Versuchsobjekt dienen kann, wenn dann das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, hast Du keinne Plessuren an der Uhr
Epoxyharz ist natürlich härter
vielleicht kannst Du auch mal bei einem Museum anrufen, meist sind die Leute sehr hilfsbereit, ein Restaurateur müsste einen Tipp haben
Bei Dir ist es ja offensichtlich nicht zeitlich dringlich.