sehr oft sieht man ja, dass riesige brombeerhecken mit vorliebe an bahndämmen anzutreffen sind (oder bilde ich mir das nur ein?) … steckt da system dahinter?
werden die von der bahn absichtlich dort angebaut, um lärm / schmutz / personen abzuhalten?
ist es gesundheitlich unbedenklich, dort brombeeren zu sammeln, oder sind die tabu?
sehr oft sieht man ja, dass riesige brombeerhecken mit
vorliebe an bahndämmen anzutreffen sind (oder bilde ich mir
das nur ein?) … steckt da system dahinter?
Nö, die wachsen da nur gerne und sie Samen werden von Vögeln verbreitet.
werden die von der bahn absichtlich dort angebaut, um lärm /
schmutz / personen abzuhalten?
Nö, aber is natürlich praktisch, wozu also wegmachen.
ist es gesundheitlich unbedenklich, dort brombeeren zu
sammeln, oder sind die tabu?
Erm… najaaaaa… der Eisenabrieb wäre vermutlich nicht das große Problem, aber die Belastung mit Totalherbiziden dürfte heftig sein, denn die Bahn spritzt ihre Gleise regelmäßig. Ich würde nicht mal eine essen.
Brombeeren wachsen gern in der prallen Sonne und die gibt es am Bahndamm zu Genüge.
Da der Bahndamm mit Umgebung Bahneigentum ist, ist nur die Bahn dafür zuständig. Und die macht herzlich wenig. Das sieht man daran, dass immer wieder Bäume auf die Gleise fallen.
Also läßt man Brombeeren wachsen. Sie sind keine Gefahr für den Zugverkehr.
mfgConrad
ist es gesundheitlich unbedenklich, dort brombeeren zu
sammeln, oder sind die tabu?
wenn keine autobahn in der nähe vorbeiführt, halte ich sie für unbedenklicher als so manches gewächshausgemüse.
die von einem vorposter erwähnte totalherbizid-warnung kannst du getrost vergessen, da wurde einfach ein fachbegriff (ohne kenntnis des dazugehörenden fachs) in die runde geworfen.
bei Gleisbetten geht es im wesentlichen um Atrazin, Bromacil und Hexazinon. Je nach lokalem Wasserhaushalt ist davon auch heute, zwanzig Jahre später, noch allerhand in Oberbau und Dämmen vorhanden.
Und etwas tiefer auch. Es muß ja nicht so dramatisch sein wie in dem Fall, als die weiland Bundesbahn aus Versehen einige der schönen Schwarzwälder Mineralbrunnen kurzerhand stillegte, was dann u.a. das OLG Karlsruhe beschäftigt hat:
Bedeutender als die Herbizidbelastung dürfte an Bahndämmen allerdings der viele Jahrzehnte lange mehr oder weniger intensive Eintrag von Asbest (von Bremsklötzen), Schwermetallen (dito, außerdem Abrieb von Stromabnehmern, Achslagern, Drehgestellen, Treibstangen etc.), Mineralölen und anderen Kohlenwasserstoffen (Spurkranzschmierung, Achsschmierung, Weichenschmierung etc.), Schwefel (auf vielen Strecken über hundert Jahre lang Dampftraktion) und anderen Leckereien sein.
In allen Bundesländern muß Gleisschotter ziemlich eingehend untersucht werden, wenn er außerhalb des Bergbaus (Bergrecht erlaubt so ziemlich jeden Siff, wenn er bloß hält) zum Verfüllen verwendet werden soll. Im Kittel bleibt da nix…
Daß es Straßenbegleithecken noch wesentlich schlechter geht, sei unbenommen.
ich würde die nicht essen.
Teilweise geht die Toilettenspülung immer noch direkt aufs Bahngleis…Pfui Teufel.
Von allen anderen chemischen Belastungen mal abgesehen.
(1) gibt es in D außerhalb von einzelnen Museumsbahnen keinen einzigen Personenwagen oder Triebwagen mehr, dessen Toilette auf die Gleise entleert wird.
(2) geschah dieses früher, als die Personenwagen noch keine Fäkalientanks hatten, knapp innerhalb der Schienen auf Schotterbett und Schwellen. Bei einzelnen Bauarten auch knapp außerhalb, aber immer im Bereich der Schwellen. Dort wachsen keine Brombeeren.