Bronchialkarzinom

Hallo!
Meine „alte“ beste Schulfreundin (56, so alt wie ich :wink:, Raucherin, ist einigermaßen überraschend ins Krankenhaus eingeliefert worden: Bronchialkarzinom mit Metastasen im Gehirn. Ich habe schon gegoogelt, u.a. bei Wikipedia.

In den letzten Jahren hatten wir nur sporadisch Kontakt, ich erfahre über Bekannte von ihrem Zustand, will mich auch nicht einmischen, aber Sorgen mache ich mir doch.

Ob das BK auf dem Röntgenbild erkannt wurde (lt. Wikipedia Grund für eine schlechtere Prognose) oder erst bei CT/MT, weiß ich nicht, aber die Ärzte müssen über das CT des Gehirns recht besorgt gewesen sein. Sie hatte auch vorher ziemliche Ausfälle bez. Orientierung und Bewegungsabläufe.

Inzwischen ist sie wieder ansprechbar und orientiert. Chemo soll sie abgelehnt haben. Die Ärzte sagen angeblich, „sie wüssten nicht wohin mit ihr“ oder „was sie mit ihr machen sollen“. Das klingt m. E. übel.

Nach diesen wenigen und vagen Angaben, kann mir hier jemand sagen, was ich davon halten soll, bzw. wohin man sich wenden kann, z.B. spezielle Klinik, Weiterbehandlung im Rahmen einer klinischen Studie?

Ihre Kinder sind, wie ich höre, auch ein wenig ratlos. Vielleicht könnte ich ja auf dem in Rede stehenden Umweg doch den ein oder anderen Tipp beisteuern.

Vielen Dank & Gruß,
Eva

Hallo Eva,

was du schilderst hört sich in der Tat nicht schön an…
Ich will auch gar nicht irgendeine Prognose abgeben, das ist Sache der Ärzte vor Ort. Wenn diese selbst sagen, dass der Befund ein sehr schlechter ist, kann man davon ausgehen, dass es auch so ist.
Ein metastasiertes (gestreutes) cerebrales (Hirn) Karzinom, das, wenn ich es richtig verstanden habe , schon neurologische Ausfälle verursacht, kenne ich aus finalen Stadien. Frage mich nicht nach der Zeit; es können sein: ein Tg, eine Woche ein Monat…
Wunder gibt es immer wieder ist eigentlich das einzige, positive was mir dazu einfällt, und die Hoffnung stirbt zuletzt. Würde dir gerne etwas anderes geschrieben haben…!

Gruß,
rollifern

Hallo, Rollifern!

Es ist wohl das Lungenkarzinom, das ins Hirn gestreut hat. Ich habe immer vor Augen, dass sie ersticken wird :frowning:

Danke für Dein Posting und die freundlichen Worte.

Gruß,
Eva

allo,

trotz aller Tragik und Dramatik der Ereignisse muss ein Ersticken bei solch einer Prognose heute glücklicherweise nicht mehr sein, wenn sich Arzt und Patient vorher offen und ehrlich gegenübertreten, und im Rahmen einer Behandlungsverfügung festlegen unter welchen Bedingungen welche Maßnahmen indirekter Sterbehilfe einsetzen sollen. Durch eine geeignete Kombination aus Beruhigungsmitteln und einem Atemrelaxans kann so recht gut verhindert werden, dass die abnehmende Sauerstoffsättigung des Bluts zu den bekannten Erstickungssymptomen führt. Statt dessen schläft der Betroffene dann aufgrund der mangelnden Sauerstoffversorgung einfach nur ein.

D.h. er wird nicht durch die Medikamentengabe getötet, was als aktive Sterbehilfe in Deutschland strafbar wäre, sondern es tritt durch die zur Linderung des Leidens notwendige Medikamentengabe lediglich eine unwesentliche Lebensverkürzung dadurch ein, dass der Körper sich nicht durch die Erstickungskampf noch letztmalig erfolglos versucht, Sauerstoff zu beschaffen.

Gruß vom Wiz

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Hallo!

Habe vor fast einem 3/4 Jahr meinen Onkel an einem metastasierenden Bronchial-Ca. verloren.
Er hat vom Tag der Diagnose an noch 1 Jahr gut, und 1/2 Jahr zunehmend anstrengender gelebt.
Leider lebte er sehr weit von mir entfernt, sodass das Besuchen nicht so gut möglich war.
Im ersten Jahr hatte er wiederholt Chemos, dann Bestrahlungen. Das hat - so sagte er mir - noch eine so gute Zeit ermöglicht, dass er noch eine Reise unternommen hat.
Die Zusammenarbeit der Ärzte und häuslichen Pflege war vorbildlich, wir konnten (trotz der Metastasen in seinem Gehirn) bis 3 Tage vor seinem Tod noch fast normal ( er flüsterte) miteinander telefonieren.

Er ist ganz sanft eingeschlafen, die Kräfte waren einfach zu Ende.

Deine Freundin ist noch relativ jung, und angesichts der Diagnose ist zu vermuten, dass sie in absehbarer Zeit gehen wird.

Das Wichtigste, was Du jetzt tun kannst: schenk ihr Deine Zeit.
Sei es mit Briefen und Telefonaten, oder - falls sie das möchte - mit Besuchen.

Ich wünsche Dir viel Kraft,
Angelika

Hallo,
meine Erfahrung ist, dass Raucher, die Lungenkrebs bekommen, sehr gut mit ihrer Krankheit umgehen können - sie wissen woher es kommt und haben oft damit gerechnet (Bekanntestes Beispiel: Rudi Carell)
Daher kann man mit ihnen sehr gut und offen reden. Auch über pro und contra von Therapien. Frag Deine Freundin danach. Sie wird viel weiter sein als Du. Oft können die Kranken den Gesunden besser helfen als umgekehrt.

pp

Hi Eva,

Ich
habe immer vor Augen, dass sie ersticken wird :frowning:

Diese Sorgen machen sich immer nur die Angehörigen. Der Erkrankte selbst nicht (Ausnahmen sind natürlich immer möglich).

Gruß,

Anja

@ alle
Hallo!
Erst einmal vielen Dank in die Runde!
Ich habe schon Sterben und Tode miterlebt und begleitet, aber meine Freundin ist das Band zu meiner lang entschwundenen Jugend und das berührt mich schon sehr. Außerdem hatte sie ein schweres Leben und gerade, als es gut für sie aussah, neuer, toller Job etc., kommt sowas.

Leider kann ich mit ihr nicht Kontakt aufnehmen - so, wie es jetzt aussieht. Unsere Lebenswege hatten sich auseinanderentwickelt, nach einem kurzen Aufleben der alten Freundschaft vor einigen Jahren, ist sie wieder eingeschlafen. Man traf sich vielleicht ein- zwei Mal im Jahr per Zufall beim Einkaufen oder bei gemeinsamen Bekannten.

Über diese Bekannte - sie wohnen im selben Haus, haben deshalb zwangsläufig Kontakt mit den Kindern, die allerdings inzwischen auch auswärts wohnen - habe ich von ihrer Krankheit erfahren und auch, dass sie keine Besuche, keine Telefonate wünscht. Sie war immer sehr verschlossen und einer von den Menschen, die immer sagen Danke, mir geht’s gut, selbst wenn sie schon auf allen Vieren kriechen.

Mal abwarten. Wenn sie Zeit hatte, sich mit der Situation zu arrangieren und wenn sie weiß, wie’s weitergeht, will ich noch einmal anfragen lassen, ob sie sich nicht doch über einen Besuch freuen würde.

Vielleicht sind ihr ja doch noch einige gute Jahre beschieden.

Nochmal Danke & Gruß,
Eva