Hallo,
kann mir bitte kurz und EINFACH jemand erklären wo der Unterschied der beiden Medi´s liegt?
Wie entscheidet wann welches bei einer Bronchokonstriktion verabreicht wird.
danke
peppy
Hallo,
kann mir bitte kurz und EINFACH jemand erklären wo der Unterschied der beiden Medi´s liegt?
Wie entscheidet wann welches bei einer Bronchokonstriktion verabreicht wird.
danke
peppy
Hallo Peppy !
Zunächst mal: Frohe Ostern ! 
Kurz und bündig kann man sagen, dass Bronchospasmin im akuten
Anfall des Asthmas bzw. der COPD gegeben wird, weil die Wirkung
rasch eintritt. Anders beim Theophyllin. Es ist, auch wenn ich
es immer wieder bei notärztlichenen Einsätzen beobachte, nicht gut für die Akutsituation geeignet, da die Wirkung oft erst nach Stunden einsetzt. Allerdings hält die Wirkung länger an, was ein Vorteil sein kann. Hinzu kommt aber als Nachteil, dass Theophyllin nur einen sehr schmalen therapeutischen Bereich hat; d.h. die Dosis muss ziemlich exakt eingestellt sein, sonst gibt es entweder keine Wirkung oder es dominieren unerwünschte Nebenwirkungen (z.B. Herzrasen und Übelkeit).
Im Grunde ist das Theophyllin im Zeitalter moderner Asthma-Sprays
daher auch aus der Mode gekommen. Ich selbst setze es an sich nur noch bei Patienten ein, die es schon jahrelang einnehmen und gute Erfahrungen damit gemacht haben.
Gruß Kai
geeignet, da die Wirkung oft erst
nach Stunden einsetzt. Allerdings hält die Wirkung länger an,
was ein Vorteil sein kann. Hinzu kommt aber als Nachteil, dass
Theophyllin nur einen sehr schmalen therapeutischen Bereich
hat; d.h. die Dosis muss ziemlich exakt eingestellt sein,
sonst gibt es entweder keine Wirkung oder es dominieren
unerwünschte Nebenwirkungen (z.B. Herzrasen und Übelkeit).
Im Grunde ist das Theophyllin im Zeitalter moderner
Asthma-Sprays
Leider kann ich mich mit diesen Ausführungen nicht einverstanden erklären.
Als ich vor mehr als 40 Jahren mit meiner internistischen Ausbildung begann, galt das Reproterol bereits als veraltet und wurde kaum noch eingesetzt. Eine Indikation für dieses Medikament habe ich auch nie gesehen.
Etwa zu dieser Zeit kam das Theophyllin auf, zwangsweise gekoppelt an den Lösungsvermittler Diäthylamin. Es hatte einen wunderbaren Effekt. Der Lösungsvermittler löste den Bronchospamus noch unter der Injektion, die Wirkung des Theophyllins trat erst nach einigen Minutn ein (und nicht nach Stunden! Da liegt wohl eine kleine Verwechslung mit dem Cortison vor).
Dann entdeckte man, wie man das Zeug ohne den Lösungsvermittler injizieren kann und die exzellente Wirkung war weg.
Vor einigen Jahren gab es mal wieder Theophyllin + Diäthylamin im Handel, das aber wurde mittlerweile zurückgezogen, Gott weiß warum.
Sie stellen fest, daß das Theophyllin im Zeitalter moderner Asthmasprays überholt ist. Schön. Jetzt würde es mich aber interessieren, wie Sie einen richtigen Status asthmaticus behandeln wollen. (Der Spray ist witzlos, die Leute kriegen nämlich keine Luft bzw. haben Angst vor dem Einatmen.) Also, wie machen wir’s?
Hallo!
Theophyllin hat nach wie vor eine gute bronchospasmolytische Wirkung, aber leider - wie bereits erwähnt - zum Preis von oft ausgeprägten Nebenwirkungen. Nachdem mittlerweile zahlreiche weitere Wirkstoffe und Präparate entwickelt worden sind, hat Theophyllin bei der Therapie von Asthma bronchiale tatsächlich keinen Stellenwert mehr.
In der dauerhaften Basistherapie kommen - wenn überhaupt erforderlich - hauptsächlich inhalative Steroiden und ggf. langwirksame inhalative beta-Mimetika zum Einsatz, bei seltenen schweren Verläufen ggf. noch weitere Substanzen.
Im akuten Asthmaanfall helfen - im leichten bis mittelschweren Fall - inhalative beta-Mimetika, ggf. unterstützt durch systemische Steroide; in schwereren Fällen greift man auf systemische beta-Mimetika (Reproterol, Terbutalin u.ä., seltener auch - verdünntes - Suprarenin) zurück. Im Falle der respiratorischen Insuffizienz mit Intubationspflichtigkeit kann man die broncholytischen Eigenschaften von Ketamin nützen. Theophyllin ist hier die ultima ratio, die man nur noch einsetzt, wenn sonst nichts mehr hilft - diese Situation ist aber äußerst selten; oft wird es eingesetzt, weil der betreffende Arzt damit „aufgewachsen“ ist und die Entwicklungen der neueren Medikamente (und Therapieempfehlungen samt ihrer Begründung) nicht mitbekommen wollte / konnte… 
Etwas anders ist die Situation bei der COPD, wo viele Patienten auch heute noch in fortgeschrittenen Krankheitsstadien - in der Dauertherapie wie in der akuten Exazerbation - auf Theophyllin angewiesen sind - und leider noch viel zu oft auch unter den entsprechenden Nebenwirkungen leiden müssen, weil die korrekte Dosiseinstellung eben doch nicht so einfach ist.
Grüße!
langwirksame inhalative beta-Mimetika zum Einsatz, bei
seltenen schweren Verläufen ggf. noch weitere Substanzen.
Ach ja, ich sprach vom Status asthmaticus. Welche weiteren Substanzen kommen denn da zum Einsatz?
Im akuten Asthmaanfall helfen - im leichten bis mittelschweren
Fall - inhalative beta-Mimetika, ggf. unterstützt durch
systemische Steroide;
ein leichter Status asthmaticus - was es alles gibt! Und Cortison hat im Status keine Indikation.
in schwereren Fällen greift man auf
systemische beta-Mimetika (Reproterol, Terbutalin u.ä.,
ich sagte schon, das Zeug war vor 40 Jahren bereits veraltet.
seltener auch - verdünntes - Suprarenin) zurück.
Na endlich, das wollte ich lesen!
Im Falle der
respiratorischen Insuffizienz mit Intubationspflichtigkeit
kann man die broncholytischen Eigenschaften von Ketamin
nützen.
Und, wie ich als Berufsanfänger feststellen mußte, dabei schrecklich auf die Schnauze fallen.
Theophyllin ist hier die ultima ratio, die man nur
noch einsetzt, wenn sonst nichts mehr hilft - diese Situation
ist aber äußerst selten; oft wird es eingesetzt, weil der
betreffende Arzt damit „aufgewachsen“ ist und die
Entwicklungen der neueren Medikamente (und
Therapieempfehlungen samt ihrer Begründung) nicht mitbekommen
wollte / konnte…
Ich würde eher sagen, daß ein Medikament oder irgndeine med. Behandlung völlig ungefährlich ist, wenn der Doktor damit umgehen kann.
Sonst liest man Therapieempfehlungen von Leuten, die keine Ahnung haben (auch und gerade wenn ein „Prof.“ davorsteht) und fällt mangels eigenem Wissens davor auf die Knie.
MOD: Textpassage gestrichen