Hallo und Guten Tag,
es muss irgendwann während der 1950er Jahre zum Bruch zwischen den beiden damals größten kommunistischen Ländern, China und der Sowjetunion (UdSSR) gekommen sein. Weiß jemand, wann genau und vor allem ‚‚warum‘‘ es zu diesem Bruch zwischen den beiden damals verbündeten kommunistischen Ländern kam? Geschah das auf Initiative Mao Tse-Tungs?
Vielen Dank im Voraus für Antworten,
Jasper.
Das Zerwürfnis begann in den späten 50er-Jahren
Hallo, Jasper
Meinungsverschiedenheiten hatten China und die Sowjwetunion bereits
1930. Das Zerwürfnis setzte in den späten Fünfzigerjahren ein, erreichte
seinen Höhepunkt 1969 und setzte sich bis in die Achtzigerjahre fort.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisch-sowjetisches…
Gruss
Adam
Hallo,
mal sehen, ob ich es noch zusammen bekomme …
Grundsätzlich gingen die Sowjetunion und die anderen soz. Länder davon aus, daß sich die Entwicklung auf der Grundlage des Marxismus/Lininismus vollziehen müsse. Dazu gab es eine Menge Untersuchungen und Forschungen und recht präzise Vorstellungen.
Dazu gehörte u.A. eine stabilie industrielle wirtschaftliche Basis, über die ein Land verfügen sollte und die Führung durch die Arbeiterklasse sowieso. Und zunehmend stand natürlich auch der Umgang mit der nun einmal existierenden übrigen Welt. Dazu wurde quasi die Theorie der friedllichen Koexistenz erfunden, die das friedliche Nebeneinander von Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung festschrieb.
Nun war Mao in der kommunistischen Theorie nicht sonderlich sattelfest und glaubte zudem, vieles besser machen zu können. Genau genommen war er kein Kommunist im üblichen Sinne - er galt als absolut nicht linientreu. Und so gab es ja auch in der Entwicklung Chinas einige sehr derbe Entgleisungen.
Genau genommen lief bis Ende 1958 noch alles recht ruhig - Mao war in dieser zeit noch nicht absoluter Alleinherrscher und mußte auf in Rußland geschulte Parteikader Rücksicht nehmen.
Aber dann kam der große Putsch mit dem großen Sprung. Unter anderem wollte Mao dabei die Weltspitze in der Eisengewinnung übernehmen, indem er jede Landkommune verpflichtete, wie in grauen Vorzeiten Eisen in kleinen Lehmmeilern zu schmelzen. Der einzige Erfolg dabei war eine Unmenge vebrauchtes Erz bei einer Unmenge qualitätsmäßigem Ausschuß und eine Hungersnot, weil die Bauern ja statt auf den feldern zu arbeiten, Eisen schmiedeten. Logischerweise konnte die Sowjetuion über so viel Schwachsinn nur den Kopf schütteln und China kritisieren - aber so was ist ja sinnlos, wenn sich einer für den Allergrößten hält. Dann kam noch die Kulturrevolution mit all ihren Exzessen. Das wiedersprach nun allesn Leheren von Marx und Lenin - immerhin hatte ja Letzterer in seiner Rede auf dem III. Komsomolkongreß ausdrücklich die Jugend aufgefordert, zu lernen. Die Russen halten überhaupt von Kultur sehr viel - der Aufbau von Kulturstätten war meist nach 1945 so ziemlich der erste Befehl der russischen Kommandanten.
Na ja - und damit war eigentlich das Tischtuch zerschnitten zwischen China und der Sowjetunion. Zumal Mao ja auch verkündete, es sei völlig egal, ob in einem neuen Krieg ein paar Hundert Millionen draufgehen, so lange nur der letzte Überlebende ein Chinese ist.
Ach ja… und als Gag am Rande: Mao lies wirklich mit Kanonen auf Spatzen schießen. Er hatte errechnet, wie viel Getreide die Vögel seinem Volk wegfressen. Und dann war er auf den grandiosen gedanken gekommen, man müsse alle Spatzen nur immer wieder aufjagen und nicht zur Ruhe kommen lassen - am besten mit viel Krach. dann würden die nur fliegen und irgendwann vor Erschöpfung tot vom Himmel fallen. Na ja… und am meisten Krach machen nun mal Kanonen.
Leider kannten die Spatzen diese Theorie nicht - irgendwie ging es jedenfals schief…
Gernot Geyer