Servus, Wissende:smile:
seit etwa 3-4 Jahren brummt ja alles, was früher mal boomte…die Wirtschaft, der Verkauf, der Tourismus, etc.
Heute wurde ich von einer 16 jährigen liebevoll mit den Worten: „ah, du meinst es brummt“ korrigiert - boomen war unbekannt.
Nun interessiere ich mich ja sehr für alle „jetztzeitigen Mutationen“ unserer Sprache - die Entstehung von brummen in dieser Bedeutung ist mir entgangen. In die Wörterbücher ist es wohl auch noch nicht eingezogen.
Ich unterstelle, dass es aus einem Fehler geboren wurde.
Oder gab es vielleicht einen Werbespruch?
Weiß jemand was dazu?
Und wie lautet die Entsprechung zu „der Boom“??
„Der Brumm“? „Das Brummen“?
Lieben Gruß aus dem Waldviertel, jenny
Servus, Jenny,
seit etwa 3-4 Jahren brummt ja alles, was früher mal
boomte…die Wirtschaft, der Verkauf, der Tourismus, etc.
…mancherorts scheint es aber beides zu tun:
http://news-de.karameloo.com/deutschland/politik/es-…
Ich für meinen Teil höre es noch ebenso oft boomen wie brummen.
Und wie lautet die Entsprechung zu „der Boom“??
„Der Brumm“? „Das Brummen“?
Den „Brumm“ finde ich deutlich schöner. Denkbar wäre natürlich auch etwa „die Brummung“ oder, weil’s so schön englisch aussieht „Das Brumming“
Liebe Grüße !
Dank dir, Olgu…*lach*
oder, weil’s so schön englisch
aussieht „Das Brumming“
Dafür plädiere ich auch.
Über die Entstehung munkele ich weiter:smile:)
Oft entwickeln sich ja solche Wortschöpfungen aus einer einzigen Werbung, oder so was halt…
Lieben Gruß, j.
Brummen und boomen
seit etwa 3-4 Jahren brummt ja alles, was früher mal
boomte…die Wirtschaft, der Verkauf, der Tourismus, etc.
Umgekehrt. „Brummen“ ist der gängige uralte deutsche Ausdruck. Praktisch eine Lautmalerei des geschäftigen Vibrierens.
Die Firma brummt.
Der Umsatz brummt.
Die Wirtschaft brummt. (kann global wie lokal gemeint sein)
…
„boomen“ ist ohne diese Lautmalerei der gleichbedeutende Anglizimus.
Und wie lautet die Entsprechung zu „der Boom“??
„Der Brumm“? „Das Brummen“?
Tja, da ist mir keine Substantivierung bekannt. Sonst ist das Deutsche da ja immer schnell; im Zweifelsfall mit der Verungung: Brummung.
Gruß
Stefan
Der älteste Beleg, den ich auf Google Books finden konnte, ist aus den 1970er Jahren. Ist aber vermutlich noch älter.
Servus, Stefan,
ich will mich ja nicht zu weit hinauslehnen, aber das wage ich zu bezweifeln.
Umgekehrt. „Brummen“ ist der gängige uralte deutsche :Ausdruck.
Praktisch eine Lautmalerei des geschäftigen Vibrierens.
Ich bin ja ein ein Kind der Wirtschaftswunderzeit - da müßte mir der uralte Ausdruck doch mal untergekommen sein?!
Aber zu „meiner Zeit“ florierte die Wirtschaft/Firma, sie wuchs, sie war im Aufschwung begriffen, sie war dynamisch, in anglophilen Kreisen boomte sie auch und was der positiven Ausdrücke da halt noch so waren.
Aber gebrummt hat nie was, außer die ersten Schwarzweißfernseher:smile:)
Außerdem müßte dieser uralte (btw.: was verstehst du unter „uralt“?) Begriff doch auch in den Wörterbüchern in dieser zweiten Bedeutung aufscheinen…oder? Aber von Grimm bis Duden bekomme ich immer nur die Definition dröhnen, summen, surren des tatsächlich uralten Wortes.
In den google Büchervorschauen finden sich einige Bücher (auch Wörterbücher), die brummen im Sinne von boomen definieren, die sind aber alle frühestens aus dem Jahr 2002.
Wenn du einen Beleg für deine These hast (etwa ein Text vor dem Jahre 1990…oder so) - würde mich das sehr interessieren.
Lieben Gruß, jenny
hochinteressant - danke - ich werde also weitersuchen:smile:)
Gruß, jenny
Servus,
Dafür plädiere ich auch.
ich bin für „der Bauer“, rückvergrößert vom Bäuerchen. Je nachdem, wodurch sie veranlasst sind und wovon sie getragen werden, gibts schon in den Sonntagsreden hie und da Aufschwünge, die man mit einem langanhaltenden lauten Rülpsen ganz gut beschreiben könnte.
Zur Herkunft - die in die Schublade der journalistischen Metaphorik gehören dürfte - zwei Vorschläge:
(1) vom sprichwörtlichen Bienenfleiß abgeleitet: Das Brummen in irgendwas frisch Erblühtem, z.B. Obstbaum, wenn gutes warmes Flugwetter ist. Dann wäre der Begriff wohl wenigstens zehn Jahre älter, alldieweil eine Metapher, wenn man sie einführt, auch verstanden werden muß. Das hektisch scheinende, aber wohl geordnete Herumfliegen der Immen ist allerdings ein Bild, was aus der Zeit stammt, als es in der Industrie noch Arbeiter gab.
(2) Noch ein paar Jahrzehnte älter (kommt mir aber nicht so wahrscheinlich vor): Metaphorik aus der Epoche der Transmissionsriemenantriebe, die im Leerlauf und bei niedrigen Drehzahlen eher klatschende Geräusche machen, während sie bei gleichmäßig hohen Drehzahlen eine Art vibrierendes Brummen von sich geben. Vgl. (in sehr weitem Bogen) die Metapher mit dem Transmissionsriemen aus Heyms „Fünf Tage im Juni“ - die freilich in der Hauptsache einen anderen Aspekt enthält.
Aber wissen weiß ichs nicht. Magst mal den Fritz fragen, der weiß doch solche Sachen?
Schöne Grüße
MM
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Auch servus, Martin:smile:
Zur Herkunft - die in die Schublade der journalistischen
Metaphorik gehören dürfte - zwei Vorschläge:
Beide deine Ableitungen erscheinen mir sehr einleuchtend - vor allem die dem Bienenfleiß geschuldete. Sie werden sich dennoch nicht so schnell datieren, bzw. beweisen lassen.
Darf ich aber annehmen, meine Behauptung, dass das Wort „brummen“ nicht ursprünglich (auch) die Bedeutung florieren hatte, war nicht ganz falsch - wenn ich mich auch um ein/zwei Jahrzehntln verschätzt habe?
Magst mal den Fritz fragen,
schaumermal…*lächel*
Lieben Gruß aus dem Waldviertel, jenny
Ei Hallo,
mir kommt es vor, als habe zuerst „der Laden“ gebrummt (- schon wieder ein Autor aus der DDR: Erwin Strittmatter), und später erst die Wirtschaft; und ohne die Quelle von Marcus wäre ich sicher gewesen, der Begriff sei zusammen mit Kaschmirpullovern und „Popper“-Haarschnitt erst duch die Young Urban Professionals (respektive die solche sein wollenden Adabeis) populär gemacht worden. Daß jetzt bloß noch „es“ brummt, scheint mir eine ganz neue Entwicklung, sozusagen der modischen marktwirtschaftlichen Interpretation sämtlicher conditionum humanarum geschuldet.
Der Wahrig führt dieses Brummen unter „umgangssprachlich“, es dürfte demnach in dieser Bedeutung noch nicht grad Generationen alt sein. Das andere umgangssprachliche „Brummen“ = im Häfn Sitzen wird heutzutags vermutlich bloß noch von über Vierzigjährigen verstanden. Der Kluge von 1957 führt zwar letzteres an - beschäftigt sich also immerhin auch mit den umgangssprachlichen Bedeutungen -, aber eine brummende Konjunktur kennt er (noch?) nicht.
Wenn ich dran denke, derweil habe und meine Kultusministerin es erlaubt, hör ich einmal darauf durch, was ich von Otto Reutter und Weiß Ferdl habe, die beiden sind für Vorkriegs-Umgangssprache recht ergiebige Quellen, auch der Weiß Ferdl ist im Vokabular gar nicht so ausgeprägt bairisch-volkstümlich, wie man glauben täte. Aber heut abend tummer zuerst einmal Kranzen.
Jahrzehntln
Oha, Du kannst einem aber einen Schrecken einjagen! Da hab ich doch glatt „JahrzehntIn“ mit großem I und Knacklaut gelesen und mich besonnen, ob Du beim Einwintern des Autos irgendwelche ungewöhnlichen Lösungsmittel benutzt haben könntest.
Sei gegrüßt -
MM
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Hallo,
„Der Brumm“ wird bereits in der Akustiker/Elektroniker-Sprache für ein Störgeräusch verwendet, man spricht da von Netzbrumm, wenn ein Störgeräusch von 50 Hz festgestellt wird. Also eigentlich ein negativ besetzter Begriff.
Ob da eine Verwendung wie hier eigentlich gemeint nicht auch zu Mißverständnissen führt?
Meint
Der Daimio
seit etwa 3-4 Jahren brummt ja alles, was früher mal
boomte…die Wirtschaft, der Verkauf, der Tourismus, etc.
Hallo,
normalerweise ist sind die Foren voller Klagen über unnötige Anglizismen, jetzt ersetzt mal ein deutscher Begriff einen englischen, und schon beschwert sich einer/eine…
Im übrigen stimmt die Voraussetzung nicht: dass die Wirtschaft brummt, ist mir als Begriff schon seit Schulzeiten (1960er) geläufig. Es ist bzw. war ausserdem auch naheliegend, denn damals brummte eine ausgelastete Fabrik noch wirklich und, andrer Ausdruck, der Schornstein rauchte. Beides ist heute nicht mehr der Fall, du bist da vielleicht erst im Zeitaler der lautlos gleitenden Roboter sozialisiert worden.
Gruss Reinhard
Servus, Martin,
irgendwie hab’ ich gestern vorm Abdüsen in den Bunker die abschicken-Taste verpasst - so ist mein Dank wohl im Datennirwana gelandet.
Wie immer, spannend, deine Einlassungen. Da ich mich ja nun wohl eindeutig in der Datierung geirrt habe, vielleicht liegt es ja auch an der „gemeinsamen Sprache“, die uns unterscheidet…*lächel*
Sollten deine Recherchen im süddeutschen Raum noch was ergeben - ich bin noch immer neugierig:smile:
Dank und Gruß, jenny
Hallo,
jetzt ersetzt mal ein deutscher Begriff einen
englischen, und schon beschwert sich einer/eine…
Wo hab’ ich mich denn beschwert? Ich will doch nur - zumindest für mich - wissen, seit wann ein Wort in einem bestimmten Kontext anders gebraucht wird, als es die meisten Wörterbücher auch heute noch angeben.
du bist da vielleicht erst im Zeitaler
der lautlos gleitenden Roboter sozialisiert worden.
Nööö…ich sagte ja bereits…ich bin ein Kind der Wirtschaftswunderjahre…Mitte der 60er war ich mit der Schule fertig und es begann eine neue Lernphase.
Aber egal: Ihr habt mir ja schon alle gesagt, dass - zumindest in Deutschland - der Begriff „brummen“ (für boomen) bekannt war.
Daher Dank auch dir und Gruß, jenny
Hallo, Schennerl,
also bereits 1983 gab es zumindest ein negatives Brummen (DÖF - Joesi Prokopetz, Manfred O. (Fredi) Tauchen, Annette Humpe und Inga Humpe.)
„I steh in der Költ’n und woat auf a Taxi, oba es kummt net.
(Kummt net, kummt net)
I woat auf des Brummen von am Mercedes Diesel, oba es brummt net (Brummt net, brummt net).“
Blah
Hallo, Schennerl,
ein grinsendes Servus dir:smile:
„I steh in der Költ’n und woat auf a Taxi, oba es :kummt net.
(Kummt net, kummt net)
I woat auf des Brummen von am Mercedes Diesel, :oba es brummt net (Brummt net, brummt net).“
Naja, aber das ist ja das „klassische“ Brummen, und nicht das boomen/brummen…*lach*
Wobei ich ja finde, die Diesel meiner Jugend haben nie gebrummt, sondern nur g’naglt. Die Vierlitersechszylinder, die haben 'brummt! So a Impala war a echter Brummer:smile:)
nostalgischer Gruß, jenny
Moin, jenny,
Die Vierlitersechszylinder, die
haben 'brummt! So a Impala war a echter Brummer:smile:)
ganz schüchterner Widerspruch: Den Impala kenne ich nur als V8, und die brummen nicht, sondern brabbeln.
Nebenbei gesagt, ich meine ebenfalls, dass brummen keine Neuschöpfung ist. „Das Geschäft brummt“ hieß es schon in meiner Juchent (vor vielen hundert Jahren) - vielleicht war es zwischendurch in Vergessenheit geraten.
Gruß Ralf
Pardon 
ganz schüchterner Widerspruch: Den Impala kenne ich nur als
V8
danebengelangt - V6 gab es natürlich. Die lassen wir gerne brummen, im Gegensatz zu den Italienern, die schnurren nämlich 
Gruß Ralf
völlig ot
Servus, Ralf:smile:)
ganz schüchterner Widerspruch: Den Impala kenne ich :nur als V8
danebengelangt - V6 gab es natürlich
Da hätt’ ich mit dir auch bis zum St. Nimmerleinstag gestritten…*lach*…als Oltimerfahrerin
… …im Gegensatz zu den Italienern, die schnurren :nämlich
wenn sie nicht gerade zicken…*grinzz*
Lieben Gruß, jenny