Hallo !
Vielleicht kennt jemand folgende Erscheinung :
Wenn man mit dem Finger über das Gehäuse eines Elektrogerätes streicht (Lampenschirm, Verstärkergehäuse), gibt es ein leichtes Vibrieren. Das Gehäuse selbst vibriert nicht und es geht nur, wenn der Strom eingeschaltet ist und man den Finger bewegt. Auch geht es längst nicht mit jedem Gerät.
Wie kommt das zustande ?
Jochen
Magnetisch, Magnetostriktion
Hallo Jochen,
das sind die üblichen beiden Möglichkeiten, wenn kein Motor oder anderes Bewegtes darinnen ist.
Magnetisches Vibrieren - Trafo-Wechselfeld wirkt auf Blech ein
Magnetstriktion - Trafo brummt selbst, verändert sein Volumen im Takt des Wechselfeldes.
Gruß
Stefan
Anders
Hallo !
Bei beiden Möglichkeiten müsste man die Vibration auch ohne Bewegung der Fingerspitze spüren.
Was ich meine, ist eine Vibration, die nur bei Bewegung auftritt.
Jochen
Hallo !
Bei beiden Möglichkeiten müsste man die Vibration auch ohne
Bewegung der Fingerspitze spüren.
Was ich meine, ist eine Vibration, die nur bei Bewegung
auftritt.
Hallo Jochen,
genau so ist es, ich weiß was Du meinst.
Das Gehäuse vibriert zwar, aber so minimal, dass man es bei ruhig aufgelegtem Finger nicht spürt. Der bewegte Finger unterliegt bei seiner Bewegung auf der Oberfläche aber der trockenen Reibung mit dem sogen. ‚stick-slip‘-Effekt. Das heißt: Unterschiedliche Haft- und Gleitreibung bewirken ein Rucken in der Bewegung. Diese Erscheinung wird durch die Mikrovibration sehr stark beeinflusst. Haft- und Gleitreibung wechslen jetzt ständig. Bei höheren Vibrationsfrequenzen merkt man das nicht mehr. Diesen Effekt nutzt man in der Technik aus, um in mechanischen Systemen mit hoher Dynamik die Haftreibung zu minimieren (z.B. hydraulische Proportionalventile). Dazu setzt man solche Systeme einem sogen. ‚Dither-Signal‘ von etwa 800 - 1000 Hz aus.
Das Fingerklopfen auf das Barometer hat den gleichen Zweck!
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
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Hallo Jochen,
Vielleicht kennt jemand folgende Erscheinung :
Wenn man mit dem Finger über das Gehäuse eines Elektrogerätes
streicht (Lampenschirm, Verstärkergehäuse), gibt es ein
leichtes Vibrieren. Das Gehäuse selbst vibriert nicht und es
geht nur, wenn der Strom eingeschaltet ist und man den Finger
bewegt. Auch geht es längst nicht mit jedem Gerät.
Genau, es funktioniert nicht bei geerdeten Geräten und auch nur dann, wenn eine ausreichend große Kapazität zwischen Netzleitung und Gehäuse besteht.
Wie kommt das zustande ?
Der Effekt kommt durch elektrostatische Felder und Entladungen zustande. Metallgehäuse nicht geerdeter Elektrogeräte werden durch die Kabelkapazitäten des Netzkabels auf eine Wechselspannung von 100-150 Volt „aufgeladen“. Wenn Du nun mit der Haut an das Metall kommst, besonders gut funktioniert es mit der dünnen Haut auf den Fingerrückseiten, entsteht in der dünnen isolierenden Hornhaut zwischen dem Metall und den leitfähigen lebenden Hautschichten eine sehr hohe elektrische Feldstärke, die bei dieser Spannung auch zum Durchschlag der Hornhaut führt. Dabei fließen winzige Entladeströme und das Feld baut sich im 50-Hz-Takt auf und ab. Ob die Nervenzellen in der Haut nun mehr auf die Entladungen oder auf die vibrierenden elektrostatischen Kräfte reagieren wäre noch eine Untersuchung wert.
Dass der Effekt nur bei Bewegung auftritt läßt sich auch leicht erklären: Ist die Hornhaut an einer Stelle durchgeschlagen, entsteht dort eine dauerhafte elektrische Verbindung zwischen Metall und Hand. Da die Ströme nur sehr schwach sind, kann sich keine Spannung mehr aufbauen und es gibt keinen Effekt mehr. Beim Bewegen der Hand wird die Verbindung zwischen Metall und Hand aber sofort wieder auseinandergerissen und so kann sich die Spannung wieder aufbauen.
Jörg