Wir bauen einen mittelalterlichen Schachtbrunnen aus Holz nach archäologischen Befunden (13./14.Jh., Norddeutschland) nach. Kann mir jemand sagen, was für eine Abdeckung ich mir über der Winde vorzustellen habe? Ziegeldach, Bretterdach, Schindeldach … Welche Form?
Leider geben die Bildquellen, die ich gesichtet habe, dazu nicht viel her.
Herzlichen Dank, Stefan
Hi,
bei den Archäologischen Befunden müssten ja bei einer vorhandenen Überdachung zumindest die Reste der Fundamente oder Stützen vorhanden sein.
aus denen könnte man annähernd das Gewicht ermitteln.
Ich würde es auch davon abhängig machen. Ob der Brunnen auf einem Bauernhof, einem öffentlichen Platz einer Stadt oder auf einem Schloss oder einer Burg stand.
Die Anforderungen (Regenschutz, Zugangsschutz, Kosten vs .Repräsentation, Dauerhaftigkeit, Beschussicherheit) sind unterschiedlich.
Ich würde so vorgehen:
- alle Materialien ausschließen, die an dem Ort und zuder Zeit nicht generell üblich waren
- im Bäuerlichen Bereich eher Reed/Stroh, Schindeln oder auch nur ein hölzerner Deckel auf der Öffnung. Im städtischen Bereich Schindeln, in Norddeutschland auch Ziegel. Bretter eher nicht, da damals aufwendig herzustellen und nicht gut gegen Verrottung zu schützen.
Im Herrschaflichen Bereich gabe es alles vom ummauerten Schacht mit Deckel bis zum aufwendigen Brunnenhaus mit Ziegeldeckung, Fenstern und Tor und integriertem Pferdegöpel.
A.
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hallo stefan,
setz dich doch mal mit http://www.dueppel.de in verbindung, der website eines mittelalterlichen dorfes in berlin. dort sind scharen von wissenschaftlern und hobbyarchäologen dabei, fragen wie deine zu klären.
schöne grüße
ann