natürlich ist das, was in TV-Serien gezeigt wird, in der Regel medizinischer Blödsinn (Defibrillieren bei Asystolie und so weiter). Beruht aber im entferntesten auf irgendwelchen, meist (absichtlich) falschinterpretierten Tatsachen.
In einer Episode der Serie „Heroes“ wird einer jungen Dame der Brustkorb geöffnet nachdem sie, bedingt durch einen septischen Schock, in eine Asystolie gefallen ist. Darauf hin wird am offenen Herzen defibrillier.
Ich fand das so genial (achtung Ironie) weswegen ich mal gegoogelt habe. So wirklich schlau bin ich nicht geworden.
Also wie kamen denn die Produzenten der Serie auf die Idee den Brustkorb zu öffnen? Wo soll denn da der Zusammenhang zu einem septischen Schock sein?
Wird oder wurde überhaupt jemals bei kardiologisch bedingten Notfällen der Brustkorb komplett geöffnet?
In einer Episode der Serie „Heroes“ wird einer jungen Dame der
Brustkorb geöffnet nachdem sie, bedingt durch einen septischen
Schock, in eine Asystolie gefallen ist. Darauf hin wird am
offenen Herzen defibrillier.
Ist natürlich Blödsinn. Wenn man im Rahmen eines septischen Schocks einen Herzstillstand erleidet, ist gewöhnlich ohnehin der Ofen aus.
Eine Brustkorböffnung zur Defibrillation ist ein Witz.
Die Defibrillation nützt ohnehin nur bei Kammerflimmern, bei einer Asystolie nutzt sie gar nichts.
Massage am offenen Herzen - nun, Sauerbruch hat das hier und da mal gemacht, aber der Nachschub an Sauerbruchs ist sehr begrenzt.
Ich fand das so genial (achtung Ironie) weswegen ich mal
gegoogelt habe. So wirklich schlau bin ich nicht geworden.
Also wie kamen denn die Produzenten der Serie auf die Idee den
Brustkorb zu öffnen? Wo soll denn da der Zusammenhang zu einem
septischen Schock sein?
Diese direkte Herzmassage wird nur dann ausgeführt, wenn der Brustkorb aus anderen Gründen bereits offen ist (beispielsweise bei der Anlage eines Bypass.
Wird oder wurde überhaupt jemals bei kardiologisch bedingten
Notfällen der Brustkorb komplett geöffnet?
Man könnte, und in einigen Fällen wäre es wünschenwert (etwa wenn bei einem Herzinfarkt die Fäden der Mitralklappe reißen).
Aber man hat keine Zeit dazu.
Dass das alles Blödsinn ist war mir schon klar, ich frag mich
halt wie die Produzenten überhaupt auf die Idee gekommen sind
das einzubauen…
Frag ich mich auch. Die als relativ realitätsnah bezeichnete Serie „E.R.“ kam auch nicht ohne mindestens eine Brustkorböffnung pro Folge aus. Immerhin wurde dort nur beim Flimmern geschockt, nicht bei Asystolie. Asystolie kommt in dieser Serie grundsätzlich nach 42min Reanimation vor und ist dann der Grund, dass einer der Ärzte „Zeitpunkt des Todes“ sagt.
Soviel zu Realität und Fernsehen.
Es muss halt krachen, blinder Aktionismus ist das, was der Zuschauer sehen will. Offenes Herz? Super, mehr davon… Und gleich danach ne explorative Laparotomie in der Notaufnahme…
Wie bereits erwähnt, ich war nur neugierig obs da irgendeine medizinische Betrachtungsweise gäbe die den Aktionismus der Produzenten erklären würde.
Z.b. das schon erwähnte Defibrillieren bei Asystolie ist ja garnicht zwangsläufig soweit hergeholt. Auch wenn es aus heutigem Standpunkt Unfug ist.
Ich hab irgendwie auch im meinem Hinterkopf abgespeichert dass zu Beginn der Elektroschocktherapie vor allem in den USA auch eine Asystolie geschockt wurde … Ich weiß aber nicht mehr wo ich das aufgeschnappt habe.
Frag ich mich auch. Die als relativ realitätsnah bezeichnete
Serie „E.R.“
ich habe mich schon immer gefragt was an einer Serie realitätsnah ist, in der gefühlt pro Staffel mindestens eine Geiselnahme vorkommt und die KEINE Krimiserie ist…
SCNR
shauri
Ich hab irgendwie auch im meinem Hinterkopf abgespeichert dass
zu Beginn der Elektroschocktherapie vor allem in den USA auch
eine Asystolie geschockt wurde … Ich weiß aber nicht mehr wo
ich das aufgeschnappt habe.
Eine der älteren E.R. Folgen. „Laden auf 200“ - „Wir schocken doch keine Asystolie mehr!“ - „Das ist ein feines Flimmern.“
Kein Witz, ich erinnere mich an einen solchen Dialog.
habs einmal erlebt
hi,
…das war bei Kapstadt im Tygerberg-Hospitaal. War ein Schwarzer, der im ortsüblichen Nahkampf nach Messerstich kollabierte. Der kam im Schock zu uns. Der bulgarische Chirurg sah die einzige Chance in einer heroischen Blitzthorakotomie, um die Blutungsstelle zu lokalisieren. Die war dann ein Pulmonalgefäß. Da wurde dann erst versucht zu nähen, dann ultima ratio mäßig am offenen Herzen Druckmassage gemacht, gestorben ist er trotzdem gleich. Seitdem geh ich NIE wieder mit Privatschuhen in Notaufnahmen oder ähnliche Etablissements. Hat mir nämlich mitten rein Blut getropft. Die Erfahreneren gingen immer in Gummistiefeln.