Brustkrebs ohne Folgebehandlung nach OP

Hi,

habe eine „erfolgreiche“ brusterhaltende OP eines invasiven lobulären Brustkrebses hinter mir. Wächterknoten waren nicht befallen, auch nicht Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere. Das Ergebnis der Knochenzintigraphie steht noch aus, ebenfalls ein Gespräch über die Folgebehandlung ob nun Chemo, Bestrahlungen, Hormontherapie.

Über diesen speziellen Brustkrebs habe ich im Internet schon erfahren, dass er „nicht strahlensensibel“ ist (ich nehme an, Bestrahlungen sind wirkungslos?). Übrig blieben - theoretisch - Chemo oder Hormontherapie.

Nun bin ich als Laie der Auffassung, dass jetzt, wo „das Ding“ entfernt worden ist, doch alles wieder „in Ordnung“ ist. Warum soll ich nun mein Immunsystem durch eine u.U. mit schweren Nebenwirkungen belastete Chemotherapie in den Keller fahren lassen? Und: Wozu Hormone, was sollen die bewirken?

Summa summarum: Ich bin eigentlich entschlossen, jegliche Nachfolgebehandlung abzulehnen. Leider finde ich über mögliche Folgen nichts im Internet. Da steht nur alles mögliche über Chancen/Risiken der einzelnen Therapien, nichts aber darüber, was passiert, passieren kann, wenn man sie einfach unterlässt.

Kann mir jemand was dazu sagen?

Würde mich freuen.

Anja

Liebe Anja!

habe eine „erfolgreiche“ brusterhaltende OP eines invasiven
lobulären Brustkrebses hinter mir. Wächterknoten waren nicht
befallen, auch nicht Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere. Das
Ergebnis der Knochenzintigraphie steht noch aus, ebenfalls ein
Gespräch über die Folgebehandlung ob nun Chemo, Bestrahlungen,
Hormontherapie.

Erstmal freu ich mich für dich, dass das Schlimmste soweit überstanden ist (wenn man das so sagen kann).

Über diesen speziellen Brustkrebs habe ich im Internet schon
erfahren, dass er „nicht strahlensensibel“ ist (ich nehme an,
Bestrahlungen sind wirkungslos?).

sensibel = empfinllich, deshalb „nicht strahlensensibel = nicht empfindlich gegenüber Strahlen“; die können ihm also nix anhaben.

Übrig blieben - theoretisch

  • Chemo oder Hormontherapie.

Nun bin ich als Laie der Auffassung, dass jetzt, wo „das Ding“
entfernt worden ist, doch alles wieder „in Ordnung“ ist. Warum
soll ich nun mein Immunsystem durch eine u.U. mit schweren
Nebenwirkungen belastete Chemotherapie in den Keller fahren
lassen? Und: Wozu Hormone, was sollen die bewirken?

Ich bin kein Arzt, aber meine Kollegin hat in den letzten 7 Jahren 3x Brustkrebs gehabt und aus dieser Erfahrung kann ich folgendes berichten:

  • durch das Herausschneiden konnten möglicherweise nicht 100% aller Krebszellen entfernt werden (bspw. kleinste Metastasen). Deshalb ne anschl. Chemo. (Bei meiner Kollegin gab es erst Chemo, damit der Tumor kleiner wird. Dann wurde insges. 4 x geschnitten, bis er weg war, auch kein Zuckerschlecken).
  • die Tumoren meiner Kollegin haben sich von bestimmten Hormonen ‚ernährt‘ und konnten durch die ‚Gegenhormone‘ quasi ausgehungert werden.

Summa summarum: Ich bin eigentlich entschlossen, jegliche
Nachfolgebehandlung abzulehnen. Leider finde ich über mögliche
Folgen nichts im Internet. Da steht nur alles mögliche über
Chancen/Risiken der einzelnen Therapien, nichts aber darüber,
was passiert, passieren kann, wenn man sie einfach unterlässt.

Kann mir jemand was dazu sagen?

Was ich noch wei?: Jede Chemo wirkt selbst kanzerogen, d.h. dass du möglicherweise in ein paar Jahren neue Tumoren bekommst, die die Chemo ausgelöst hat. Oft betreffen diese dann Knochen.

Mein Psychotherapeut hat mir ziemlich plausibel erklärt, welche psychosomatischen Hintergründe der Krebs bei meiner Kollegin hat. Ich persönlich glaube, dass Krankheiten immer eine psychische Komponente haben und wäre insofern immer bereit, alternative Heilmethoden in Erwägung zu ziehen. Vor allem seit ich eine Patientin meines Therapeuten kenne, die ein Pankreaskarzinom überlebt hat - was in den Augen ihrer Ärzte unmöglich erschien.

Ich glaube aber auch, dass es sehr schwierig ist sich ein Urteil zu bilden - umso schwerer, wenn man betroffen ist.

Hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Ich drücke dir sehr die Daumen, denn ich mag dich und lese deine Beiträge sehr gerne.

Liebe Grüße
von der
Flaschenpost

Es gibt keine 100%ige Sicherheit das der Tumor ganz entfernt wurde! Ist nur eine Zelle im Körper verblieben kann diese metastasieren, deshalb die Chemotherapie um wirklich ganz sicher zu sein. Es ist natürlich ganz allein deine Entscheidung was du tust. Aber es wäre schade jetzt nachdem der tumor, nehme ich an, in einem frühen Stadium entfernt wurde nicht ganz auf nummer sicher zu gehen.
Gruß lisa

Brustkrebs ohne Folgebehandlung nach OP
Hi,
es geht in der (Nach-)Behandlung trocken gesagt um Wahrscheinlichkeiten.
Es kann sein, dass alle fiesen Zellen raus sind. Dann wird eine wie auch immer geartete Folgebehandlung umsonst sein. Im anderen Falle sagt die Erfahrung aus vielen Studien, dass Chemotherapie bzw. Hormonrezeptortherapie diese Zellen platt machen bzw. geraume Zeit in Schach halten können.
Bis Du mutig und sagst, ich glaube, dass ich gesund operiert wurde, kannst du recht haben, sagen wirds keiner können. Erst die Zeit gibt dir eine gewisse Antwort, wenn Du gesund bleibst. Kommt der Krebs wieder, kanns an deiner Therapieablehnung liegen oder daran, dass der Krebs aggressiv ist (und evtl. ohnehin weiter gewachsen wäre)
Diese Entscheidung bleibt bei Dir hängen. Vielleicht kann Dir ein Gynäkologicus die Wahrscheinlichkeit für Deine Situation nennen, dafür brauchts viel mehr Details als die genannten.

pp

Danke für Eure Rückmeldungen! owT