Liebe Anja!
habe eine „erfolgreiche“ brusterhaltende OP eines invasiven
lobulären Brustkrebses hinter mir. Wächterknoten waren nicht
befallen, auch nicht Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere. Das
Ergebnis der Knochenzintigraphie steht noch aus, ebenfalls ein
Gespräch über die Folgebehandlung ob nun Chemo, Bestrahlungen,
Hormontherapie.
Erstmal freu ich mich für dich, dass das Schlimmste soweit überstanden ist (wenn man das so sagen kann).
Über diesen speziellen Brustkrebs habe ich im Internet schon
erfahren, dass er „nicht strahlensensibel“ ist (ich nehme an,
Bestrahlungen sind wirkungslos?).
sensibel = empfinllich, deshalb „nicht strahlensensibel = nicht empfindlich gegenüber Strahlen“; die können ihm also nix anhaben.
Übrig blieben - theoretisch
- Chemo oder Hormontherapie.
Nun bin ich als Laie der Auffassung, dass jetzt, wo „das Ding“
entfernt worden ist, doch alles wieder „in Ordnung“ ist. Warum
soll ich nun mein Immunsystem durch eine u.U. mit schweren
Nebenwirkungen belastete Chemotherapie in den Keller fahren
lassen? Und: Wozu Hormone, was sollen die bewirken?
Ich bin kein Arzt, aber meine Kollegin hat in den letzten 7 Jahren 3x Brustkrebs gehabt und aus dieser Erfahrung kann ich folgendes berichten:
- durch das Herausschneiden konnten möglicherweise nicht 100% aller Krebszellen entfernt werden (bspw. kleinste Metastasen). Deshalb ne anschl. Chemo. (Bei meiner Kollegin gab es erst Chemo, damit der Tumor kleiner wird. Dann wurde insges. 4 x geschnitten, bis er weg war, auch kein Zuckerschlecken).
- die Tumoren meiner Kollegin haben sich von bestimmten Hormonen ‚ernährt‘ und konnten durch die ‚Gegenhormone‘ quasi ausgehungert werden.
Summa summarum: Ich bin eigentlich entschlossen, jegliche
Nachfolgebehandlung abzulehnen. Leider finde ich über mögliche
Folgen nichts im Internet. Da steht nur alles mögliche über
Chancen/Risiken der einzelnen Therapien, nichts aber darüber,
was passiert, passieren kann, wenn man sie einfach unterlässt.
Kann mir jemand was dazu sagen?
Was ich noch wei?: Jede Chemo wirkt selbst kanzerogen, d.h. dass du möglicherweise in ein paar Jahren neue Tumoren bekommst, die die Chemo ausgelöst hat. Oft betreffen diese dann Knochen.
Mein Psychotherapeut hat mir ziemlich plausibel erklärt, welche psychosomatischen Hintergründe der Krebs bei meiner Kollegin hat. Ich persönlich glaube, dass Krankheiten immer eine psychische Komponente haben und wäre insofern immer bereit, alternative Heilmethoden in Erwägung zu ziehen. Vor allem seit ich eine Patientin meines Therapeuten kenne, die ein Pankreaskarzinom überlebt hat - was in den Augen ihrer Ärzte unmöglich erschien.
Ich glaube aber auch, dass es sehr schwierig ist sich ein Urteil zu bilden - umso schwerer, wenn man betroffen ist.
Hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen. Ich drücke dir sehr die Daumen, denn ich mag dich und lese deine Beiträge sehr gerne.
Liebe Grüße
von der
Flaschenpost