Brustultraschall zusätzlich zur Vorsorge sinnvoll?

Liebe Experten,

meine Frauenärztin hat mir (38 Jahre) empfohlen, zusätzlich zur Krebsvorsorge einen Brustultraschall durchführen zu lassen. Dieser soll u.a. zur Feststellung der Gewebestruktur dienen, um so herauszufinden, ob später Mammografien sinnvoll sind, da diese im Falle eines sehr dichten Brustgewebes nicht sehr aussagekräftig seien.

Die Untersuchung soll 45 min. dauern und 100 Euro kosten. Da das für mich viel Geld ist, frage ich mich, ob diese Untersuchung tatsächlich sinnvoll ist. Im Prinzip stehe ich der Sache positiv gegenüber und bin auch bereit, das Geld zu investieren, da ich es sinnvoll fände, im (hoffentlich) noch gesunden Zustand sozusagen den Status quo ermitteln zu lassen.

Was meint ihr dazu?

Im Voraus vielen Dank!

Liebe Grüße
Gwen

Hi,

bist du in einer speziellen Risikogruppe? Gab es gehäuft Fälle von Brustkrebs oder Ovarialkrebs in deiner Familie?

Allgemein gesprochen: Mammographien macht man deswegen ab einem bestimmten Alter der Frau, weil vorher das Drüsengewebe so dicht ist, dass es im Röntgenbild die Knötchen überlagert. Da du noch ein paar Tage von der 50 auf dem Geburtstagskuchen entfernt bist, wirst du mit ziemlicher Sicherheit jetzt sowieso noch so dichtes Drüsengewebe haben, dass eine Mammographie von vorneherein unsinnig ist. Das kann man auch orakeln, ohne dass man dafür extra den Schallkopf drauf halten müsste.
Ob die Ärztin allerdings noch andere Gründe für ihren Vorschlag hat, kann ich dir nicht sagen. Im Zweifel noch einmal ansprechen.

Grüße
Liete

Hallo,

wäre sie in einer Risikogruppe oder gäbe es berechtigte Befürchtunge, dass sie Brustkrebs hat zahlt die Untersuchung aber die Krankenkasse!

Insofern halte ich das Angebot des Frauenarztes für Geldmacherei.

Grüße

Hallo !

Ultraschall kenne ich nur als Kassenleistung, gehört dazu. Ich würde mal eine zweite ärztliche meinung einholen.

Grüße !

Brustultraschall zur Vorsorge ist eine IGeL Leistung - u.a auch, weil wohl die Aussagekraft angezweifelt wird.

Hallo Liete,

vielen Dank für deine Antwort!

Die Ärztin meinte nur, sie müsste mich auf das leidige Thema IGeL-Leistungen hinweisen und stellte mir einige Untersuchungen vor, von denen für mich aber allenfalls der Ultraschall relevant ist.

Familiär vorbelastet bin ich nicht, allerdings bin ich stark übergewichtig, was das Brustkrebsrisiko ja auch erhöht (das nannte sie aber nicht als Grund).

Ich wurde von der Ärztin nicht unter Druck gesetzt oder bedrängt, ich hatte eher den Eindruck, dass sie mich informieren wollte.

Liebe Grüße
Gwen

Servus Liete,

also danach:

http://europepmc.org/abstract/MED/18267357

ist es wohl nicht völlig abwegig, oder?

Hier:

http://www.nationalbreastcancer.org/breast-ultrasound

wird, nach meinem Verständnis, ein ungeklärter klinischer Befund vorausgesetzt.

Magst Du vllt. darauf noch einmal eingehen?

Gruß

Kai Müller

Moin Kai:smile:

Hier:
http://www.nationalbreastcancer.org/breast-ultrasound

wird, nach meinem Verständnis, ein ungeklärter klinischer
Befund vorausgesetzt.

Das lese ich auch so, dass man vorher irgendwas Verdächtiges getastet haben muss. Das erhöht dann natürlich auch den positiven prädiktiven Wert.

also danach:

http://europepmc.org/abstract/MED/18267357

ist es wohl nicht völlig abwegig, oder?

Interessante Studie!
Ich frage mich bloß, warum es negative Mammografien gab. Wenn es einen tastbaren Befund gab, ist es sinnig, so etwas durchzuführen. Aber so junge Frauen der Strahlenbelastung für eine Studie auszusetzen, um zu gucken, ob man auch wirklich nichts erkennt, finde ich fragwürdig. In dem Alter wäre bei Hochrisikopatientinnen primär ein Sono oder ggf. sogar MR vielleicht zielführender und weniger risikobehaftet. Ob ein Kontrastmittel-CT sinnig ist, gucke ich noch mal nach.
Prüfungsbedingt komme ich gerade leider nicht dazu, mir den ganzen Artikel durchzulesen; gern später, wenn ich es nicht vergessen haben werde.

Kurz am Rande erwähnt: 75% der Brustkrebspatientinnen sind zwischen 50 und 69 Jahre alt. Wenn sie jünger sind, ist oft eine positive Familienanamnese zu erwarten.

Grüße
Liete

Hallo zurück,

habe letztes Jahr von meinem Frauenarzt eine Mammografie und eine Sonografie überwiesen bekommen, weil er trotz meinem zarten Alter von 46 Jahren (*fg) durch zu festes Gewebe nichts tasten konnte.

Entweder die Frauensärztin hat medizinische Gründe dafür (dann auf Krankenkasse) oder sie will Geld machen …(meine Meinung).

Gruss
Quirli