Brutpflegegefühle

Hi,

in 2 Wochen wir meine Frau ihr Studium wieder aufnehmen und wir geben dann unsere Tochter (8 Mon.) für 3 Tage pro Woche (je ca. 8 Stunden) bei einer Pflegemama ab. Und genau das macht uns beiden Kummer, es stellt sich irgednwie kein „gutes“ Gefühl dabei ein, die Kleine „wegzugeben“. Wenn ich mich jetzt so beobachte…weiss ich nicht, ob da was dahinter steckt oder ist das nur ein Gefühl. Sachlich spricht nichts dagegen, wir kennen die Pflegemama seit 2 Jahren als sorgfältige und überlegte, vertrauenswürdige Person. Aber kriegt das unserer Kleine auf den Schirm ? Woran merkt man, wenn´s nicht funktioniert ? Macht man da was „kaputt“ ? Ist es zu früh für eine Betreuung ? Wird sie sich alleingelassen fühlen ? Ihr seht, uns fehlen jegliche Erfahrungswerte, und irgendwie finde ich unser Herumglucken schon irgendwie komisch. aber was soll´s so isses nun einmal, und ich würde gerne ein paar Erfahrungswerte / Einschätzungen hören. Seid schonmal bedankt, es grüsst euch
…der Peter :smile:

Hallo Peter,

in 2 Wochen wir meine Frau ihr Studium wieder aufnehmen und
wir geben dann unsere Tochter (8 Mon.) für 3 Tage pro Woche
(je ca. 8 Stunden) bei einer Pflegemama ab. Und genau das
macht uns beiden Kummer, es stellt sich irgednwie kein „gutes“
Gefühl dabei ein, die Kleine „wegzugeben“.

Ihr gebt euer Kind nicht „weg“, sondern eine begrenzte Zeit in gute Hände.

Sachlich spricht nichts dagegen, wir
kennen die Pflegemama seit 2 Jahren als sorgfältige und
überlegte, vertrauenswürdige Person.

Und habt euch offensichtlich auch gut darauf vorbereitet, falls nicht nur ihr, sondern auch eure Tochter die Tagesmutter gut kennt.

Aber kriegt das unserer
Kleine auf den Schirm ? Woran merkt man, wenn´s nicht
funktioniert ? Macht man da was „kaputt“ ? Ist es zu früh für
eine Betreuung ? Wird sie sich alleingelassen fühlen ? Ihr
seht, uns fehlen jegliche Erfahrungswerte, und irgendwie finde
ich unser Herumglucken schon irgendwie komisch. aber was
soll´s so isses nun einmal, und ich würde gerne ein paar
Erfahrungswerte / Einschätzungen hören. Seid schonmal bedankt,

Erwahrungswerte gibt es unter den „Kindern“, die heute so 22-24 Jahre alt sind, vermutlich zuhauf. Damals war der Erziehungsurlaub noch auf ein halbes Jahr begrenzt, so dass bei Fortführen eines Beschäftigungsverhältnisses danach die „Fremdbetreuung“ griff. Ich habe meinen Neffen (heute 23) mit einem halben Jahr übernommen. Er heutle zwar jeden Morgen und jeden Nachmittag während der „Übergabe“, als fühle er sich von aller Welt verlassen, aber sobald Mutter außer Sichtweite war, lief alles bestens.

Guter Kontakt auch weiterhin zu der Tagesmutter sowie viel Zeit trotz Studiums und Arbeit (oder was auch immer Dich von der Kinderbetreueung abhält) ist natürlich wichtig.

Gruß, Karin

Zu früh ist es sicher nicht, eher fast zu spät, weil viele Kinder mit 8 Monaten anfangen, zu fremdeln, könnte (muss aber nicht) Probleme geben.
Aber lass Dir von einer erfahrenen Babysitterin sagen: Dem Kind tut das nix! Wenn sie nicht immer hin- und hergereicht wird, sonder mit der Tagesmutter einfach nur eine weitere Bezugsperson hat, schadet ihr das gar nicht. Im Gegenteil, so wird sie nicht zum Mama-Kindchen, die sich nachher zu niemandem hintraut.
Die Kinder, die ich betreut habe (und teilweise noch betreue) haben keinen Knacks weg, und wenn Ihr die Tagesmutter auch noch kennt, ist es doch perfekt.
Der Abnabelungsprozess wird sicher vorwiegend Euch als Eltern schwerfallen, aber keine Sorge, wird Euch bestimmt allen mal ganz gut tun, und sobald Ihr Euch dran gewöhnt habt, fragt Ihr Euch, wie es vorher ohne ging (jedenfalls bekomme ich das immer von den Eltern „meiner“ Kinder zu hören).
Cess

fremdbetreuung ?!
hallo peter,

wir (ich, 28, mein freund, 33 und unser kleiner dicker, 3 1/2)
haben ganz tolle erfahrungen mit einer tagesmama gemacht.
der kleine kam mit einem halben jahr zum ersten mal in „fremdbetreuung“, weil wir unsere uniabschlüsse machten. wir haben heute noch kontakt zu der tagesmama, obwohl wir längst umgezogen sind.
ich hatte sogar immer das gefühl, meinem kleinen ein derartiges entertainment nicht bieten zu können. er hatte von anfang an kontakt zu anderen kindern und ist wirklich mehr als liebevoll gepflegt worden.

ich glaube, das schwierigste ist, den vorbehalten seiner umgebung standzuhalten :wink:) nach dem motto: „da kriegt das kind doch was ab…“
zu allem „überfluß“ kam der kleine dann mit einem jahr in die krippe, weil wir beide sofort nach dem studium einen job gefunden haben. das war bisher eigentlich sogar die beste zeit!

wir mussten uns eigentlich ständig anhören, dass die ersten jahre die wichtigsten sind, das wir mit einem gehalt auch auskämen etc. pp
ob wir wirklich erziehungsurlaub nehmen wollten, hat eigentlich niemanden interessiert.

ich selbst war bis zum kindergartenalter auch bei einer tagesmama, übrigens ist die die „fremdbetreuung“ sogar recht üblich. der kleine, feine unterschied liegt wohl meist nur darin, dass die betreuungsperson die oma o.ä. ist, also das ist scheinbar akzeptiert.

was letztlich zählt, ist einfach nur, wie es euch beiden geht. glaubt mir, das kind wird euch entspannter sehen, wenn ihr versucht, uni und erziehung unter einen hut zu bringen, auch wenn’s manchmal stressig ist. was schlimmeres kann man sich selbst und dem nachwuchs nicht antun, als (unzufrieden) klassische rollen zu erfüllen, so zumindest meine meinung.

jetzt da unser kind im kindergarten ist, werden wir wenigstens nicht mehr blöd und mitleidig von der seite angesehen:wink:
aber mir war das ehrlich gesagt nie so wirklich wichtig, wie uns unsere umgebung beurteilte.

ich hab’s nie bereut und würd’s wieder machen. ach ja, unser bub ist sozial wie entwicklungstechnisch voll auf der höhe, ich bin mächtig stolz auf ihn!

wenn du näheres zu krippenkosten, ablauf etc. wissen willst, sag’ einfach noch einmal bescheid.