Bse-schnelltest

hi.

hab ich doch heut im radio gehört, die bse-schnelltests werden einfach umgangen, indem die bauern ihre rinder net in deutschland, sondern z.b. in holland schlachten lassen. is ja ne tolle sache! frage: isses für die wirklich sooooooooooo viel billiger, die kühe nach holland zu fahren, anstatt in deutschland nen bse-test zu machen? oder haben sie angst, daß ihre rinder bse-verseucht sind?

gruß

michael

Hallo Michael,

„die Bauern“ schlechthin sind es (hoffentlich!) nicht, die so unendlich dämlich und ignorant handeln. Sägen sie doch am Ast, auf dem die ganze Branche sitzt. Geldgier, Gleichgültigkeit gegenüber dem Kunden ist die eine Seite. Mißachtung der Kreatur kommt noch dazu. Damit sich die Sache rechnet, muß man einen Tiertransporter richtig vollstopfen.

Wenn die Nachricht zutrifft, müssen eine ganze Reihe von Leuten daran beteiligt sein, Bauern, Veterenäre, Spediteure, Fahrer, beliebig viele Mitwisser. Sie alle handeln legal und tun für ein paar Scheine buchstäblich alles. Der LKW-Fahrer bekommt von seinem Chef die Order und fragt nicht lange. Der Spediteur sagt, daß er er einen Auftrag hat. Kunde zahlt und dann wird’s gemacht. Punkt. Der Bauer sagt, daß sich die Leute nicht so anstellen sollen, schließlich haben sie das Fleisch schon immer gegessen und er sieht nur zu, daß ihm die Kosten nicht davon laufen.

Mit gesetzlichen Maßnahmen ist das Übel nicht zu packen. Abgesehen davon, daß die BSE-Schnelltests eh nur bei über 30 Monate alten Tieren etwas bringen können, muß sich ein anderes Bewußtsein gegenüber dem Tier, gegenüber der Natur und unserer Nahrung bilden. Hier im örtlichen Minimal-Markt kostet das Kilo Rindfleisch unter 10 Mark. Das ist billiger als vor 20 Jahren!
(kleine Haßtirade nebenbei: Wenn ich mir die Gesichter der Damen beiderseits des Tresens ansehe, kann ich mir nur schwer einen Bewußtseinswandel vorstellen. Das geben die Grillparty- und all-inclusive-Urlaubshirne nicht her).

Was mich schon vor Wochen ärgerte: Landwirtschaftfunktionäre hielten den kurzfristigen Ersatz des Kadaverfutters für unmöglich. Das war ein übles Eigentor, denn angeblich wurden ja Rinder damit ohnehin nie gefüttert. Auch wenn vorwiegend Schweinefutter gemeint sein sollte, haben diese Leute wohl vergessen, daß Schweinefutter in Hülle und Fülle überall wächst, die fressen fast alles und für Rinder reicht Gras und Heu.

Was mich wunderte: Nach dem ersten BSE-Schreck ging zwar der Rindfleischverkauf zurück, aber kaum der Wurstverkauf. Der Verbraucher stellt die Verbindung von Rind und Wurst nicht her, hieß es.

Bei so viel Entfremdung von der Natur und von unseren Lebensgrundlagen braucht’s viele Tote, damit die Leut aufwachen.

Ist lang geworden, aber mich regt das ganze Thema und die Dummheit der Menschen auf.

Gruß
Wolfgang

hallo wolfgang.

es geht eben mal wieder nur ums liebe geld. was mit den tieren bzw. den menschen passiert, is dem bauer so egal wie dem spediteur oder dem schlachter. bis mal jemand von bse-fleisch krank wird, das kann jahre dauern, und bis dahin weiß doch keiner mehr, wo wann wer welches fleisch gekauft hat.

daß übel wär schon mit gesetzlichen maßnahmen zu packen gewesen. nur hätten die konsequent und vor allem viel früher durchgeführt werden müssen. ein vernünftiger mensch hätte die tiermehl-verfütterung von anfang an verbieten müssen. weil’s nun mal krank is, an eine kuh ein schaf zu verfüttern. vielleicht hat der gesetzgeber auch was von solchen perversionen?

nen bewußtseinswandel konnt ich bisher auch kaum beobachten. ich komm aus ner ländlichen gegend, und da sagt man „bei uns gibt’s kein bse. der metzger hat seine kühe ja vom bauer xy aus yz“…
aber in unserer mensa werden seit anfang der woche bis auf weiteres keine rindfleischgerichte mehr angeboten. da lob ich mir doch mein fleischloses dasein :smile:

na, irgendwann mal wird was größeres passieren als nur EIN fall der „neuen creutzfeld-jakob-krankheit“. und das bleibt m.e. nicht auf die bse-problematik begrenzt, sondern trifft viele bereiche der „zivilisation“. dann wird’s glaub ich genug tote für nen bewußtseinswandel geben.

gruß

michael

Hallo Wolfgang
was mich zusätzlich aufregt ist das die bauern jahre lang den letzten dreck gefüttert haben:„ist ja egal was drinn ist“ dies billig eingekauft haben und so gute gewinne gemacht haben und jetzt nach dem sie auf ihrem „dreck“ sitzenbeliben nach subventionen schreien.
cu

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

aber in unserer mensa werden seit anfang der woche bis auf
weiteres keine rindfleischgerichte mehr angeboten. da lob ich
mir doch mein fleischloses dasein :smile:

komisch, nach tschernobyl gab es in der Kölner Mensa jeden Tag Hirschragout mit Pilzen. Das haben sie billig bekommen :smile:

Max

und da hat sich niemand beschwert?
G.
Raimund

und da hat sich niemand beschwert?
G.
Raimund

keiner den ich kenne. Und niemand war ja gezwungen in der Mensa zu essen :smile:
Im Ernst. Ich kann mich zwar nicht mehr an die Messwerte erinnern, aber ich habe damals Physik studiert und die Werte waren nicht beunruhigend. Aber durch die damalige Panik waren Pilze und Wild so gut verkäuflich wie heute Rind.

Max

mal sehen, ob´s in den Mensas jetzt mehr Rindfleisch gibt.
Das Problem ist halt, Du weißt nie, wo´s Fleisch her ist: Billigimport aus Holland? England?
Bestimmt nicht aus Argentinien. Das kann man zwar unbesorgt essen… doch ist es teurer als englisches.
Grüße
Raimund