BU abgeleht - und jetzt ?

Hallo zusammen,
nachdem ich mir die Warnung hier zu Herzen genommen habe, habe ich auch gleich eine BU beantragt.
Nur dümmlicherweise hat der Versicherer aufgrund meiner sehr genau aufgeführten Krankengeschichte diese abgelehnt.
Jetzt werde ich bei einem anderen Unternehmen wohl kaum einen Vertrag bekommen!

Weiss jemand Rat?

Danke schon mal,
Tino

Guten Tag Tino,
bei einer glatten Ablehnung wird es eng bis unmöglich, eine BUV
zu bekommen. Sie können versuchen, über gezielte Makleranfragen in
einen BUV-Rahmenvertrag hineinzukommen, der ohne Gesundheitsprüfung arbeitet.
Mitunter bieten auch Massenorganisationen (Gewerkschaften, Wohlfahrts-
verbände, Parteien) so etwas an. Das heißt nicht, dass so ein Angebot
besonders preisgünstig wäre. Wenn das nicht weiterführt, können Sie
zumindest dafür sorgen, dass Sie einen hinreichenden Unfall-Invaliditätsschutz haben. Das ersetzt zwar keine BUV, bietet
aber einen Teilschutz. Ansonsten bleibt noch die Binsenweisheit,
dass eine bewußt gesunde Lebensführung ohne besondere Risiken
die Wahrscheinlichkeit einer BU etwas absenkt.
Gruß
Günther

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Abend!

Jetzt werde ich bei einem anderen Unternehmen wohl kaum einen
Vertrag bekommen!

Wenn dies eine der superbillig Onlineversicherer ohne Beratung und
Büro waren, dann würde ich es mal bei einem Unternehmen mit
Beratung versuchen.

Es gibt halt Versicherer die jedes Risiko vermeiden, damit sie die
günstigen Raten anbieten können.

Bei mir hat es geholfen, ich bin jetzt bei der HUK.

Gruß
Stefan

Hallo Tino,

Problem bei den abgelehnten Anträgen ist, dass Du fortan sagen mußt, dass Du schon mal abgelehnt wurden bist, wenn danach gefragt wird. Zu Lügen wäre falsch. Brauchst Du mal die Versicherung haben die schon da den Punkt wo sie sagen können, der hat gelogen. Daraus kann folgen, dass keine Versicherungsschutz besteht. Deshalb der Rat nur eine Anfrage, ob eine Versicherung möglich wäre - kein direkter Antrag - wenn dann eine Ablehnung kommt, kannst Du zukünftig wahrheitsgemäß antworten „Nein“, bzw. es wird wohl auch nicht registiet. Sagen sie aber ja, mach einen Antrag daraus.

Jens-Uwe

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Weiss jemand Rat?

Günther hat schon viel geschrieben. Ich ergänze mal nur noch. Ich würde weiter versuchen eine BU zu bekommen. Antragschreiben kostet ja fast nichts. Zwar gibt es gemeinsame Datenbanken, aber nicht jede Versicherung greift darauf zu oder folgt automatisch dem Urteil der vorherigen Versicherung.

Ich hatte Ablehnungen von Lebensversicherungen und habe schließlich doch noch eine gefunden, die mich versichert. OK, bei einer BU wird es schwieriger, aber versuchen kann man es ja immer wieder.

Ansonsten würde ich ersatzweise auf eine Unfallversicherung mit erweitertem Leistungsumfang ausweichen. Es gibt heute schon viele Unfallversicherungen, die einen Teil des Leistungsumfanges einer BU übernommen haben. Das ist gewiß keine tolle Lösung, aber besser als gar keine.

Als dritte Möglichkeit käme noch eine Dread-Disease-Versicherung in Frage. Das ist - vereinfacht ausgedrückt - eine Risikolebensversicherung, die schon zahlt, wenn man noch lebt, aber voraussichtlich bald stirbt. Damit kann man sich dann noch ein paar schöne Tage machen. Ob man das möchte und vor allem braucht, ist eine ganz andere Frage, die sich aber jeder selbst beantworten muß.

Man kann sie aber auch so ausgestalten, daß sie bei bestimmten, definierten, nicht unbedingt tödlichen Krankheiten zahlt. Auch da gilt zu beachten: Man bekommt immer das, was nicht versichert ist.

Wenn alle Anläufe zum Abschluß einer BU nichts bringen, muß man sich damit abfinden, daß man keine bekommt. Oder man hofft auf Sonderangebote. So machte mir meine Krankenversicherung neulich ein Angebot für eine Pflegetagegeldversicherung mit stark vereinfachter Gesundheitsprüfung (Haben Sie folgende Krankheiten…?). Das ist dann wie ein Sechser im Lotto (vorausgesetzt man hat nicht tatsächlich eine der erwähnten Krankheiten). Aber ob es solche Angebote auch mal bei einer BU gibt, weiß ich halt nicht.

Ich bekomme auch keine BU, habe aber eine umfangreiche Unfallversicherung als bestmöglichen Ausgleich. Von Zeit zu Zeit stelle ich immer mal wieder einen BU-Antrag, vielleicht habe ich ja mal Glück.

Benni

Hallo Benni,

Als dritte Möglichkeit käme noch eine
Dread-Disease-Versicherung in Frage. Das ist - vereinfacht
ausgedrückt - eine Risikolebensversicherung, die schon zahlt,
wenn man noch lebt, aber voraussichtlich bald stirbt.

Das ist reichlich daneben. Der Knackpunkt ist ja, dass die Überlebenschanchen heutzutage sehr gut sind. Abgesehen davon sind viele schwere Krankheiten auch vom Prinzip her nicht tödlich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dread-Disease-Versicherung

Ich bekomme auch keine BU, habe aber eine umfangreiche
Unfallversicherung als bestmöglichen Ausgleich.

Eine Unfallversicherung ist eben kein Ausgleich. Zuerst kommt die BU, weil sie sich auf das eigentliche Problem konzentriert, nämlich den Lebensunterhalt beim Ausfall des Erwerbseinkommens. Dann stellt die DD-Versicherung noch eine shchwächere Alternative dar.

Die Unfallversicherung kann man sich eigentlich dann sparen, weil sie danach das kleinste Risiko für den Lebensunterhalt abdeckt.

Gruß
Carlos

Die Unfallversicherung kann man sich eigentlich dann sparen,
weil sie danach das kleinste Risiko für den Lebensunterhalt
abdeckt.

Das schrieb ich ja auch. Eine erweiterte Unfallversicherung kommt nur dann als Ersatz für eine BU in Frage, wenn man keine BU bekommt - wie so viele Menschen. In den heutigen Unfallversicherungen kann man mittlerweile auch Infektionskrankheiten und vieles mehr einschließen, was früher auch nicht entfernt in einer Unfallversicherung auftauchte. Wer keine BU bekommt, für den ist eine solche Unfallversicherung dann eine annehmbare Alternative. Keinesfalls ist eine solche Versicherung aber ein Ersatz für eine BU - so man denn eine bekommt.

Nur ist es halt zunehmend schwieriger eine BU zu bekommen. Ich kenne selbst in meinem Bekanntenkreis Leute, die sind kerngesund (hatten halt die üblichen Kinderkrankheiten, mal Erkältungen, mal eine Bronchitis, haben sich mal die Mandeln entfernen lassen, haben mal Sodbrennen und Durchfall gehabt und - oh Schreck - sogar mal Fußpilz, haben ein paar Kilo Übergewicht und eine beginnende Glatze). Sie geben - genau nach Fragestellung im Antrag - brav all diese Sachen an und bekommen ohne jede Begründung keine BU oder man sagt ihnen, daß ihr medizinisches Risiko zu hoch sei.

Dank des Witzes namens BMI trifft es heute sogar die Gesundesten unter den Gesunden, weil der BMI eben schlicht kein Maß für Übergewicht ist, die Versicherungen es aber gerne verwenden.

Als Antragsteller steht man halt immer vor einem Dilemma. Beantwortet man alle Fragen wahrheitsgemäß und braucht dafür logischerweise drei Beiblätter, bekommt man keine Versicherung. Tut man es nicht, bekommt man zwar eine, darf aber schon mal für den Anwalt in 30 Jahren sparen. Und für dieses Dilemma sehe ich leider keine Lösung.

Aus diesem Grund war ich persönlich auch so überrascht, als mir meine KV eine Pflegetagegeldversicherung anbot, mit stark vereinfachter Gesundheitsprüfung. Wer da nicht zugreift, ist selber schuld. Wobei mir da bei den Geundheitsfragen doch gleich die Frage kam: Was genau ist eigentlich ein Herzfehler? Und vor allem, wie soll ich eine Krankheit angeben, die nicht diagnostiziert wurde (so die Fragestellung). Jetzt kann man nur noch hoffen, daß ich in 50 Jahren nicht mal doch durch ein Herzproblem pflegebedürftig werde.

Benni

Hallo zusammen,
nachdem ich mir die Warnung hier zu Herzen genommen habe, habe
ich auch gleich eine BU beantragt.
Nur dümmlicherweise hat der Versicherer aufgrund meiner sehr
genau aufgeführten Krankengeschichte diese abgelehnt.
Jetzt werde ich bei einem anderen Unternehmen wohl kaum einen
Vertrag bekommen!

Weiss jemand Rat?

Danke schon mal,
Tino

Hallo Tino,

Problem bei den abgelehnten Anträgen ist, dass Du fortan sagen
mußt, dass Du schon mal abgelehnt wurden bist, wenn danach
gefragt wird.

Wo ist das denn ein Problem? Man beantwortet die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und alles wird gut. WEnn ein Versicherer laut Annahmerichtlinien Deckung erteilen würde, so macht er das auch, wenn ein anderer Versicherer abgelehnt hat.

Deshalb der Rat nur eine Anfrage,
ob eine Versicherung möglich wäre - kein direkter Antrag -
wenn dann eine Ablehnung kommt, kannst Du zukünftig
wahrheitsgemäß antworten „Nein“, bzw. es wird wohl auch nicht
registiet. Sagen sie aber ja, mach einen Antrag daraus.

Das ist falsch. Probeanträge sind auch Anträge! Macht Euch nichts vor…

Richtig ist unter anderem folgende Vorgehensweise: Einer Person alle Unterlagen geben, diese Person holt Risikovoranfragen aller in Frage kommenden Gesellschaften ein, man sucht eine aus - fertig!

Frank Wilke