BU mit lebenslanger Rentenzahlung sinnvoll?

Hallo,

ich stehe vor dem Abschluss einer BU. Dazu habe ich ein paar Angebote eingeholt, unter anderem auch für die Zahlung einer lebenslangen Rente. Nun bin ich mir nicht so sicher wie sinnvoll eine solche BU und der damit verbundene Aufpreis ist, da ich in den Bedingungen gelesen habe, dass man für eine lebenslange Zahlung vor dem 50. Lebensjahr BU werden muss (LV 1871, WWK). Wird man später BU würde es Rente nur bis 65 geben.

Konkret in Zahlen ausgedrückt:
BU bis 65 mit 1.200 Euro mtl. für aktuell ca. 550,- Euro jährlich
BU lebenslang mit 1.200 Euro mtl. für aktuell ca. 690,- Euro jährlich

Kommt bei noch gut 35 Jahren Laufzeit durch den jährlichen Aufpreis einiges zusammen. Wenn man sie braucht ist man natürlich froh darüber.

Was sind eure Erfahrungen/Empfehlungen bzgl. lebenslanger BUs? Was würdet ihr an meiner Stelle wählen? Ich habe nicht gerade einen Risikoberuf (Bürojob, Einstufung Berufsgruppe 1) und überlege darum wie wahrscheinlich es ist vor dem 50. BU zu werden.

Gibt es Anbieter, die auch bei BU nach dem 50. eine lebenslange Rentenzahlung anbieten?
Sind die LV 1871 bzw. die WWK empfehlenswerte Anbieter?

Noch ein zweites Thema beschäftigt mich: Ich finde sonst nur BUs bis 65 Jahre. Aus heutiger sicht gehe ich aber davon aus, dass ich definitiv länger als bis zum 65. arbeiten muss (vieleicht 67, 70). Da würde sich ja dann eine Lücke ergeben. Wie kann man das abmildern/ausschließen?

Vielen Dank für die Antworten!

Gruß
Medion

Hallo,

ich stehe vor dem Abschluss einer BU. Dazu habe ich ein paar
Angebote eingeholt, unter anderem auch für die Zahlung einer
lebenslangen Rente. Nun bin ich mir nicht so sicher wie
sinnvoll eine solche BU und der damit verbundene Aufpreis ist,
da ich in den Bedingungen gelesen habe, dass man für eine
lebenslange Zahlung vor dem 50. Lebensjahr BU werden muss (LV
1871, WWK). Wird man später BU würde es Rente nur bis 65
geben.

Und da haben wir denke ich einen dicken Knackpunkt in dem Angebot. Du zahlst jährlich 140€ mehr. Wirst du nun mit 50 Jahren und 2 Tagen BU, hast du 35 Jahre Geld auf den Tisch gelegt. Und zwar ca. 5.000€ (ohne Zins) für … rechne… tipp… oh: Nix!

Was sind eure Erfahrungen/Empfehlungen bzgl. lebenslanger BUs?

Ich würd’s nicht tun. Deine Altersvorsorge bekommst du ausgezahtl, ob du BU bist oder nicht! Warum also das Risiko länger absichern, als du’s brauchst? Macht aus meiner kümmerlichen Meinung keinen Sinn.

Was würdet ihr an meiner Stelle wählen? Ich habe nicht gerade
einen Risikoberuf (Bürojob, Einstufung Berufsgruppe 1) und
überlege darum wie wahrscheinlich es ist vor dem 50. BU zu
werden.

Ich würde versuchen, die Altersvorsorge so zu dimensionieren, dass es Dir voraussichtlich reicht. Dann kann dir die BU-Rente ab dem 67. egal sein.

Sind die LV 1871 bzw. die WWK empfehlenswerte Anbieter?

Das kommt weniger auf den Anbieter, als eher auf den Tarif an. Beide Gesellschaften haben durchaus Tarife, die z.B. bei Franke & Bornberg ein Top-Rating haben. Aber eben auch Tarife, die das NICHT haben.

Noch ein zweites Thema beschäftigt mich: Ich finde sonst nur
BUs bis 65 Jahre. Aus heutiger sicht gehe ich aber davon aus,
dass ich definitiv länger als bis zum 65. arbeiten muss
(vieleicht 67, 70). Da würde sich ja dann eine Lücke ergeben.
Wie kann man das abmildern/ausschließen?

Folgende Rechnung: Kalkuliere die BUs für 2 Fälle:
1.) Laufzeit bis 60.
2.) Laufzeit bis 67.
Die Differenz zwischen den beiden Prämien simulierst du über 35 Jahre mit 5% Zins und guckst mal was da raus kommt. Dann weißt du, ob du lieber die BU-Rente bis 67 absichern willst oder eventuelle Einkommenseinbussen von 60-67 mit dem angsesparten Geld überbrückst.

Vielen Dank für die Antworten!

Gruß
Medion

Konnte Dir hoffentlich helfen
Frank Wilke

Hallo,

das ist mir zu pauschal und unausgegoren.

Wenn ich bereits eine Altersversorgung habe, die ausreichend bemessen ist und die mit einer Beitragsbefreiung bei BU ausgestattet ist, dann ist es nicht sinnvoll. Wenn ich aber erst zukünftig das Thema Altersversorgung angehe, dann macht die lebenslange BU bei Eintritt bis 50 Sinn. Bis zum 50 muss ich dann aber mit der Altersversorgung anfangen - und wenn ich es nicht mehr kann, dann ist das über die BU geregelt.

Gegen zu rechnen wäre, was ich mit 140 Euro jährlich an Altersversorgung sofort aufbauen kann. Durch Optimierungen ist da schon etwas möglich. Ist das 1.200 Euro ab 65 wert, dann würde der zweite Weg mehr Sinn machen!

Thorulf Müller

[email protected]

Hallo,
wozu du dich entscheiden sollst, kann ich dir leider nicht sagen. Aber ich möchte dir
noch einige Rahmenbedingungen sagen oder erklären, die deine Entscheidung vielleicht
erleichtern. Mit deinem heutigen Arbeitseinkommen sicherst du dir dein späteres Rentenleben
ab. Sei es durch die gesetzliche Rentenversicherung oder durch Zusatzverträge, die du vielleicht abgeschlossen hast. Dieser Aufwand von deinem Nettogehalt sollte man auch bei der Höhe der Berufsunfähigkeit berücksichtigen. Entweder du hast Versicherungsverträge,
die für deine Rente dienen und schließt hierbei eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit ab. So kannst du das Endalter optimal bestimmen. Z.b. Endalter 60; du wirst mit 45 berufsunfähig und die Versicherung führt den Vertrag bis 60 beitragsfrei weiter und du bekommst die Rente, z.b. bei einer Rentenversicherung. Das hat den Vorteil, das du deinen seperaten Berufsunfähigkeitsvertrag mit der Berufsunfähigkeitsrente auf das Alter 60 begrenzen kannst. Die Berufsunfähigkeitsrente würde mit 60 enden und deine private
Versorgung diese ablösen, solltest du noch berufsunfähig sein. Diese Begrenzung der Berufsunfähigkeitsrente auf 60 Jahre macht sich übrigens drastisch positiv im Beitrag bemerkbar. Die könntest du wiederum in deine Altersvorsorge stecken. Oder Du setzt deine Berufsunfähigkeitsrente so hoch an, daß du damit deine Altersvorsorge weiter finanzieren kannst.In der Praxis sieht es aber so aus, daß z.b. ein Rentenvertrag mit Beitragsbefreiung
bei BU und eine seperate Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoller ist. Im Fall der Berufsunfähigkeit brauchst du dir um die Beitragszahlung deiner Altersvorsorge keinen
Gedanken zu machen. Die Gesellschaften sind übrigens bei der Beitragsbefeiung entgegenkommender als bei der Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente. Ganz wichtig im Fall einer Krankheit,
die sich erst langsam zur Berufsunfähigkeit entwickelt. Ruckzuck
sind 42 Tage vorbei und die Krankenversicherung zahlt nur noch
ihren Teil.An Berufsunfähigkeitsrente ist noch nicht zu denken,
aber die Beitragsbefreiung kann jetzt schon beantragt werden und
wird auch, so habe ich es erlebt, relativ problemlos umgesetzt. Ein weiterer Punkt ist das Bedingungswerk. Du solltest darauf achten, daß dein Anbieter einen Prognosezeitraum von 6 Monaten hat, freie Arztwahl zur Feststellung der Berufsunfähigkeit, die Beitragsstundung bis zur endgültigen Feststellung der Berufsunfähigkeit und die rückwirkende Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente ab Meldung der Berufsunfähigkeit vorsieht. Ein letzter Punkt wäre die Berufsunfähigkeit in der Praxis. Wie du schon sagtest,musst du bei der Rente auf Lebenszeit vor 50 berufsunfähig werden. Die Versicherungen haben das nicht ohne Grund so gemacht. Jeder vierte Arbeitnehmer wird ab 50 bis zur Rente
berufsunfähig. Und berufsunfähig bedeutet, eine regelmäßige ärztliche Feststellung dieser. Die Versicherungen überprüfen regelmäßig, ob du noch berufsunfähig bist. In 70 % der Berufsunfähigkeitsfälle sind diese zeitlich begrenzt, d.h. das die Leute danach wieder
in ihrem alten Beruf arbeiten. Deshalb wäre Endalter 60 schon
eine gute Absicherung.Wenn du noch deine Altersvorsorge so auf
Stand hast, daß im Fall der Fälle diese notfalls ab 60 die Berufsunfähigkeitszahlung ersetzt, ist doch alles geregelt.
Hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen
Gruß Martin

In der Praxis sieht es aber so aus, daß z.b. ein Rentenvertrag mit
Beitragsbefreiung bei BU und eine seperate BU-versicherung
sinnvoller ist.

Das sehe ich zwar anders, aber darüber wollen wir hier nicht streiten.

Die Gesellschaften sind übrigens bei der Beitragsbefeiung
entgegenkommender als bei der Zahlung der BU-Rente.

Das wage ich vorsichtig zu bezweifeln. Das würde im logischen Umkehrschluss bedeuten, dass der Beitrag für die Beitragsbefreiung zu hoch angesetzt ist, um auch unklare Fälle auszahlen zu können.

aber die Beitragsbefreiung kann jetzt schon beantragt werden
und wird auch, so habe ich es erlebt, relativ problemlos
umgesetzt.

Du redest von einer Beitragsbefreiung bei Arbeitsunfähigkeit? Das nennt sich bei mir Krankentagegeld, hat mit einer Absicherunge gegen BU aber rein gar nichts zu tun!

Die Versicherungen überprüfen regelmäßig, ob du noch berufsunfähig
bist. In 70 % der Berufsunfähigkeitsfälle sind diese
zeitlich begrenzt, d.h. das die Leute danach wieder
in ihrem alten Beruf arbeiten.

Das liegt aber irrigerweise NICHT an den Versicherern. Die lehnen sich ganz entspannt zurück. Die Rentenanstalten strengen hier ruckzuck Umschulungen an, um schnellstmöglich von den Zahlungen runterzukommen. Wird ein anderer Beruf ausgeübt, ist i.d.R. Sense mit BU-Zahlungen!

Frank Wilke

P.S.: @Thorulf - hast natürlich recht. War vor dem Kaffee-Trinken an den entscheidenden Stellen schludrig formuliert. Danke für die Korrektur

Hallo,
es ist tatsächlich so, daß die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit
als Anhängsel zu einer Versicherung gegenüber der Zahlung einer
Berufsunfähigkeitsrente aus einem selbständigen Vertrag von den
Gesellschaften in der Abwicklung anders beurteilt wird. Ich habe es in der Praxis mehrfach erlebt, daß nach Wochen einer Krankheit,
wo sich eine BU abzeichnete, die Gesellschaft die Betragsbefreiung
schneller stundete und danach den Rentenvertrag beitragsfrei stellte als die Gesellschaft der eigentlichen BU Rente, die erst auf die 6Monatsprognose vom Arzt wartete.Kein Arzt wird sofort nach
Eintritt einer krankheit diese stellen, sondern erstmal eine
Behandlungsmethode ansetzen und diese abwarten. Es war immer ein kämpfen und Drängen, die Gesellschaft der BU Rente dazu zu bewegen,
den BU Vertrag wenigstens zu stunden. Der Unterschied, so wurde
mir von einer Gesellschaft berichtet, liegt in der Risikobeurteilung.
Einen Vertrag „nur“ beitragsfrei zu stellen und zu stunden, ist kein
Risiko zumal wenn vorher langjährige Prämien eingezahlt wurden. Eine
Rente dagegen auszuzahlen, ist schon ein erheblicheres Risiko. Hier wird erst nach eingehendster Prüfung gezahlt. Deshalb bin ich
absolut für die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit als Anhängselvertrag.
Gruß martin

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Hallo,
es ist tatsächlich so, daß die Beitragsbefreiung bei
Berufsunfähigkeit als Anhängsel zu einer Versicherung
gegenüber der Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente aus einem
selbständigen Vertrag von den Gesellschaften in der Abwicklung
anders beurteilt wird.

Das kann ich mir einfach nicht erklären. Das Risiko ist genau dasselbe! Wo soll denn hier die Logik liegen? Haben wir vielleicht Aktuare oder sonstige Versicherungsexperten hier?

Es war immer ein kämpfen und Drängen, die Gesellschaft
der BU Rente dazu zu bewegen, den BU Vertrag wenigstens
zu stunden. Der Unterschied, so wurde mir von einer
Gesellschaft berichtet, liegt in der Risikobeurteilung.
Einen Vertrag „nur“ beitragsfrei zu stellen und zu stunden,
ist kein Risiko zumal wenn vorher langjährige Prämien eingezahlt
wurden. Eine Rente dagegen auszuzahlen, ist schon ein
erheblicheres Risiko.

Wo soll denn der Unterschied für die Kalkulation der Gesellschaft bei folgenden Beispielen sein:
1.) Altersvorsorge-Vertrag mit 500€ Monatsbeitrag
2.) selbständige BU-Versicherung mit 500€ versicherter BU-Rente.
Nun „droht“ der Kunde BU zu werden. In beiden fällen ist das Risiko der Gesellschaft 500€ pro Monat.
Und jetzt?

Frank Wilke

Martin,

das ist Blödsinn - wie Frank schon sagte gibt es keinen Unterschied.

Wenn Du es erlebt hast, dann waren es mutmaßlich unterschiedliche Bedingungen, die den Verträgen zugrund lagen! Das hängt nicht an der Gesellschaft, sondern am Jahr des Abschlusses und der genauen Bezeichnung des Tarifs.

Die Darstellung ist definitiv falsch - keine Gesellschaft leistet bei Krankheit und sich abzeichnender BU, wenn die Voraussetzungen für die BU gemäß Vertrag nicht erfüllt wurden.

Ansonsten vermisse ich in Deinen Beiträgen den wirklichen Mehrwert zu meinem ersten Beitrag und vor allem den Bezug für den Kunden!

Es ging darum ob eine lebenslange BU sinnvoll ist oder nicht!

Thorulf Müller