mein Makler hat eine Risikovoranfrage bei einer BU-Versicherung gestartet. Die haben mich aufgrund meiner Vorerkrankungen (Rücken, Magen - 1x diagnostiziert, aber seitdem keine Arztbesuche mehr notwendig) nicht genommen. Jetzt schlägt er mir ne Dread Disease-Versicherung von Canada Life vor, da er sagt es gibt keine weiteren Versicherungen mit echter Dienstunfähigkeit mehr und auch ne 2. oder 3. klassige Versicherung würde mich nicht nehmen? Kann das wirklich sein? Was sagt ihr dazu? Und ist ne DD wirklich ein akzeptabler Ersatz für ne BU?
Guten Tag bowner,
im Detail kann von hier aus nicht beurteilt werden, ob die
Anfrage des Maklers qualifiziert war und schon gar nicht kann
Ihre Vorerkrankung hier gewichtet werden. Dienstunfähigkeit ist etwas
anderes als Berufsunfähigkeit und es gibt in der Tat nur wenige
Anbieter mit einer sogenannten echten Dienstunfähigkeitsklausel.
Aber: Im Versicherungsgewerbe gibt es beinahe nichts, was es nicht doch gibt. Deswegen: Wenn Sie qualifizierte Voranfragen nicht scheuen,
dann können Sie auch weitere Versicherer anfragen. Passen Sie aber auf, dass Ihre Voranfrage nicht mit einem förmlichen Antrag
gleichgesetzt wird. Wird erst einmal ein Antrag abgelehnt, landen Sie
in der gemeinsamen Datenbank der BU-Versicherer. Jeder weitere Antrag
wird dann auf Jahre hinaus abgelehnt.
Und schließlich: Eine DD-Police ist etwas ganz anderes als eine
BU- oder DU-Versicherung. Ob eine DD-Absicherung gut für Sie ist, müssen Sie ganz alleine anhand der angebotenen Bedingungen -
die tunlichst genau zu lesen und zu verstehen sind - prüfen.
Gruß
Günther
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Passen Sie
aber auf, dass Ihre Voranfrage nicht mit einem förmlichen
Antrag
gleichgesetzt wird. Wird erst einmal ein Antrag abgelehnt,
landen Sie
in der gemeinsamen Datenbank der BU-Versicherer. Jeder weitere
Antrag
wird dann auf Jahre hinaus abgelehnt.
Hallo,
das mit der gemeinsamen Datenbank habe ich nun schon öfters gelesen. Besonders die Aussage das dann andere Versicherer auf Jahre hinweg das Risiko dann ablehnen - das ist quatsch.
Über die Datenbank erhält ein Versicherer Informationen welche Art von Unterlagen beim anderen Versicherer vorlagen, zum Beispiel Angaben im Antrag, welche Art von Fragebögen, Hausarztberichte oder Untersuchungsberichte von Dr. xyz.
Die Risikoprüfung muß jeder Versicherer selbst machen, d.h. auch die entsprechenden Informationen einholen und bewerten. Die Datenbank dient nur dazu zu überprüfen ob der Kunde alle Angaben gemacht hat, die er auch bei der anderen Versicherung angegeben hat. Und nicht eine Krankheit oder ähnliches „vergessen“ wurde.
Man glaubt gar nicht wieviele Kunden bei einem 2. Antrag bei einem anderen VU vergessen eine Krankheit anzugeben die beim ersten Versicherer zu einer Erschwerung oder Ablehnung geführt hat. Die Quote solcher schwarzen Schafe ist groß, denn natürlich sind insbesondere Menschen mit Krankheiten sehr daran interressiert noch eine Absicherng zu bekommen, da sie wissen, dass diese Risiko tatsächlich mal eintreten kann.
Letztendlich ist es nicht erlaubt das ein Versicherer das Ergebnis eines anderen Versicheres übernimmt. Das wären Absprachen, die Kartellrechtlich nicht erlaubt sind!
Sicherlich gibt es einige Krankheiten bei denen fast alle Versicherer gleich reagieren. Aber es gibt immer noch ein breites Spektrum an Unterschieden bei den Versicheren je nach Krankheit.
Versicherung würde mich nicht nehmen? Kann das wirklich sein?
Warum nicht ?
Was sagt ihr dazu? Und ist ne DD wirklich ein akzeptabler
Ersatz für ne BU?
Nein ist sie nicht, aber wenn Du keine BU mehr bekommst, ist eine DD besser als nichts. Ist aber eine individuelle Entscheidung. Ich habe mich gegen eine DD entschieden, obwohl in der BU auch nicht versicherbar.
Guten Tag Sven,
Ihre Sicht der Dinge bezüglich „quatsch“ sei Ihnen unbenommen.
Ich erlaube mir dennoch festzuhalten:
BU-Versicherer sind in der Regel ausgeschlafene Leute.
Sie veranstalten regelmäßig keinen Unfug.
Lehnt ein BU-Versicherer ab und der Vorgang landet in der
Datenbank, so kann der nächste BU-Versicherer natürlich
darangehen und das individuelle Risikorad für den Kunden
neu erfinden.
Er kann sich auch einfach die Risikoprüfung des Vorgängers
zu eigen machen - wegen 1. und 2.
Nach meiner Anschauung neigen Versicherer regelmäßig zu 4.
Ausnahmen von der Regel gibt es. Deswegen habe ich den
Fragesteller auch ermuntert, weiterhin Voranfragen zu stellen.
Gruß
Günther
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