Also rein prinzipiell ist gegen die Kombination Rürup+BUZ in meinen Augen nichts einzuwenden.
Die BU-Absicherung ist sehr wichtig, sozusagen fast Pflicht und es gibt eigtl nur diese 4 Varianten
- als SBU (selbständige BU, ohne jegliche Koppelung an andere Produkte)
- als BUZ (BU-Zusatzversicherung)in einer RLV oder KLV
- als BUZ in einem Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV)
- als BUZ in einer Basisrente (Rürup)
Vorteile/Nachteile der einzelnen Formen:
zu 1):
- flexibelste Form, da kein angehängter Sparvertrag
- günstiger Beitrag (insb bei Sofortverrechnung der Überschüsse, wozu ich immer raten würde)
- steuerlich nicht absetzbar/keine staatliche Förderung
zu 2):
- steuerlich nicht absetzbar/keine staatliche Förderung
- unflexibel, da Koppelung der BU-Beiträge an Sparbeiträge, schwierig bei Beitragsaussetzung/-freistellung etc
- Gesellschaft mit der besten/günstigsten Risikoabsicherung (BU-Teil) ist meist nicht gleichzeitig auch diejenige die die höchste Rendite auf den Sparbeitrag bringt
zu 3):
- staatlich gefördert, beste Förderung
- Nachteile wie 2)
- noch unflexibler, insb:
- große Probleme bei Arbeitgeberwechsel möglich
- Arbeitgeber kann Anbieter und Anlageform vorschreiben
zu 4)
- staatlich gefördert, steurlich absetzbar (aktuell zu 68%, ab 2025 zu 100%)
- unflexibel, da Koppelung der BU-Beiträge an Sparbeiträge, schwierig bei Beitragsaussetzung/-freistellung etc
Fazit:
2) scheidet aus, da diese Koppelung keinerlei Vorteile, nur NAchteile hat
3) scheidet aus, da zwar schöne Förderung, diese aber mit so vielen z.T. auch sehr schwerwiegenden Nachteilen verbunden ist
Somit fällt die Entscheidung zwischen der SBU und Rurüß+BUZ.
Hier gibt es in meinen Augen keine generelle Empfehlung für das eine oder das andere.
Ich würde einer Frau tendenziell eher zur SBU raten, da aufgrund von Erziehungszeiten, ggf. auch späterem Hausfrauendasein hier die Felixibilität von Vorteil ist und nicht der Steuersparvorteil.
Hingegen würde ich dem gutverdienenden Hauptverdiener die Variante Rürup/BUZ nahe legen, da er nirgends seine Berufsunfähigkeit so günstig selbst absichern kann, gleichzeitig auch noch staatlich gefördert etwas für die Rente tut.
Rechenbeispiel dazu:
Akademiker, Ende 20, 40.000€ brutto p.a.
SBU:
1750€ BU-Rente für angenommen 50€ mtl. Nettobeitrag (nach Sofortverrechnung)
-> unterm Strich also wirklich 50€ Nettoaufwand monatlich
Rürup/BUZ:
1750€ BU-Rente für 50€ brutto
50€ Sparen (festverzinlich, Fondsanlage, je nach Belieben) für 50€ brutto
100€ brutto Zahlbetrag mtl. insgesamt
68€ absetzbar in 2009 (100€ ab 2025)
26,11 € Steuererstattung in 2009(Grenzsteuersatz bei 40.000€ p.a. ist 36,4% plus Soli 5,5%, hier Betrachtung ohne Kirchensteuer!)
38,40 € Steuererstattung ab 2025
73,89 € Nettoaufwand monatlich in 2009 (jährlich wirds günstiger, ab 2025 nur noch 61,60 € mtl.)
Bei steigendem Einkommen wird die Förderung immer positiver, der Nettoaufwand kann hier bis auf 55,7% vom Bruttoaufwand sinken (bzw sogar 51,9% bei Kirchensteuerpflicht).
ERGO: Die BU-Absicherung braucht man eh, Altersvorsorge auch, besser als in der Kombination Rürup/BUZ bekommt man beides nicht gefördert. Wer mit der eingeschränkten Flexibilität leben kann (Besserverdiener, insb die Hauptverdiener in der Familie) dem ist diese Kombination fast uneingeschränkt zu empfehlen.
Darüber hinaus gibt es mittlerweile einige Anbieter, die es erlauben, die BUZ aus der Kombination später herauszulösen und als SBU weiterzuführen, dann kann man den Rürup-Vertrag ab diesem Zeitpunkt beitragsfrei stellen.
Was die Anbieterwahl angeht:
Zwar sind die Bedingungen bei der BU-Absicherung sehr wichtig, fast alle Anbieter haben jedoch eine Komfort-Variante, die alles wichtige enthält und sich fast ausschließlich bei weniger wichtigen Punkten von den Bedingungen her überhaupt noch unterscheidet. Hier wiegt das Preisargument in der Praxis oft dann wesentlich schwerer, da es heftige Preisunterschiede bei gleicher Absicherungshöhe und vergleichbaren Bedingungen gibt.
Von daher würde ich hier schon zu Rürup/BUZ raten, fraglich ist eher ob der Berater der 3-Buchstaben-Firma hier wirklich das günstigste/optimalste am Markt rausgesucht hat, dafür sind sie nicht in jedem Fall berühmt… 