BU und RÜRUP sinnvoll ?

liebe fachleute der altersvorsorge,
ich bin aktuell dabei mich mit derselbigen zu befassen. in diesem zuge wurde mir von einem bekannten finanzdienstleister für akademiker eine kombination aus basisrente (rürup)und BU angeboten mit der begründung das diese in kombination voll steuerlich absetzbar sei.

genauer gesagt bekam ich zwei angebote.
Variante a.) inkl. garantierter Rentensteigerung im BU-Fall um
1%+Überschüsse.

Variante b.) inkl. garantierter Rentensteigerung im BU-Fall um
3%+Überschüsse.

jetzt versuche ich schon seit geraumer zeit mich schlau zu machen ob so etwas sinnvoll ist.
angenommen für eine person m, 26 jahre alt, ingenieur (aktuell mit der doktorarbeit beschäftigt) und einem jahres brutto von ungef. 38 k€ ??
die BU deckt etwa 80 % des monats nettos ab.

auf was ist bei der wahl eines solchen versicherungspaketes generell zu achten und wo kann ich mich nach dem für mich günstigsten angebot (objektiv) schlau machen.

vielen dank

angeboten mit der begründung das diese in kombination voll
steuerlich absetzbar sei.

Bei dieser Begründung kriege ich das Kotzen ! Hat er Dir auch Deinen Steuervorteil ausgerechnet (für AN sowieso nicht so dolle)? Hat er Dir auch gesagt, dass dafür die Leistungen aus disen Versicherungen voll steuerpflichtig sind ?

Der Steuervorteil kann nur das Sahnehäubchen für eine getroffene Anlage- oder Vorsorgeentscheidung sein, darf aber nir im zentrum einer solchen Entscheidung stehen. Warum ? Weil sich Steuerugesetze sehr schnell ändern können, eine BU oder eine Rürup fast ein leben lang laufen.

jetzt versuche ich schon seit geraumer zeit mich schlau zu
machen ob so etwas sinnvoll ist.

Dann hole Dir doch erstmal Angebote anderer Anbieter ein, und verlasse Dich nicht auf einen Berater.

Das hört sich verdächtig nach MLP an, das Produkt ist leider schlecht. Mein Tipp: Bloß weg von dem Verein!

also, das Produkt ist von der „alten Leipzieger“ und soweit ich das sehen konnte wurde es mehrere Male gut bewertet (Stiftung Finanztest).
wo GENAU liegt den das Problem ?
Gegen BU muss ich mich ja versichern und macht es da nicht Sinn, das gleich in Kombination mit Basisrente zu machen, damit man es überhaupt steuerlich absetzen kann ?

so habe ich zum BSP gelesen, es ist wichtig:
(1) das die Versicherung auf eine abstrakte Verweisung verzichtet
(2) Das die Absicherung dynamisch angepasst werden kann.

ich danke schon mal allen die mir hier geantwortet haben
mfg

Hallo strohmeo,

Finanztest schreibt zu genau diesem Thema im Sonderheft „Altersvorsorge“ November 2008:

Zusatzversicherungen sind meistens an den Hauptvertrag gebunden. Das hat tückische Folgen: Will der Sparer nicht mehr weiter einzahlen und stellt den Vertrag „beitragsfrei“, kann er die Zusatzversicherung in der Regel nicht weiterführen. Der bis dahin erworbene Hinterbliebenen- und Berufsunfähigkeitsschutz ist dann womöglich überhaupt nicht mehr ausreichend oder fällt ganz weg.
Rürup-Sparer sollten lieber eine separate Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen und die Familie durch eine günstige Risikolebenssversicherung schützen.

Und dieser Aussage kann ich nur zustimmen. Weitere Gründe zur Trennung von Altersvorsorge und BU-Schutz findest Du auch unter http://www.berufsunfaehigkeitsversicherung-sofort-ve….

Ich hoffe, dies hat Dir geholfen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerd

Begriffe, Begriffe …

Guten Tag Nordlicht,
ein wenig stoße ich mich am letzten Wort des letzten Satzes.
Von solchen Leuten war seitens des Fragestellers nicht die Rede.
Der hatte sich - treu dem Grundsatz, Schleichwerbung zu vermeiden -
nur auf die Andeutung eines einschlägigen Drei-Buchstaben-Ladens
beschränkt. Mithin handelt es sich dort um Agenten, Mehrfachagenten,
Pseudomakler, echte Makler, Vertreter, Verkäufer, Optimierer oder
Maximalisierer.
Es besteht kein Grund zur Begriffsverwirrung zum Nachteil anderer
Berufsgruppen.
Gruß
Günther

MLP und RÜRUP
Liebe Diskutanten,

dass diese Firma diese Kombination bevorzugt, ist bekannt und nicht per se schlecht. Schlecht ist, wenn dieser Empfehlung keine eingehende Kundenanalyse vorangeht.

Und der Knackpunkt hier ist: wenn der Kunde heiratet, ein Kind bekommt und die Frau daheim bleibt, zahlt der Durchschnittsverdiener kaum noch Steuern, so dass sich auch keine Steuerspareffekt ergibt. Die Rürup-Alters- und BU-Rente wird aber trotzdem versteuert.

Daraus folgt: die richtige Einstiegskombination wäre dann z.B. ein Riestervertrag mit SBU.

Gruß,
Andreas

Guten Tag Günter,

ein wenig stoße ich mich am letzten Wort des letzten Satzes.

Meinetwegen. ich wollte nur deutlich machen, dass man sich nicht auf eine Informationsquelle verlassen soll.

Könntest Du diesem Begriff zustimmen ? O-))

Gruß

Nordlicht

Guten Tag Nordlicht,
so ist das also. Dann bin ich nicht nur einverstanden, sondern
unterstütze auch die Ansicht, dass es immer besser ist,
mehrere Angebote und Meinungen einzuholen.
Gruß
Günther

Also rein prinzipiell ist gegen die Kombination Rürup+BUZ in meinen Augen nichts einzuwenden.

Die BU-Absicherung ist sehr wichtig, sozusagen fast Pflicht und es gibt eigtl nur diese 4 Varianten

  1. als SBU (selbständige BU, ohne jegliche Koppelung an andere Produkte)
  2. als BUZ (BU-Zusatzversicherung)in einer RLV oder KLV
  3. als BUZ in einem Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV)
  4. als BUZ in einer Basisrente (Rürup)

Vorteile/Nachteile der einzelnen Formen:
zu 1):

  • flexibelste Form, da kein angehängter Sparvertrag
  • günstiger Beitrag (insb bei Sofortverrechnung der Überschüsse, wozu ich immer raten würde)
  • steuerlich nicht absetzbar/keine staatliche Förderung

zu 2):

  • steuerlich nicht absetzbar/keine staatliche Förderung
  • unflexibel, da Koppelung der BU-Beiträge an Sparbeiträge, schwierig bei Beitragsaussetzung/-freistellung etc
  • Gesellschaft mit der besten/günstigsten Risikoabsicherung (BU-Teil) ist meist nicht gleichzeitig auch diejenige die die höchste Rendite auf den Sparbeitrag bringt

zu 3):

  • staatlich gefördert, beste Förderung
  • Nachteile wie 2)
  • noch unflexibler, insb:
  • große Probleme bei Arbeitgeberwechsel möglich
  • Arbeitgeber kann Anbieter und Anlageform vorschreiben

zu 4)

  • staatlich gefördert, steurlich absetzbar (aktuell zu 68%, ab 2025 zu 100%)
  • unflexibel, da Koppelung der BU-Beiträge an Sparbeiträge, schwierig bei Beitragsaussetzung/-freistellung etc

Fazit:
2) scheidet aus, da diese Koppelung keinerlei Vorteile, nur NAchteile hat
3) scheidet aus, da zwar schöne Förderung, diese aber mit so vielen z.T. auch sehr schwerwiegenden Nachteilen verbunden ist

Somit fällt die Entscheidung zwischen der SBU und Rurüß+BUZ.
Hier gibt es in meinen Augen keine generelle Empfehlung für das eine oder das andere.
Ich würde einer Frau tendenziell eher zur SBU raten, da aufgrund von Erziehungszeiten, ggf. auch späterem Hausfrauendasein hier die Felixibilität von Vorteil ist und nicht der Steuersparvorteil.
Hingegen würde ich dem gutverdienenden Hauptverdiener die Variante Rürup/BUZ nahe legen, da er nirgends seine Berufsunfähigkeit so günstig selbst absichern kann, gleichzeitig auch noch staatlich gefördert etwas für die Rente tut.

Rechenbeispiel dazu:
Akademiker, Ende 20, 40.000€ brutto p.a.
SBU:
1750€ BU-Rente für angenommen 50€ mtl. Nettobeitrag (nach Sofortverrechnung)
-> unterm Strich also wirklich 50€ Nettoaufwand monatlich

Rürup/BUZ:
1750€ BU-Rente für 50€ brutto
50€ Sparen (festverzinlich, Fondsanlage, je nach Belieben) für 50€ brutto

100€ brutto Zahlbetrag mtl. insgesamt
68€ absetzbar in 2009 (100€ ab 2025)
26,11 € Steuererstattung in 2009(Grenzsteuersatz bei 40.000€ p.a. ist 36,4% plus Soli 5,5%, hier Betrachtung ohne Kirchensteuer!)
38,40 € Steuererstattung ab 2025

73,89 € Nettoaufwand monatlich in 2009 (jährlich wirds günstiger, ab 2025 nur noch 61,60 € mtl.)

Bei steigendem Einkommen wird die Förderung immer positiver, der Nettoaufwand kann hier bis auf 55,7% vom Bruttoaufwand sinken (bzw sogar 51,9% bei Kirchensteuerpflicht).

ERGO: Die BU-Absicherung braucht man eh, Altersvorsorge auch, besser als in der Kombination Rürup/BUZ bekommt man beides nicht gefördert. Wer mit der eingeschränkten Flexibilität leben kann (Besserverdiener, insb die Hauptverdiener in der Familie) dem ist diese Kombination fast uneingeschränkt zu empfehlen.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile einige Anbieter, die es erlauben, die BUZ aus der Kombination später herauszulösen und als SBU weiterzuführen, dann kann man den Rürup-Vertrag ab diesem Zeitpunkt beitragsfrei stellen.

Was die Anbieterwahl angeht:
Zwar sind die Bedingungen bei der BU-Absicherung sehr wichtig, fast alle Anbieter haben jedoch eine Komfort-Variante, die alles wichtige enthält und sich fast ausschließlich bei weniger wichtigen Punkten von den Bedingungen her überhaupt noch unterscheidet. Hier wiegt das Preisargument in der Praxis oft dann wesentlich schwerer, da es heftige Preisunterschiede bei gleicher Absicherungshöhe und vergleichbaren Bedingungen gibt.

Von daher würde ich hier schon zu Rürup/BUZ raten, fraglich ist eher ob der Berater der 3-Buchstaben-Firma hier wirklich das günstigste/optimalste am Markt rausgesucht hat, dafür sind sie nicht in jedem Fall berühmt… :wink:

Auf jeden Fall ist mal falsch dass eine BUZ teurer ist als eine SBU.
Ich halte nix von der Verbindung mit Rürup, einfach mal vergleichen (lassen) welche SBU oder BUZ am günstigsten ist bei guten Konditionen.