BU wechseln, kündigen oder beibehalten?

Hallo,

kurz zu meiner Person - ich bin 27 Jahre alt und bin als Unternehmensberater im IT-Umfeld tätig (Informatikstudium).

Zum 1.9.04 habe ich beim Volkswohlbund eine BU abgeschlossen, die bis 2040 läuft und mir eine monatliche Rente von 1000€ beschert.
Es besteht ein dynamischer Beitrag, der im Moment bei ca 40€ liegt.
Überschussanteile werden in Fonds gesteckt - der Wert beläuft sich auf knapp 500€ im Moment.

Nun habe ich mich auf der einen Seite mit vielen Kollegen (Alter 28-42) unterhalten, die alle keine BU haben und meinen sowas erst zu machen, wenn man eine Familie ernähren muss. Nur wenige haben auch eine BU.
Aus diesem Grund ist eine Alternative das Kündigen der BU und die Überschüsse in eine Riester-Rente o.ä. packen.
Dann - unter inkaufnahme des höheren Beitrages - später eine BU abschließen.

Die zweite Alternative wurde mir von meinem Versicherungsberater ans Herz gelegt - ich sollte doch zur Nürnberger wechseln, da ich dort das gleiche bezahle, jedoch zu 1500€ abgesichert bin. Zudem sollte ich Kapital und BU trennen, so dass ich hier keine Überschussverwertung in Fonds hätte.

Die dritte Alternative ist die einfachste - ich lasse einfach alles wie es ist!
Oder kann man evtl bestehende Verträge aufstocken?

Vielen Dank für allerlei Hinweise…
Ich bin gespannt wie die Meinungen auseinandergehen :wink:

Gruß

msl

Ich sage es ganz kurz und knackig: Du bist schlauer als alle deine Kollegen !
Wenn ich sowas wie von deinen Kollegen höre stellen sich mir ein wenig die Nackenhaare auf. Alle Verbraucherzentralen, alle Fachmagazine weisen in allen Medien von Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen fast täglich darauf hin das man so früh wie möglich in eine BU einsteigen soll. Doch manche Menschen sind einfach resistent für sämtliche Hinweise.
Wenn du keine BU hast und nicht mehr arbeiten kannst ? Was dann ?
Darüber hinaus kommst du sehr oft garnicht mehr in eine BU

Versicherung wenn du länger wartest. Da reichen manchmal schon kleine Wehwehchen, ein kleiner Bandscheibenvorfall, eine leicht gekrümmte Wirbelsäule die mal festgestellt wurde, eine Allergie oder viele viele andere Faktoren. Es werden oft bis zu 1/3 aller Anträge abgelehnt. Wer die Chance hat sollte so früh wie möglich einsteigen.
Darüber hinaus hast du bei einem späteren Einstieg ein höheres Eintrittsalter und zahlst noch mehr Beitrag.

Ich würde mir im Gegenteil sogar Gedanken machen die BU Rente zu erhöhen. Kannst du wirklich von 1000 Euro leben und auch noch davon deine Krankenversicherung zahlen ? Erscheint mir etwas wenig.

Also die Augen weiter offen für die Ereignisse in der Welt halten und bitte nicht auf so grob fahrlässige Kollegen hören. Hier sind sich wirklich alle Seiten einig das eine BU zu den allerwichtigsten Versicherungen gehört! Hier geht es um die persönliche Existenz wenn du nicht mehr arbeiten kannst.

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Guten Morgen msl,

vorausschicken möchte ich, dass ich in diesem Bereich absoluter Laie bin. Aber was ich den Medien so entnehme, gehört eine BU-Versicherung neben der Haftpflichversicherung mit zu den notwendigsten Versicherungen - also kann ich Dir nur empfehlen, diese nicht zu kündigen. Ob Du die BUV wechseln solltest oder die bestehende verändern solltest, dazu kann ich Dir nichts raten.

Ich habe keine BUV, aber ich hatte eine (in einer LV eingeschlossen, das soll aber nicht so sinnvoll sein). Diese habe ich gekündigt, nach dem ich nach jahrelanger Einzahlung eines Tages feststellte, dass sämtliche Gesundheitsfragen mit einem „Nein“ beantwortet waren (danach war ich im Leben noch nicht geröntgt worden, hatte keine Erkältungen etc.). Bedauerlicherweise stimmte dies überhaupt nicht. Ich habe die Versicherung nicht aufrecht erhalten, da ich wahrscheinlich im möglichen BU-Fall eh keine Leistung erhalten hätte. Da ich zudem mal Rückenbeschwerden hatte, wäre eine BU wegen eines Rückenleiden wohl eh nicht versicherbar gewesen… (Eine erneute Antragstellung mit vollständigen Gesundheitsangaben haben wir gar nicht erst eingereicht, weil mein Versicherungsvertreter dem Antrag keine Aussichten auf Erfolg einräumte - zuviel Ausschlüsse, zu hoher Beitrag. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damals die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantwortet hatte, leider fand es sich so nicht in den Unterlagen wieder. Ich hätte einfach vor Unterschrift den Antrag ordentlich durchlesen müssen, dann wäre das nicht passiert - also war es auch meine eigene Schuld und die Beiträge habe ich unter Lehrgeld verbucht.

Lange Rede und kein Sinn - mein Rat wäre zu prüfen, ob die im Antrag gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen und vollständig sind. Wenn hier etwas fehlt o. ä. und die Versicherung dadurch leistungsfrei würde (dies dürften ja die Experten hier wissen), nützt sie Dir nichts und wiegt Dich nur in trügerischer Sicherheit.

Lieben Gruß

Trillian

Hallo,

danke für die Infos - wie schätzt ihr denn das Kündigen der bestehenden BU ein um im Gegenzug mehr Rente zu bekommen?

Die Gesundheitsfragen sollten soweit richtig sein - zumindest hat mein Versicherungsfachmann mir entsprechend eine BU mit top Konditionen rausgesucht und alles gegengechecked. Aber werd ich trotzdem mal prüfen.

Hatte im Forum hier gelesen das man sich auch ein ärztliches Zeugnis holen kann um sicher zu gehen, dass einem später keine Falschaussage einholt?!

Gruß

msl

Hallo!

eingeschlossen, das soll aber nicht so sinnvoll sein). Diese
habe ich gekündigt, nach dem ich nach jahrelanger Einzahlung
eines Tages feststellte, dass sämtliche Gesundheitsfragen mit
einem „Nein“ beantwortet waren (danach war ich im Leben noch
nicht geröntgt worden, hatte keine Erkältungen etc.).

Clever, nach spätestens 10 Jahren wären Falschangaben verjährt gewesen. Wenn Sie von jahrelang schreiben, wäre es ggf. sinnvoll gewesen die Versicherung doch nicht zu kündigen.

Gruß
CM

Hallo,

danke für die Infos - wie schätzt ihr denn das Kündigen der
bestehenden BU ein um im Gegenzug mehr Rente zu bekommen?

Was bringt Dir die Rente mit 60/65/67, wenn Du ab dem 30. Lebensjahr Berufsunfähig und pleite bist. Von was zahlst Du dann die Beiträge zur Rentenversicherung? Du vermischst zwei verschiedene Baustellen miteinander.

Hatte im Forum hier gelesen das man sich auch ein ärztliches
Zeugnis holen kann um sicher zu gehen, dass einem später
keine Falschaussage einholt?!

Kann man, bringt aber nicht allzu viel. In dem Attest wird nicht drinstehen, ob Du z.B. vor 2 Jahren bei einem Facharzt warst.

Du vermischst zwei verschiedene Baustellen miteinander.

Ich meinte BU-Rente - sprich monatliche Auszahlung im BU Fall

Hallo CM!

Clever, nach spätestens 10 Jahren wären Falschangaben verjährt
gewesen. Wenn Sie von jahrelang schreiben, wäre es ggf.
sinnvoll gewesen die Versicherung doch nicht zu kündigen.

(seufz)

Ich denke jetzt lieber nicht darüber nach… rückgängig lässt es sich jetzt auch nicht mehr machen (ist auch schon wieder ein paar Jahre her). Ich habe mich damals im Übrigen schon beraten lassen und nicht einfach so gekündigt.

Gruß

Trillian

Hallo MSL,

zum Thema Trennen von Sparen und Versichern hast Du eigentlich kein Problem. Du hast drei Möglichkeiten:

  1. Momentan zahlst Du mehr Beitrag, damit Du die Überschüsse am Ende der Laufzeit ausbezahlt bekommst (gar nicht so blöd, weil Du sie steuerfrei bekommst!).

  2. Alternativ kannst Du vereinbaren, dass die Überschüsse zur Erhöhung der BU-Rente verwendet werden, die damit (allerdings nicht garantiert, weil kapitalmarktabhängig) auf ein vernünftiges Niveau steigt.

  3. Du kannst eine Sofortverrechnung der Überschüsse vereinbaren, so dass sich Dein monatlicher Beitrag entsprechend reduziert. Die gewonnene Liquidität kannst Du dann nach eigenem Gusto anlegen.

Im Kleingedruckten aller Personen-Versicherungsverträge steht: „eine Kündigung zum Abschluss eines Neuvertrages ist nicht erwünscht.“ Dem ist nur hinzuzufügen, dass m.E. gewichtige Gründe in diesem Fall nicht vorliegen.

Gruß,
Andreas

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Was bringt Dir die Rente mit 60/65/67, wenn Du ab dem 30.
Lebensjahr Berufsunfähig und pleite bist. Von was zahlst Du
dann die Beiträge zur Rentenversicherung? Du vermischst zwei
verschiedene Baustellen miteinander.

Nur mal angenommen, ich hätte diese BU und wäre mit 30 berufsunfähig, wäre ich sicher nicht pleite, da ich ja eine Rente bekomme.
Und nur mal angenommen, ich hätte diese BU, hätte ich auch eine vernünftige Rentenhöhe vereinbart.
Und zu guter Letzt, hätte ich diese BU, würde ich mich auf die weiter oben erwähnte Steuerfreiheit nicht verlassen, da es hier meiner Meinung nach um eine Fondsanlage handelt. Das würde ich mal nachprüfen.

steuerfreie Auszahlung der Überschüsse
Hallo Dirk,

Und zu guter Letzt, hätte ich diese BU,
würde ich mich auf die weiter oben erwähnte Steuerfreiheit
nicht verlassen, da es hier meiner Meinung nach um eine
Fondsanlage handelt. Das würde ich mal nachprüfen.

Hiermit erledigt:

§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EstG

Gruß,
Andreas

Hallo,
ich bin absolut kein Experte auf diesem Gebiet, aber bzgl BU-Versicherung habe ich mich zu Beginn meines Berufseinstiegs schlau gemacht und zu folgenden Erkenntnissen gekommen:

  1. BU so früh als möglich absichern, da die Beiträge geringer sind und die Wehwehchen (hoffentlich) noch nicht so viele / groß sind.
  2. Unbedingt auf gute Versicherungsbedingungen achten (siehe Finanztest). Lieber - sofern möglich - etwas mehr zahlen.
  3. Gesundheitsfragen richtig beantworten und sich niemals von einem Vertreter belabern lassen. Einfach ALLES, WIRKLICH ALLES angeben.
  4. 1000 Euro im Monat? Viel zu wenig - auf Nachversicherungsgarantie achten.
  5. BU nicht kombinieren - allenfalls mit einer Risiko-LV, aber niemals mit einer Geldanlage - warum auch?
  6. Jetzige BU bei schlechten Bedingungen kündigen, aber erst dann, wenn neue BU sicher vereinbart.
  7. Es ist nicht schwer eine passende Versicheurng zu finden. Vergleiche finden sich in Finanztest - also ein Berater ist bei einer BU-Versicherung aus meiner Sicht völlig überflüssig, die Gefahr, dass dieser aufgrund Provisionen zu etwas Überflüssgigem oder einer Gesellschaft mit schlechten Bedingungen rät, wäre mir zu groß.
    In diesem Sinne,
    viele Grüße,
    tommyboy

*
Hallo,

für einen Laien war das schon top, mit Ausnahme der gerne überschätzten Finanztest.

Gruß
CM

Hallo,

ich denke auch, dass ich mich nun dafür entschieden habe die bestehende BU zu kündigen und in einen Tarif mit mehr Auszahlung und Gewinnverrechnung gehen werde.

Danke für die vielen Antworten!

Gruß