Buch-typographie

tag zusammen,

für ein polnisches buchprojekt ist die schriftauswahl wg.
sonderzeichen begrenzt.

hat jemand erfahrung mit der meta-book für ein
populärwissenschaftliches werk (viel bildmaterial) bezüglich der
lesbarkeit? diese habe
ich in der engeren wahl, bin aber mangels vergleichsmöglichkeiten im
buchbereich etwas unsicher. der kunde sagt zwar „ja, prima“, aber ich
zweifle noch etwas. wir planen ca. 2-300 seiten, fußnoten und
marginalien ohne ende.
der satzspiegel ist großzügig, es gibt viel weißraum.

der font-shop sowie elsner bieten nicht grad viel auswahl an
polnisch-fähigen schnitten.

zusammengefasst: ist die meta-book/kursiv/kapitälchen für so ein
projekt geeignet, und wer hat eine erfahrung damit?

gruß,
frank

Hy,

also ich würde mir darüber nicht sooo die Gedanken machen.
Ist die Schrift passend zum Projekt? Sieht das also alles gut aus oder wäre eine serifenlose im gegensatz zu einer Serifen Schrift besser? Nach wie vor wird halt immer noch entweder Times oder Arial verwendet (und deren Ableger).
Wichtiger wäre für mich eher der Satz, Layout und das gesamtbild.
Vom Preis/Leistungsverhältnis und ROI wollen wir mal nich reden, gell :wink: Oder soll es ganicht verkauft werden ?!
Welche anderen Schriften wurden denn bei anderen Buchprojekten verwendet? Vielleicht auch mal bei kopp-medien.de vorbeischauen.

Gruß
h.

Softmaker
… verkauft aktualisierte Schriftarten CDs mit „mitteleuropäischen“ Zeichensätzen, in denen auch osteuropäische Sonderzeichen drin sind.

http://www.softmaker.de

Gruß

Stefan

hi,

die meta ist auch für werksatz gut geeignet. nur zu! (bloß nich times oder arial - *schüttel* - das macht doch jeder…)

eigentlich haben alle schrifthersteller ein paar polnische schriften in der auswahl. nur sind das meist nicht die aktuellsten…

viel spaß beim layouten
tobias

…für die reaktionen.

nein, weder times noch helvetica kommen in frage.
die arial ist ja auch ein helvetica-klon von microsoft, mit allen
üblichen abstrichen.

mir geht es um erfahrung, was die lesbarkeit der schrift im
beschriebenen zusammenhang betrifft.
natürlich sieht das doppelseiten-layout der meta im satzspiegel
klasse aus.
der grauwert ist wie im lehrbuch, die anmutung ist recht modern, aber
nicht zeitgeistig.
aber: ist diese typo wirklich ermüdungsfrei lesbar über ca. 300
seiten? funktioniert die informationsübermittlung?
benutzt habe ich diese schrift für prospekte, das hat funktioniert.
erschwerend hinzu kommt die optische unruhe durch die vielen
sonderzeichen der polnischen schriftsprache.
nein, serifen kommen mir nicht ins buch.
ok, die anfrage war vielleicht sehr speziell.

erstmal danke,

frank

die meta ist auch für werksatz gut geeignet. nur zu!

hi tobias,

hast du ein beispiel? ich habe nichts gefunden.
immerhin: danke für die verstärkung. ich möchte mich nur schlau
machen, bevor ich eigenverantwortlich ein buchprojekt verwirkliche,
welches hinterher zwar toll aussieht, es aber niemand lesen kann.
möge willberg bei mir sein,
gruß,
frank

die entsprechende literatur
hallo frank,

o.k., wenn du aufgrund meiner worte noch nicht überzeugt bist, lasse ich die
literatur sprechen:

ein buch, gesetzt in der meta+ - ein übrigens sehr, sehr empfehlenswertes -:
bosshard, hans rudolf: typografie. schrift. lesbarkeit. verlag niggli ag,
schweiz, 1996.
zur meta schreibt bosshard: „die schmalen versalien, die eigenwilligen gemeinen
mit den leichten einschwüngen nicht nur bei den mittel-, sondern auch bei den
oberlängen (d ausgenommen) und die überzeugend geformten minuskelziffern ergeben
eine gut lesbare schrift. […] die zurichtung ist hervorragend, und man muß für
den qualitätssatz nur wenige zeichenkombinationen manuell bearbeiten.“

mr. willberg schreibt (in: wegweiser schrift. verlag hermann schmidt mainz,
mainz, 2001.) über die meta: „die meta ist etabliert. sie wurde zu einer der
meist-verwendeten schriften der 90er jahre. schmal laufend, ausgeglichene
proportionen. ein auffallendes kleines g (an dem sich die geister scheiden! -
anmerk. von tobias). die kursive ist stark geneigt. reich ausgebaut, bis hin zu
kursiven mediävalziffern. ein ‚dynamischer arbeiter‘.“

ich kann nur wiederholen: nur zu!

herzliche grüße
tobias