ok, dann los
Ja, und konkrete Fragen habe ich auch. Allerdings viel zu
viele.
dann fangen wir da mal einfach an.
Ist es wirklich nur schreiben, schreiben, schreiben und dann
an Verlage schicken?
ja. abgesehen davon, dass man natürlich auch dabei reift, übung gewinnt, seine stil verfeinert - ja. unbedingt.
Was ist von Literaturagenten zu halten?
vorweg: wenn ich von literaturagenten oder verlagen spreche, meine ich ausschließlich die seriösen und nicht etwa diese agenten, die allein für die aufnahme deines manuskripts schon 4-stellige summen nehmen (oder die, die dich an ihren eigenen druckkostenzuverlag „vermitteln“) und auch nicht sogenannte verlage, die jeden humbug drucken, solange du nur reichlich dafür bezahlst.
seriöse agenten bekommen ihre ca. 15% - aber erst genau dann, wenn sie dir einen vertrag bei einem verlag vermittelt haben und das erste geld von verlag geflossen ist. seriöse verlage zahlen dem autor geld und nicht umgekehrt.
aber auch agenten auch die können dir 1. nicht den reifeprozess abnehmen. auch dort wird man dir nur helfen können, wenn du die qualität zur veröffentlichung hast (wertfrei!).
2. wird die anzahl der neuen manuskripte unbekannter autoren, die ein verlag riskiert zu veröffentlichen, durch agenten auch nicht höher (jedes buch kann auch immer ein flopp werden. der verleger ist dabei voll im risiko!).
(gute) agenten haben allerdings den vorteil, dass sie wissen, bei welchem verlag was gesucht wird. dafür bekommen sie prozente wie makler. beschleunigen können sie den prozess des veröffentlichens nicht. schlechte agenten blockieren den prozess aber oft erheblich.
manche autoren arbeiten nur mit agenten, manche gar nicht. neulingen würde ich so oder so empfehlen, die infragekommenden verlage in bezug auf genre und titel zu „studieren“. und wie oft taucht dort ein unbekannter autor auf? in zeiten von google und buchmessekatalogen via internet alles kein problem mehr.
Kann man Werbung machen, bevor man veröffentlicht hat?
jein. kommt auf den zeitpunkt an.
z.z. arbeite ich an einem buch, das zur buchmesse in ffm erscheinen wird. ab sommer werde ich dafür auch öffentlich trommeln, interessenten für das thema zu sensibilieren u.a… zu diesem zeitpunkt gibt es dann auch eine webseite dazu mit leseproben.
Ist es
gut oder schlecht, Texte online zu stellen, daß sie jeder
lesen kann?
kommt wieder drauf an.
texte, die du noch veröffentlichen (sprich verkaufen) willst? eher nein.
texte, mit denen du möglicherweise an wettbewerben teilnehmen willst? auch eher nein.
fingerübungen, um sich mit anderen zu messen? „alte“ texte als arbeitsproben? jederzeit!
Wenn ja, bringt es was?
geschickt gehandhabt, sicher. das internet ist nun mal heute ein nicht zu vernachlässigender faktor. und wenn die seite, die dein buch oder deine texte vorstellt mit gängigen suchbegriffen bei google ziemlich vorn steht, hat das schon eine gewisse werbewirkung.
aber auch die teilnahme an (internet)schreibgruppen und schreibwettbewerben ist nicht zu unterschätzen: zum einen, weil es im schreiben übt, zum anderen, weil man in die „schreiberszene“ gewissermaßen hineinwächst und drittens eben wegen der werbewirkung (es ist wie fast überall im leben: man trifft immer wieder die selben 20 - 30 leute).
Was kann man gegen das
Phänomen tun, daß jeder (also auch ich) immer nur die Fehler
der anderen sieht, aber nicht seine eigenen?
damit hat JEDER zu kämpfen, der schreibt. darum gibt es lektorate. wenn ich einen text lektorieren soll, gehe ich nach verschiedenen kriterien vor.
in erster linie: macht die story überhaupt sinn*? wie ist der handlungverlauf? gibt es logische brüche? sind die charaktere glaubwürdig? bleibt die story so spannend, dass man sie zu ende lesen möchte? mag ich den erzählstil?
und erst dann: grammatik, rechtschreibung …
dabei entdeckt man vieles, was der autor nicht gesehen hat, weil es für ihn so selbstverständlich ist, dass er es gar nicht mehr hinschreiben muss - denkt er. (aber auch das ist in vielen branchen so. es gibt nix schlimmeres als programmierer, die ihre eigenen manuals schreiben.)
Soll man einen
Genremix machen oder lieber nicht?
wenn er originell ist, klar!
Kann ein Text witzig und
zugleich spannend sein oder widerspricht sich das?
björn jagnow analysiert in seinem buch „marketing für autoren“ genre mithilfe eines gleichschenkligen dreiecks (das ist auch für dich lesenswert! http://www.uschtrin.de/jagnow.html schon die leseprobe ist ganz in deinem sinne *g*). das ist jetzt schlecht hier zu erklären, aber du kaufst dir das buch sowieso, drum hier nur so viel: gewisse kombinationen sind natürlich immer möglich und oft auch ganz erfrischend. aber die eierlegende wollmilchsau gibt es auch in der literatur nicht. es ist ganz sinnvoll, sich vor dem schreiben zu überlegen, in welche richtung der roman gehen soll - schon, damit man ggf. gegensteuern kann.
Wenn jemand
ein Auto fährt, das sich auf Knopfdruck in ein Düsenflugzeug
verwandeln kann, und dann von der Polizei verfolgt wird, ist
dann der weitere Verlauf noch spannend zu schreiben, oder weiß
man dann schon, was passiert?
dazu kann ich dir nur die antwort eines mir gut bekannten autors weitergeben, der anlässlich einer solchen frage einmal sagte: „ganz einfach: man fängt mit einem erdbeben an und steigert sich dann langsam.“
Das soll erstmal genügen, mehr Fragen später.
ok.
ein, zwei tipps noch: sandra uschtrin bist du ja schon begegnet (im zusammenhang mit björn jagnow). sie bringt u.a. die federwelt raus, ein magazin für autoren und andere schreibwütige, das absolut lohnenswert ist: http://www.federwelt.de
desweiteren kann ich dir das http://www.autorenforum.de empfehlen. insgesondere unter der lasche „experten“ findest du massenhaft ratschläge rund ums schreiben und verlegen bzw. verlegt werden und auch zu agenten. den (ebenso empfehlenswerten) newsletter „the tempest“ kann man dort auch kostenlos abonnieren.
soweit erstmal fürs erste
schöne grüße
ann
*(nein, herr sick, ich bin nicht ihrer meinung in bezug auf diesen terminus.)