Lieber Herr Schulze,
von den beiden nachstehend genannten Zweigen, dürfte es der zweite sein, den Sie meinen. Um diesen näher kennen zu lernen, dürfte die Lektüre seiner Autobiografie: Die Welt von gestern, das geeignetste Mittel sein.
1Zweig
Zweig, Arnold, * Glogau 10. 11. 1887, † Berlin (Ost) 26.11. 1968, dt. Schriftsteller. 1933 Emigration nach Palästina, 1948 Rückkehr nach Berlin (Ost), dort ab 1950 Präs. der Dt. Akademie der Künste; setzte sich in breit angelegten Romanen mit den gesellschaftl. Kräften seiner Zeit auseinander; der Roman um einen Justizmord, ›Der Streit um den Sergeanten Grischa‹ (1927), ist Kernstück des mehrbändigen Romanzyklus ›Der große Krieg der weißen Männer‹, zu dem u.a. ›Die Zeit ist reif‹ (1957), ›Erziehung vor Verdun‹ (1935), ›Die Feuerpause‹ (1954) gehören.
Weitere Werke:
Novellen um Claudia (R., 1912), Frühe Fährten (Nov.n, 1925), Das Beil von Wandsbek (R., hebr. 1943, dt. 1947; verfilmt 1951 und 1981).
2Zweig
Zweig, Stefan, * Wien 28.11. 1881, † Petrópolis bei Rio de Janeiro 23. 2. 1942 (Selbstmord), österr. Schriftsteller. Emigrierte 1938 nach Großbrit., dann nach Brasilien; bes. bekannt sind seine Novellen (›Amok‹, 1922; ›Angst‹, 1925; ›Verwirrung der Gefühle‹, 1927; ›Schachnovelle‹, 1942) sowie der Essayband ›Sternstunden der Menschheit‹ (1927); auch groß angelegte Biographien (›Joseph Fouché‹, 1930; ›Marie Antoinette‹, 1932; ›Maria Stuart‹, 1935; ›Balzac‹, hg. 1946); bed. Übersetzungen.
Weitere Werke:
Ungeduld des Herzens (R., 1938), Die Welt von gestern (Autobiographie, 1942)
Weitere Auskünfte erhalten Sie in Bibliotheken oder guten Buchhandlungen.
Mit besten Grüßen
Fritz Ruppricht