Buchführung bei Umtausch

Hallo,

ich betreibe einen Versandhandel und habe eine Frage wie es sich bei einem Umtausch verhält (Buchführungstechnisch).

Ich habe eine Rechnung, „Rechunung1“ mit „Artikel X“ in Größe „S“:

„Rechnung1“
Artikel X, Größe „S“ 10,00 Euro
Versandkosten 4,90 Euro
Gesamt: 14,90 Euro

Nun hat der Kunde den „Artikel X“ in Größe „S“ anprobiert und stellt fest, dass ihm der Artikel zu eng ist und schickt den Artikel an mich zurück, mit der bitte diesen in Größe „M“ umzutaschen und überweist mir nochmals 4,90 Euro für den erneuten Versand der neuen Größe „M“.

Mein Steuerberater meinte, ich solle es so machen:

Als erstes zu „Rechnung1“ eine Stornorechnung schreiben:

„Stornorechnung“
Artikel X 10,00 Euro
Gesamt: 10,00 Euro

danach eine neue Rechnung schreiben, „Rechnung2“:

„Rechnung2“
Artikel X Größe „M“ 10,00 Euro
Artikel X Größe „S“ - 10,00 Euro
Versandkosten 4,90 Euro
Gesamt: 4,90 Euro

und dann bei „Rechnung2“ vermerken, dass dies ein Umtausch zu „Rechnung1“ ist…

Also ich denke, das müsste doch wesentlich einfacher gehen, so ist das doch viel zu umständlich?!

(Natürlich könnte ich auch die „Rechnung1“ stornieren, dem Kunden das Geld zurücküberweisen, er überweist es mir wiederum für „Rechnung2“, so wäre es leichter nachvollziehbar, aber auch irgendwie voll umständlich, und dem Kunden gegenüber nicht zumutbar)

Wie machen es die „Großen“, oder wie handhabt ihr das Ganze??

Über Antworten würde ich mich freuen
(Ich hoffe, es ist verständlich geschildert)

Servus,

die „Großen“ können es gar nicht anders machen, weil ihnen sonst der Bestand in der Warenwirtschaft heillos durcheinander kommt. Die arbeiten allerdings mit Systemen, bei denen diese Operation eine Sache von etwa drei Mausklicks ist: Die ausgeworfenen Rechnungen sind bloß Nebenprodukt zu den gebuchten Warenbewegungen.

Für einen „Kleinen“ ist es nicht zwingend notwendig, aber immerhin sinnvoll, das so zu machen, aus dem gleichen Grund: Nicht nur die Geld-, sondern auch die Warenbewegungen sind auf diese Weise vollständig und nachvollziehbar in der FiBu abgebildet.

Umständlich: Ja, wenn man will, ist FiBu umständlich. Man könnte ja auch hergehen, und bloß jeden Tag die Salden der Geldkonten vergleichen, und die gefundenen Differenzen als Überschuß ausweisen. Derartige Systeme haben bis vor etwa sechshundert Jahren ganz brauchbar funktioniert.

Schöne Grüße

MM

Hi,

oke…
dann passt das alles so, wie beschrieben?
Also auf der neuen Rechnung den Artikel von Rechnung1 (hier im Beispiel Größe S) mit Minus Betrag und den neuen (hier M) ganz normal aufgeführt?

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Servus,

Pardon, beim ersten Mal hatte ich zu schnell gelesen. Wenn man die Rechnung für den zurückgegebenen Artikel mit dem Betrag des Warenwertes storniert hat, ist die Rückgabe damit erledigt. Dann muß auf der neuen Rechnung bloß der neue Artikel plus Versandkosten drauf.

Wenn man die Rechnung für den Artikel zuerst storniert, und dann seinen Warenwert auf der neuen Rechnung ein zweites Mal abzieht, führt dies rechnerisch zu einem Guthaben des Kunden, das ist natürlich Unsinn.

Schöne Grüße

MM

wie sollte man es dann machen?

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Servus,

entweder:

  1. Gutschrift in Höhe des Warenwerts des umgetauschten Artikels auf die ursprüngliche Rechnung
  2. Neue Rechnung über den versendeten Artikel, wie üblich Warenwert plus Versand

oder:

Eine neue Rechnung mit zwei Positionen:

  1. wie oben
  2. wie oben

Ob die beiden Vorgänge als zwei Belege „Gutschrift“ und „Rechnung“ rausgehen, oder als ein Beleg „Rechnung“, auf dem die Gutschrift für den Umtausch aufgeführt ist, hängt u.a. davon ab, ob das System, mit dem die Belege und ggf. Buchungen erstellt werden, negative Vorzeichen beherrscht. Wenn nein, ist die Alternative „entweder“ die einzige Möglichkeit. Wenn ja, ist das gesprungen wie gehupft.

Schöne Grüße

MM

Hallo nochmal,

ich steh gerade irgendwie aufm Schlauch… :wink:

Das Problem ist halt, dass ich nix buchen kann… Ich buche ja nicht von den Rechnungen, sondern vom Kontoauszug… da tauchen ja dann nur die 4,90 Euro für den erneuten Versand auf, aber auf der neuen Rechnung Versand + die Warenkosten… dann stimmt das ja eigtl. nicht richtig.
Oder reicht es aus, auf der neuen Rechnung dazuzuschreiben, 4,90 Euro erhalten, Restbetrag bereits mit Rechnung1 bezahlt, da Umtausch? Am übersichtlichen wäre es natürlich, ich überweise dem Kunden den Betrag für Rechnung1 zurück. Er überweist mir dann den Betrag nochmal (inbegriffen 4,90 für den erneuten Versand) dann wäre alles ordentlich und nachvollziehbar. Leider bin ich viel zu perfektionistisch und denke oft viel zu kompliziert :wink:

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Servus,

Das Problem ist halt, dass ich nix buchen kann… Ich buche ja
nicht von den Rechnungen, sondern vom Kontoauszug…

Das macht eigentlich keinen Unterschied: Wenn man über Debitorenkonten bucht (was grundsätzlich zu empfehlen ist, auch wenns nicht so viele Vorgänge sind - Debitorenkonten sind der leichteste Weg, den Überblick über offene Forderungen zu behalten), steht auf dem betreffenden Debitor der Saldo 4,50 Soll, der sich aus der Gutschrift (Warenwert ohne Versandkosten) Haben und der neuen Rechnung (Warenwert mit Versandkosten) Soll zusammensetzt.

Wenn man unmittelbar vom Geldkonto bucht, ergeben sich die 4,50 Geldeingang aus zwei Buchungen: (Wert der Gutschrift) Erlöse an Bank und (Wert der neuen Rechnung) Bank an Erlöse. Am Ende des Auszugs wird die Abstimmsumme passen.

Geld braucht man da nicht mehr extra bewegen, das kostet bloß Gebühren.

Schöne Grüße

MM