ich bin auf der Suche nach einer professionelln Buchhaltungssoftware, die über eine XML- oder E-Mail-Schnittstelle verfügt, auf die ich von unserem selbst-entwickelten Onlineshop zugreifen kann.
Nach Möglichkeit sollte dies vollkommen automatisiert geschehen können. Beispielsweise indem die Buchhaltungssoftware auf einem zentralen Server läuft, an den dann die Buchungsinformationen vom Shop geschickt werden.
Unser Shop basiert auf PHP und MySQL und läuft auf einer Linuxmaschine.
dafür sind alle WaWi-Anwendungen geeignet, alldieweil aus dem Shop (der kein FiBu-Shop ist) ja nicht FiBu-Buchungssätze, sondern allenfalls Datensätze für die Formulierung der Aufträge generiert werden können. Wenn man die weiteren Zustände der Aufträge automatisieren würde, wäre das Ganze ohne Aussage. Es sei denn, der Internet-Shop packt und liefert automatisch (was z.B. bei Musikdownloads oder Software denkbar ist, aber nicht bei Warenversand).
Für eine kleine bis mittlere Größenordnung ist apertum (zu MS Great Plains) ganz gut geeignet. Aber: die Schnittstelle, mit der der Shop die Daten liefert, muss an die WaWi-/Fibu- Software angepasst werden, nicht umgekehrt. Die FiBu/WaWi „holt“ sich die Daten nicht aus dem Shop, sie müssen ihr geliefert werden.
Wie alle WaWi-Lösungen hat apertum seine Macken auf FiBu-Ebene (z.B. eine sehr fummelig zu pflegende OPOS-Verwaltung und einige Vorgänge, die an der Oberfläche eher sinnlos - vielleicht auch bloß DOSsig aussehen, wie „Monatsabschluss“ etc.). Aber alles, was keine WaWi kann, ist für diesen Zweck unbrauchbar. Und alles, was Buchungssätze in DATEV-Logik bildet, benötigt seehr gute Bastler, um die Schnittstelle zu schreiben.
Wenn Du Wert auf ne baldige Insolvenz legst, versuchs mal mit SAP (konkret der Anfrage: „Was kostet es, wenn ich im einmal eingerichteten System ein einzelnes Sachkonto in der FiBu neu definieren will?“)
Du bist da offenbar noch ganz am Anfang deiner Überlegungen und müsstest zunächst mal einen Schritt früher ansetzen, um zu einer sinnvollen Lösung zu kommen. Und zwar wäre die Frage zu klären, was denn überhaupt an Daten von der Shop-Software geliefert werden und wie diese verbucht werden sollen (ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du mit Buchhaltungssoftware eine reine Finanzbuchhaltung meinst, man könnte natürlich auch Auftragsrohdaten an eine Faktura zur Rechnungserstellung übergeben). Es gibt hierzu durchaus unterschiedliche Ansätze und es haben sich verschiedene Standarddatenformate etabliert, die mit unterschiedlichen Inhalten von verschiedenen Standardprogrammen gelesen werden können.
Eine Möglichkeit ist z.B., dass man den Shop wie eine Kasse mit anonymen Kundendaten laufen lässt und einfach nur einen Kassenabschluss mit einer Erlösbuchung pro Tag macht. Man kann aber auch pro Kunde ein Debitorenkonto führen und jeden einzelnen Vorgang über diesen Debitor buchen. Will man noch mehr Übersicht, kann man einzelnen Warengruppen auch noch zusätzlich abweichende Erlöskonten zuordnen, die dann getrennt angesprochen werden, … das geht bis hin zu Anforderungen bei denen der Kunde selbst wieder Rechnungen als Datensätze z.B. mit Kostenstellenverteilung haben möchte.
Etabliert hat sich für solche Zwecke einerseits das DATEV-Format und andererseits EDI, und Du findest daher auch diverse Standardprogramme, die diese Formate in den unterschiedlichen Ausprägungen unterstützen. Du solltest daher für eine Umsetzung deiner XML-Daten (wobei XML ja auch nur ein Container ist und die Felddefinitionen hierbei im Gegensatz zu DATEV oder EDI noch nicht feststehen) auf ein oder mehrere Varianten von DATEV oder EDI sorgen und diese Dateien dann zum Import durch eine Finanzbuchhaltung zur Verfügung stellen. Dann bist Du auf jeden Fall auf der sicheren Seite, weil dadurch dann eine Vielzahl von möglichen Finanzbuchhaltungsprogrammen mit dem Shop zusammenarbeiten kann.
Je nach Größe und Umfang der Installation kann man für solche Datenumsetzungen auch auf erprobte professionelle Lösungen zurückgreifen. Der MS Biztalk-Server wäre eine entsprechende Software, die zufällig auch geradezu prädestiniert für die Abnahme von XML-Daten ist.
Gruß vom Wiz
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du hast ein winziges detail vergessen. apertum ist „abgekündigt“, d.h. die weiterentwicklung wurde eingestellt, das programm wird vom markt mittelfristig verschwinden.
diese Situation besteht schon lange, genauer: Seit apertum und Navision von MS unter dem Namen „Great Plains“ zusammengefasst wurden. Bei MS wird schon seit einigen Jahren davon geträumt, aus beiden etwas zu basteln, was die Stärken von beiden enthalten soll. Vermutlich hat man vorher keinen Programmierer gefragt, ob und wie das geht…
Insofern besteht meines Erachtens keine Sorge, daß z.B. die neuen USt-Funktionen nicht eingepflegt werden - der Rollout der künftigen Lösung wird jedenfalls nicht per 01.01.2007 stattfinden. Wenn man den Kundenstamm von apertum so vergraulen würde, wäre er für eine künftige Great-Plains-Anwendung nicht einmal als kalter Kontakt zu führen.
ich weiß zwar nicht, warum der thread nicht vom mod verschoben wurde, aber es ist eh hier so wenig los.
du irrst. great plains, apertum und xal gehen ein, die nachfolger sind dynamic nav und ax.
deshalb ist apertum nicht zu empfehlen.