Buchstaben lesen mit 3

Hallo,

der Sohn meiner Freundin ist gerade mal 3 und hat sich selber
das Lesen von Buchstaben und Zahlen beigebracht.
er lernt freiwillig und völlig selbstständig fleißig weiter und meine Freundin weiss nun nicht ganz recht wie das so weiter gehen soll. Gibt es im ruhrgebiet eventuell organisationen
mit denen man mal ganz unverbindlich über die situation
reden könnte.
keine sorge sie will das kind nicht irgenwie zum wunderkind
machen, sondern braucht nur ein wenig beratung.

tausend dank anna

Keine Panik!
Hallo Anna!

Meine erste Tochter hat mit zwei Jahren begonnen, mir mit Papier und Schreiber nachzulaufen und mich zu bitten: „Schreib A!“
Damit hat es angefangen.
Mit drei konnte sie alle Buchstaben lesen und schreiben.
Bei uns gibt es keine spezielle Frühförderung für begabte Kinder, so besuchte sie die ganz normale Schule.
Das Einzige, was sie heute unterscheidet von ihren Schulkameraden ist, dass sie bis heute nicht das Lernen erlernt hat. Was sie sich vom Unterricht merkt, reicht meistens, um die Klasse positiv abzuschließen. Dieses Jahr macht sie die Matura (Abitur), und ich hoffe, dass sie das auch noch schafft - lernfaul, wie sie ist. (Da hilft auch ihr IQ von 136 nicht, wenn sie nicht Jahreszahlen oder Französich-Vokabeln lernt!)

Wenn Du Deiner Freundin also einen Rat geben möchtest: Das Lesen nicht verbieten! Bücher und Lernanregungen geben, Begabtenförderung auskundschaften, und ihn das Lernen lehren :wink:))

Viele Grüße

Hanna

Hallo Anna,

ich denke, dass prinzipiell keine Beratung notwendig ist. Was Kinder in diesem Alter von sich aus machen, machen sie halt, und es ist in Ordnung. Wenn es denn unbedingt notwendig sein sollte, könnte man unter „Hochbegabung“ im Internet nach Institutionen suchen, die dementsprechende Angebote offerieren. Aber - wichtig! - das ist in diesem Fall (noch) nicht nötig, denn das ist nicht ungewöhnlich. Freut euch üner die eigenen Schritte des Kindes und lasst es wachsen, wie es von sich aus wächst. Etwas Besseres könnt ihr ihm nicht geben.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

hallo
es gibt eine internetseite auf der sich mit der thematik auseinandergesetzt wird und man auch beratung findet,gerade für den elementarbereich.
http://www.kindergarten-workshop.de
forum stichwort hochbegabung.
gruss carla

Hai, Anna,

es gibt zwei kleine Hinweise, die ich Deiner Freundin geben würde:

  • die Einschulung auf keinen Fall verzögern; in meinem Bekanntenkreis ist es gerade Mode, den Kindern „ihre Kindheit zu lassen“, sie also erst mit 7 einschulen zu lassen. Deine Freundin sollte eher zusehen, daß ihr Kleener frühzeitig auch ausreichend soziale Kompetenz lernt und schon mit 5 in die Schule kann…
  • mit dem/der zukünftigen Lehrer/in zu sprechen und ihm/ihr die bereits vorhandene Lesefähigkeit (und bis dahin wahrscheinlich auch Schreibfähigkeit) mitzuteilen - ich erinnere mich bis heute an den Horror des ersten Schultages. Meine Lehrerin hat mich knallhart als Lügnerin bezeichnet, als ich sagte, ich könne schon lesen. Sie wollte mich dann vorführen und es wurde ein heftiger Streit daraus, der mir beinahe einen Schulverweis am ersten Tag einbrachte. Da die Dame vom Direktor gebremst werden musste, hatte ich nur noch Ärger mit der Frau - was mir das Fach „Lesen“ erstmal gründlich verleidete.

Gruß
Sibylle

Hallo Thomas,

hier stimme ich Dir zu.

Manche Kinder spielen eben gerne Buchstabenlernen. Ist keine große Sache.

An Hochbegabung würde ich denken, wenn das Vorschulkind beginnt, sinnentnehmend zu lesen oder ausgedachte Geschichten zu schreiben.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo,

ich habe mir im Alter von 4 selbst das Lesen beigebracht. Gleichzeitig konnte ich dann auch schreiben, allerdings nur in Druckbuchstaben, weil ich es ja in Büchern so gesehen hatte.

Ein Jahr später wurde ich eingeschult und der Ärger begann:

  • schlechte Noten in Handschrift (ich konnte zwar 100% mehr schreiben als alle anderen, aber es war ja keine Schreibschrift :augenverdreh:smile:
  • furchtbarer Ärger in der Schule, weil ich mich natürlich unglaublich langweilte, während die anderen Lesen usw. lernten

Ausser Ermahnungen an meine Eltern, Verweise etc. ist den Lehrern leider nichts eingefallen. Die Erlaubnis, im Unterricht leise ein Buch zu lesen hätte ausgereicht, um mich in ein friedliches Kind zu verwandeln. Auch meine Eltern sahen ausser Strafen leider keinen Handlungsbedarf (etwas Förderung wäre nett gewesen) und schickten mich in den Flötenunterricht (musische Begabung bei mir = 0), wo ich dann noch mehr still sitzen musste und noch mehr Ärger bekam.

Mein Tipp daher: von eventueller Hochbegabung mal ganz abgesehen (das werden die nächsten paar Jahre zeigen) musst Du unbedingt dafür sorgen, dass die Lehrer Deines Kindes wissen, was es schon kann und es entsprechend beschäftigen, ansonsten gibt es gute Chancen, dass Dein Kind zum „underachiever“ wird, also trotz großer Begabung nur schlechte Lernerfolge/Leistungen erzielt.

Mein persönlicher Eindruck ist auch, dass unser Schulsystem für sehr lernschwache und sehr lernbegabte Kinder nicht ausgelegt ist, sondern nur für „die breite Mitte“. Daher musst Du Dein Kind auch selber fordern und fördern. Jetzt ist es noch zu früh, da kann man nur Anregungen geben, um die Interessen des Kindes auszuweiten. Später wird das aber interessant.

Liebe Grüße,

Myriam

Gleichzeitig konnte ich dann auch schreiben, allerdings nur in
Druckbuchstaben, weil ich es ja in Büchern so gesehen hatte.

  • schlechte Noten in Handschrift (ich konnte zwar 100% mehr
    schreiben als alle anderen, aber es war ja keine
    Schreibschrift :augenverdreh:smile:

Hi,

zumindest damit hätte ein Kind heute keine Probleme mehr, da die Kinder zuerst Druckschrift lernen (jedenfalls bei uns, NRW, ich weiß nicht, ob es überall so ist)

Gruß
Nelly

Hallo Anna,

schau doch mal hier rein:

http://www.dghk.de

Gruß Maja

Druckschrift
Hi Nelly,

auch ich gehöre zu denen, die mit 3 Jahren mit dem Lesen (und Rechnen) angefangen haben. (Inzwischen getestet hb…)

zumindest damit hätte ein Kind heute keine Probleme mehr, da
die Kinder zuerst Druckschrift lernen (jedenfalls bei uns,
NRW, ich weiß nicht, ob es überall so ist)

stimmt, es wird mit der Druckschrift angefangen.
Auch bei mir in der ersten Klasse war das so.
Trotzdem gab es ein Problem: die in der Schule gelernte Schrift weicht ja bestimmt leicht von der ab, die man sich selber beigebracht hat. Soll heißen, man bringt sich das I als großen senkrechten Strich bei, in der Schule soll man es aber als J (jaaa, das I sieht dann genau so wie das Schreibmaschinen-Jott aus; das Handschrift-Jott soll dann weiter nach unten gehen) schreiben.
Die allermeisten Buchstaben musste ich umlernen.
Dann gab’s da noch so ein kleines Problem: meine Mutter ist aus Berlin, folglich nennt sie den Buchstaben ß „es-zett“.
In der Schule (in Bayern) ist aber der selbe Buchstabe mit „scharfes S“ zu bezeichnen. Hat mir meine Lehrerin immer als rigoros „falsch!“ angekreidet :frowning:
Auch beim Buchstabieren: ich hab das Alphabet so aufgesagt: „ah, be, ce, de, eh, ef, geh, ha, i, jott, ka, el, em, en, oh, pe, quh, err, esss, teh, uh, vau, weh, icks, ypsilon, zett“.
In der ersten und zweiten Klasse durfte man das aber nicht, da musste man zum m „mmmm“ sagen, zum s „sss“ etc.

Ich will hier auf keinen Fall jemanden dazu bringen, das Lesen und Schreiben vor Schuleintritt zu verbieten!!!
Wenn es das Kind will - dann soll es das auch dürfen :smile:

Nur, man muss eben damit rechnen, dass es gewisse Probleme geben kann (aber welches Kind hat keine Probleme in der Schule?! und gerade, wenn ein Kind pfiffig ist, kann es in der Schule mehr Probleme geben, als man allgemein meint - wenn man clever ist, ist man nicht unbedingt ein Musterschüler!)

Viele Grüße,
Nina

Auch beim Buchstabieren: ich hab das Alphabet so aufgesagt:
„ah, be, ce, de, eh, ef, geh, ha, i, jott, ka, el, em, en, oh,
pe, quh, err, esss, teh, uh, vau, weh, icks, ypsilon, zett“.
In der ersten und zweiten Klasse durfte man das aber nicht, da
musste man zum m „mmmm“ sagen, zum s „sss“ etc.

Hallo,

das ist in der Tat ein Problem für viele Kinder. Mein Sohn kann das Alphabet auch schon auswendig, seit er 3 Jahre alt ist. Er hat natürlich auch „ah be ce“ usw. gesagt. Jetzt in der Schule muss er auch „mmm“ statt „em“ sagen. Es wäre besser gewesen, er hätte es gleich so gelernt, weil es für das Schreibenlernen viel besser ist. Wenn man z.B. das Wort „Lesen“ so buchstabiert: „el e es“ usw., dann könnte man annehmen, dass das Wort mit einem E beginnt. Das macht in der Tat vielen Kindern Schwierigkeiten.

Gruß
Nelly

Hallo,

unser Sohn ist jetzt 3 1/2 und will auch immer wieder einmal paar neue Buchstaben wissen - warum soll ich ihm sie nicht sagen? Oder andersherum gefragt: wie wöllte ich ihm sagen, dass ich ihm dass noch nicht sagen will??? Weil - zu klein ist er m. E. nicht.
Und manchmal frag ich ihn eben, ob auf der Seite ein „A“ oder „B“ ist und wenn er eins findet dann freuen wir uns eben.

Anders würde ich aber auch sagen: ich muss meinem Kind nicht die Buchstaben eintrichtern, nur weil ICH will, dass es diese bringt oder ein „Superkind“ wird - auch das wäre nicht i. O.

Gruß

Auch hallo,

Es wäre besser
gewesen, er hätte es gleich so gelernt, weil es für das
Schreibenlernen viel besser ist. Wenn man z.B. das Wort
„Lesen“ so buchstabiert: „el e es“ usw., dann könnte man
annehmen, dass das Wort mit einem E beginnt. Das macht in der
Tat vielen Kindern Schwierigkeiten.

Andererseits ist es aber ziemlich schwierig, ohne die Vokalisierung zu buchstabieren. Wir machen beides: ich sage unserem Sohn immer, der Buchstabe heißt „ha“ (z.B.), und man spricht ihn „h“. Bis jetzt hatte er keine Probleme damit, sich beides zu merken…

Gruß Kubi

Hallo,

Andererseits ist es aber ziemlich schwierig, ohne die
Vokalisierung zu buchstabieren. Wir machen beides: ich sage
unserem Sohn immer, der Buchstabe heißt „ha“ (z.B.), und man
spricht ihn „h“. Bis jetzt hatte er keine Probleme damit, sich
beides zu merken…

für mich war es auch kein Problem, mir das zu merken.
Habe da auch mit dem Lesen nix durcheinandergebracht.
„Mama, da steht ‚HASE‘ das schreibt man Ha Ah Es Eh“.

Vielleicht hat man das früher in der Schule sowieso so gemacht, dass man gleich „Ha“ statt „H“, „Em“ statt „Mmmmm“ gesagt hat - denn ich kann mich daran erinnern, dass meine Mutter es etwas seltsam fand, dass wir in der Schule statt „Em“ „Mmmm“ sagen sollten.

Grüße,
Nina