Aber in der klinischen Psychologie geht es doch auch um die Krankheitsbilder, welche unter anderem durch Psychotherapie behandelt werden - oder nicht?
Also: Diagnose, Behandlung -> Rehabilitation und Prävension (unter anderem via Psychotherapie - oder?)
Sonst hiesse das ja, dass ich nach einem Psychologiestudium ohne klinischer Psychologie auch eine Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten mit anschliessender Approbation absolvieren könnte.
Sonst hiesse das ja, dass ich nach einem Psychologiestudium
ohne klinischer Psychologie auch eine Ausbildung zum
psychologischen Psychotherapeuten mit anschliessender
Approbation absolvieren könnte.
So ist es ja auch. Ein an einer Universität abgeschlossenes Psychologie-Studium gibt dir genauso wie ein abgschl. Medizinstudium die Möglichkeit, anschließend weiterführend eine Psychotherapie-Ausbildung an einem anerkannten Psychotherapie-Institut zu machen.
Gruß,
Branden
Hi,
das scheint etwas verwirrend zu sein.
Wenn ich es richtig verstehe fragst du nach der Zugangsmöglichkeit. Das hat etwas mit der restriktiven Gesetzgebung seit 1999 in Deutschland zu tun. In anderen Ländern wird das anders gehandhabt. Früher war Psychotherapie nur Ärzten erlaubt. Deshalb nannte Reinhard Tausch den Rogers Ansatz Gesprächstherapie und nicht Psychotherapie. Gespräche kann man nicht verbieten.
Die Gestalttherapeuten tönen selbstbewußt: „Anarchie gibt es nicht auf Krankenschein“ (Erhard Doubrawa). Sie halten es mit den Anarchisten Landauer, Buber und Goodman.
Außerdem: "Therapie ist viel zu wertvoll um nur den „Kranken“ vobehalten zu sein!
Die Akkreditierung der Krankenkassen soll den Markt beschränken, weil jeder Anbieter auch ein Kostenverursacher ist. Die wollen auch wissen für was sie bezahlen sollen.
Es geht um das Bestreben der Berufsgruppe der Psychologen an die Fleischtöpfe der Mediziner zu gelangen.
Das hat inhaltlich mit Psychotherapie und dem Schulenstreit nichts zu tun.
Am Markt sind auch andere Berufsgruppen beteiligt, die inhaltlich Psychotherapie anbieten.
Die Theologen haben sich mit ihrer „Seelsorge“ von Anfang an daran beteiligt.
Seit 1981 gibt es mit Achenbach die „philosphische Praxis“ für Philosophen.
Schon frühzeitig, seit den 1920er Jahren sind die Sozialarbeiter aktiv für die Menschen ganz unten. Die haben einen eigenen Studiengang und Akkreditierung. Neuerdings den klinischen Sozialarbeiter mit mehreren Therapieausbildungen und eigene Verfahren. Wollen aber mit Medizin und Psychologie nichts zu tun haben. Sie fühlen sich der Soziologie und Pädagogik verbunden. Häufig wird dort auf Hannah Ahrendt verwiesen. Diese war eine Freundin von Heidegger und Jaspers. Letzterer betätigte sich auch als Kritiker der Psychoanalyse.
Im Wirtschaftsbereich gibt es den „Prozeßberater“. Dieser ist mit dem Namen Edgar H. Schein eng verbunden.
Zum Schulenstreit läßt sich schön der Therapiebegründer der Logotherapie Viktor Frankl heranziehen. Er gründete einen Therapieverband. Sein Mitarbeiter Längle wandte sich der klinischen Psychologie zu. Frankl verließ daraufhin seinen Verband und gründete einen neuen. Er gehörte zu den philosophierenden Ärzten und wollte mit der klinischen Psychologie nichts zu tun haben. Die beiden Logotherapeutischen Verbände haben nichts miteinander zu tun.
Ein anderer Mitarbeiter, ich glaube Bock, pilgerte zu Heidegger mit dem Anliegen: „laß uns was für die Therapeuten tun“.
Erwähnen möchte ich noch die heiße Diskussion zwischen Rogers und Skinner, die sehr kontrovers verlief - lang ist`s her.
Dann gibt es noch den allg. Beratermarkt bzw. Beratungspsychologie. Diese ist den ethikbasierten Verfahren, z.B Rogers, verpflichtet. So kann man den Master of counselor an einigen Unis machen.
Nur der Begriff „psychologischer Psychotherapeut“ ist in der BRD geschützt, der Begriff Psychotherapie nicht.
Über Zulassung und zugelassene Ausbildungen für Psychologen kannst du dich an den BDP wenden.
Wenn du noch Fragen hast, her damit.
Lieben Gruß auch
Ach ja,
vergessen habe ich zu erwähnen, das Kritiker die sog. Diagnosen für üblen Unfug halten. Sie erklären diese als Moralen, welche häufig genug Menschen diskriminieren und Etiketten ankleben. So findet man in den existentiellen/humanistischen Therapien keine Diagnosen und sie sind da vehemente Gegner. Ab und zu mal eine erkärende Bescheibung höchstens. Man möchte keinesfalls Menschen entwürdigen, wie es die Etiketten von sog. Diagnosen tun.
Man kann wohl auch kaum den Menschen auf 1400 Begriffe reduzieren wie der DSM IV Katalog. Bei den allg. Beschreibungen dort ist auch für jeden eine Krankheit dabei.
Na denn …
So ist es ja auch. Ein an einer Universität abgeschlossenes
Psychologie-Studium gibt dir genauso wie ein abgschl.
Medizinstudium die Möglichkeit, anschließend weiterführend
eine Psychotherapie-Ausbildung an einem anerkannten
Psychotherapie-Institut zu machen.
So ist das aber nicht (mehr) richtig. Es gab inzwischen so etwas wie die die Bolognareform. Es gibt kein Diplom mehr, dafür Bachelor und Master, beides wird an Unis und Fachhochschulen verliehen. Master + Klinische Psychologie ist zumindest derzeit Voraussetzung für die Psychotherapieausbildung.
Okay, danke, da war ich wohl nicht mehr auf dem neuesten Stand,. An den Universitäten verändrt sich z.Zt. soviel durch die Übernahme der angloamerikanischen Abschlüsse bachelor und master - ich wusste garnicht, wieviele Studiengänge davon schon betroffen sind. Wie ich gerade kürzlich auf einer schweizerischen Anmeldungswebsite fürs Medizinstudium las, scheint sogar das Medizinstudium dort schon von bachelor et al. durchsetzt zu sein.
Gruß,
Branden