Hallo,
mal angenommen, ihr wärt auf der Suche nach einer Urlaubsreise und hättet ein Angebot gefunden, das euch gefällt. Auf der Website des Anbieters wollt ihr nun eine Vakanzprüfung durchführen (herausfinden, ob diese Reise für den von euch gewünschten Zeitraum verfügbar ist), und würdet dafür über den Link „Preise/Vakanz/Buchung“ weiterklicken.
Nun mal angenommen, man lässt das für den Reisezeitraum vorgesehene Feld versehentlich frei, klickt auf weiter und landet schließlich auf einer Seite (nennen wir es „Seite 2“), wo man gefragt wird, ob man mit den Reisebedingungen einverstanden ist und ob man eine Reiserücktrittsversicherung wünscht. Im Feld „Bemerkungen“ trägt man den gewünschten Reisezeitraum ein, da es bei einer Vakanzprüfung ja nunmal genau darum geht, herauszufinden, ob zu dieser Zeit die Reise möglich ist. Man klickt auf „Senden“, und die Anfrage ist abgeschickt.
Gleich darauf fällt einem aber auf, dass es eine Seite zuvor doch die Möglichkeit gegeben hätte, das Reisedatum einzugeben. Also probiert man es noch einmal und landet diesmal nicht auf „Seite 2“, sondern bekommt stattdessen die Antwort „Keine passenden Preise in der Kategorie für diese Zeitspanne verfügbar“. (Mit Kategorie ist hier gemeint Hotel oder Gästehaus.) Nun denkt man also, die Reise ist zum gewünschten Termin nicht verfügbar und bucht sie über einen anderen Anbieter.
In einem Auto-Response-Schreiben, das man sofort nach der Anfrage erhält, schickt einem der Anbieter „Nachfolgend die uns uebermittelten Anfrage-Daten zu Ihrer Vakanz- bzw. Buchungsanfrage“ noch einmal zu. Immer noch sieht es danach aus, als ob mit der Vakanzanfrage alles ganz normal geklappt hätte, und man einfach in wenigen Tagen noch mal eine Absage bekommt.
Nun stelle man sich aber vor, wenige Tage darauf käme eine Buchungsbestätigung des Anbieters. Man antwortet darauf, es habe sich lediglich um eine Vakanzanfrage, nicht um eine Buchung gehandelt, woraufhin einen der Anbieter mit Verweis auf die Reise- & Stornobedinungen zu einer Zahlung von Stornogebühren von über 400 Euro verpflichten will. Weiterhin antwortet der Anbieter: " Unsere Rundreisen sind grundsätzlich immer buchbar, eine Vakanzauskunft, dass zu dem von Ihnen gewünschten Termin keine Vakanz bestand, kann es durch unser System bei korrekter Abfrage nicht geben. […] Auserdem erhalten Sie innerhalb von Sekunden durch unseren Auto-Responder eine Mitteilung, dass Sie sich bitte sofort melden mögen, wenn mit den übertragenen Buchungsdaten etwas nicht stimmt, das haben Sie auch nicht getan, also mussten wir davon ausgehen, dass die Buchung durchgeführt werden kann und haben die gesamte Reise bereits gebucht."
Wie gesagt, in dem Auto-Responder war immer noch die Rede von Vakanz- bzw. Buchungsanfrage, weshalb man zu dem Zeitpunkt noch keinen Grund sah, dem Unternehmen einen Fehler o.ä. zu melden.
Meine Frage also nun: Kann der Anbieter einen wirklich auf Buchung festnageln und zur Zahlung von Stornogebühren verpflichten, wenn eine Vakanzanfrage mit dem vorgesehenen Formular offensichtlich nicht
richtig funktioniert und man stattdessen gleich bei der Buchung landet, ohne es zu merken? Und wenn die Website des Anbieters selbst einem mitgeteilt hat, die Reise sei gar nicht verfügbar?