… hi Cess,
nachdem ich immer wieder bereit bin mein mitunter schon etwas verfestigtes Weltbild auch mal wieder zu verändern, habe ich die letzten Tage damit verbracht alle Pferde bei uns im Stall, die mir so auf Zuruf zur Verfügung stehen, auszutesten
Und was Hexerl sagt stimmt imho nicht ganz, ich habe reiten
ohne Zügelhilfe gelernt, also nur mit Gewichtverlagerung und
Schenkeldruck, und da wurde mir seinerzeit beigebracht, dass
Gewichtsverlagerung nach hinten das Pferd zum Stehen bringt
(hat auch immer geklappt).
ich habe um ein möglichst flächiges Bild zu bekommen getestet (deswegen hats auch ein paar Tage gedauert, sind ja nicht immer alle Besitzer da)
7-Jährige Warmblutstute, klassisch englisch geritten - Dressur bis L, Springen A , TREC und Oriritte, letztes Jahr in ihrer ersten Saison die deutschen Trekkingmeisterschaften mitgegangen und auch gutplaziert gewesen - dieses Jahr dort nicht mitgegangen weil ich gesundheitshalber ein paar Monate ausgefallen bin
o.k. bei dieser Warmblutstute bin ich etwas befangen in der Beurteilung, die hab ich selber gezogen und auch ausgebildet :o) …
9-jährige Quarterstute, Western geritten, Reining ausgebildet
16-jährige Araberstute, western geritten, Reining und pleisure
8-jährigen Haflingerwallach, klassisch englisch, Dressur bis A
15-jährigen Isländerwallach, 5 Gänger
Ergebnis :
mein Pferdemädel … mit Sattel und Trense … alle drei Gangarten
zurücklehnen & Hände vor = Rahmenerweiterung, energischeres Abfussen, dehnen vorwärts abwärts (also zulegen in Mittelschritt / Mitteltrab / Mittelgalopp)
zurücklehnen & Hände mit zurück = Kopf hoch Rücken weg und Gas
Das Quartertier (Reining = Westerndressur)
zurücklehnen & Hände vor = energischeres Abfussen, dehnen vorwärts abwärts
zurücklehnen & Hände mit zurück = Kopf hoch Rücken weg und Gas
die Arabärin (Reining und Pleisure)
zurücklehnen & Hände vor = energischeres Abfussen, dehnen vorwärts abwärts
zurücklehnen & Hände mit zurück = Kopf hoch Rücken weg und im Trippelgang Gas gegeben
der Haflinger
zurücklehnen & Hände vor = Rahmenerweiterung, energischeres Abfussen, dehnen vorwärts abwärts
zurücklehnen & Hände mit zurück = Kopf hoch Rücken weg und Gas
der Isi
zurücklehnen & Hände vor = energischeres Abfussen, dehnen v/a
zurücklehnen & Hände mit zurück = Kopf hoch Rücken weg und Gangsalat (kein wunder bei 5 gängen)
und der Fairness halber… meine dann auch noch ohne Sattel ohne trense auf Halsring (weil sie auch Chironspringen geht) :
zurücklehnen = auch wieder Rahmenerweiterung, energischeres Abfussen, dehnen vorwärts abwärts (also Mittelschritt / Mitteltrab / Mittelgalopp)
und um das Bild abzurunden : meine 8 jährige Nichte (ca. 25 - 30 kg) auf mein Pferdemädel gesetzt (ohne Sattel - ohne Zügel - nur Longiergurt zum dran Festhalten und mit Dreieckszügeln ausgebunden)
zurücklehnen = Pferd tritt deutlicher unter und gibt Gas
aufrichten, Bauch einziehen, ausatmen = Pferd bremst
zum Anhalten haben auch alle gleich reagiert - am besten ging es … Aufrichten - Bauch einziehen … ausatmen und Bügel nach hinten unten austreten …
so sind zumindest die meisten Pferde in unserem Stall der Meinung das Belasten der Hinterhand (wo auch der Motor sitzt) heisst vorwärts mit den hinterbeinchen und lässt man sie gleichzeitig mit der Hand vor gehts auch deutlich vorwärts … lässt man die Hand stehen versammeln sie sich … naja und Hand ZURÜCK ist bei Todesstrafe verboten (das mag ich hier also nicht diskutieren) und ich tendiere immer dazu den Pferden zu glauben wenn es um eine Frage geht, die die Hilfengebung betrifft :o) die müssen es schliesslich wissen :o)
aber jetzt würde mich wirklich interessieren wo du Reitunterricht hattest - ich habe dieses vorneigen = Gas, zurück = bremsen in den letzten 30 Jahren nur 2 Mal gesehen und da hatten die Pferde das als „Lektion“ gelernt (so wie Westernpferde auch auf Zufruf „woah“ oder meine Rübe auf „haaalt“ aus jeder beliebigen Gangart stoppen - unabhängig vom Sitz) aber eben nicht aus Reflex … ich arbeite lieber mit Reflexen, denn die müssen sie garnicht erst verstehen sondern können sofort reagieren :o)
Grüßle Hexerl