Buddhismus

Hallo Alle,

vor kurzer Zeit habe ich das Thema Buddhismus aufgerufen.

Da ich im Moment kath. Christ bin, das aber vielleicht ändern will, und zum Buddhist werden möchte.

Ich hatte mir auf Rat von ein paar interessanten Antworten von euch, das „Glaubensbekenntnis“ des Buddhismus durchgelesen(steht auf der DBU-Seite).

Es ähnelt sehr dem der katholiken, und hat mich ein wenig irritiert! Ich dachte es sei etwas „freier“. Jedoch glaube ich nicht das das die 10 Gebote des Buddhismus sind, oder liege ich da Falsch? Bitte nehmt stellung dazu. Besonders der Satz:„Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen, Nichtgegebenes nicht zu nehmen, keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu pflegen, nicht zu lügen oder unheilsam zu reden, mir nicht durch berauschende Mittel das Bewußtsein zu trüben.“ Was sind „unheilsame“ Beziehungen? Kann mir das jemand erklären?

Und speziell die Stelle:„Ich will mich bemühen…mir nicht durch berauschende Mittel das Bewußtsein zu trüben!“ Ich wußte nicht das darauf im Buddhismus soviel wert darauf gelegt wird. Wenn man das genau nimmt darf ein Buddhist keinen Alkohol trinken bzw. Medikamente nehmen. Dadurch könnte ja sein Bewußtsein getrübt werden. Könnt ihr dazu was sagen? Wie ernst dehmen das Buddhisten? Wie ernst ist das „Gebot“ allgemein?

MfG

Micha

Hallo Michael,

Du bittest um eine Stellungnahme - da ich zum Buddhismus nicht viel sagen kann, will ich mich grundsätzlich zu Deinem Anliegen äußern.

Du sagst, Du bist katholischer Christ und willst nun Buddhist werden. Deinen Wunsch kann ich nachvollziehen, denn der Buddhismus wirkt auf uns sehr romantisch, frei und friedlich. Aber hast Du je in Deiner eigenen Religion nach dem gesucht, was du jetzt glaubst im Buddhismus zu finden? Du scheinst nicht besonders viel über diese Religion zu wissen, willst aber dem Christentum den Rücken kehren - das halte ich für eine Flucht. Das Christentum hat uns viel zu bieten, genauso wie der Buddhismus. Warum schaust Du nicht erst einmal, was Buddismus überhaupt ist, und wendest das, was Dir davon zusagt auf Dein Leben an? Du mußt doch nicht gleich Buddhist werden!

Ich persönlich finde es sehr spannend, nach meinen eigenen Wurzeln zu suchen, und die liegen nunmal naturgemäß im Christentum, weil ich in Europa lebe und geboren bin.
Und trotzdem lese ich Bücher, z. B. vom Dalai Lama, weil man sich doch 'ne Menge abgucken kann.

Nun ja, ich wollte Dir nicht reinreden, letztendlich entscheidest Du Dich ganz allein für Deine Religion, und das ist auch gut so.

Viele Grüße,
Iris

Hallo Iris,

generell möchte ich sagen, das ich mich durch deinen Artikel etwas auf den Fuß getreten fühle, und dein Artikel genau das wiedergibt, was mir an der Kirche misfällt.

Du bittest um eine Stellungnahme - da ich
zum Buddhismus nicht viel sagen kann,
will ich mich grundsätzlich zu Deinem
Anliegen äußern.

Du sagst, Du bist katholischer Christ und
willst nun Buddhist werden. Deinen Wunsch
kann ich nachvollziehen, denn der
Buddhismus wirkt auf uns sehr romantisch,
frei und friedlich. Aber hast Du je in
Deiner eigenen Religion nach dem gesucht,
was du jetzt glaubst im Buddhismus zu
finden?

Sorry, aber ich denke ich habe auf meiner Suche nach meiner Religion Dinge im Christentum gefunden, die ich besser nicht hätte finden sollen. Außerdem sehe ich Buddhismus nicht als Religion, sondern mehr als Lebensphilosophie! Im Christentum gibt es einfach dinge die sich mit mir nicht vereinbaren lassen. Es wäre übertrieben es einen Scheißverein zu nennen, und das will ich auch nicht. Jedoch muß ich sagen,das ich weder an die Bibel glaube, und noch weniger glaube ich das der Papst ein direkter abgesandter von Gott sein soll!

Du scheinst nicht besonders viel

über diese Religion zu wissen, willst
aber dem Christentum den Rücken kehren -
das halte ich für eine Flucht.

Wieso Flucht? Nur weil ich einige Mißstände in meiner Religion erkenne? Ich sehe das nicht als Flucht, sondern eher als Erkenntnis.

Das

Christentum hat uns viel zu bieten,
genauso wie der Buddhismus.

Es gibt nicht viel überragendes, was die Kirche zu bieten hat. Ich zahle Kirchensteuer und was bekomme ich? Ich gehe in die Kirche, höre dem Pfarrer bei der Predigt zu und gehe dann mit schlechtem Gewissen über die Sünden die ich begangen habe heim. Der Glaube, der im Christentum Gott genannt wird, existiert bei mir. Und den nehme ich als bestehen einer höheren Macht an. Aber würde nie sagen das es mein GOTT ist. Ich bewundere diese Kraft, aber ich bete sie nicht an. Ich bin dafür dankbar das alles so ist wie es ist, und bitte manchmal für versch. Dinge.

Warum schaust

Du nicht erst einmal, was Buddismus
überhaupt ist, und wendest das, was Dir
davon zusagt auf Dein Leben an? Du mußt
doch nicht gleich Buddhist werden!

Wie gesagt, das Christentum ist nichts für mich. Wenn ich die Kirche abwähle wäre ich dann Atheist. Da ich aber ein sehr „spiritueller“ Mensch bin, will ich diese Seite an mir auch pflegen und erweitern. Und wie gesagt Buddhismus ist KEINE Religion. Zu dem Thema Buddhismus habe ich mir vor ein paar Bücher gekauft, die ich gerade durchlese. Bis jetzt haben mich die Bücher nur in meiner Entscheidung, Buddhist zu werden, gestärkt.

Ich persönlich finde es sehr spannend,
nach meinen eigenen Wurzeln zu suchen,
und die liegen nunmal naturgemäß im
Christentum, weil ich in Europa lebe und
geboren bin.

Diese Aussage finde ich schwachsinnig. Nur weil du in Europa geboren bist, bist du Christ? Glaubst du das das immer so war? Glaubst du die frühen Germanen, die Ureinwohner Deutschlands bzw. Europa´s waren Christen? Erst als sie bekehrt wurden waren sie Christen. Und das stört mich unter anderem am Christentum. Die ganzen Glaubenskriege die im Namen von „Gott“ geführt wurden. Das Christentum, will sich den Menschen aufzwingen, damit sie mehr Macht bekommt. Und genau da liegt der Knackpunkt. Von solchen Religionen halte ich nicht viel. Das Christentum ist nämlich keine Ausnahme. Der Buddhismus läßt meinen Gedanken freien lauf. Er sagt niemand das du Buddhist werden sollst. Außerdem gibt es dort keinen Gott den man anbetet. Nur die Lehre des Buddha wird vermittelt. Und wenn das die Kirche auch machen würde, bräuchten sie kein Geld für große Kirchen oder Geld für nen neuen Ring, der auf den Zeigefinger des Papstes passt. Das sind nur wenige Dinge die mich am Christentum stören.

Und trotzdem lese ich Bücher, z. B. vom
Dalai Lama, weil man sich doch 'ne Menge
abgucken kann.

nichts hinzuzufügen

Nun ja, ich wollte Dir nicht reinreden,
letztendlich entscheidest Du Dich ganz
allein für Deine Religion, und das ist
auch gut so.

Ich muß aber sagen, das dein Artikel stark verteidigend gegenüber anderen Religionen ist. Du läßt keinen Platz für andere Ideen. Wie viele die das Christentum für ihre religion wählten. Nichtsdestotrotz denke ich jedem das seine. Wenn du stur in eine Richtung kuckst, und du an die 10 Gebote glaubst, und sie einhälst,bitte.Wenn Du jeden Sonntag in die Kirche gehst, und mit der Gemeinde singst, wie ich das mal gemacht habe, dann halte ich dich nicht davon ab. Lebe dein Leben, so wie du es für richtig hälst!

MfG Micha

Hallo Michael,

Du hast Recht, Buddhismus ist keine Religion sondern eine Philosophie. Doch sie stellt eben auch wieder Gebote auf und enthält ebenfalls gewisse Dogmen, was Dir im Grunde genommen die Freiheit nimmt, Dir selbst, aus Deinem Herzen, Grenzen zu setzen. (Zum Beispiel kein Fleisch zu essen, keinen Alkohol zu konsumieren etc.)
Doch ich verstehe, dass es Menschen gibt, und vielleicht gehörst Du ja dazu, die feste Regeln brauchen, um sich geborgen und sicher zu fühlen.
Andererseits bin ich der Ueberzeugung, dass jede Religion oder Philosophie schlussendlich zum gleichen Ziel führt, wenn Du Dich darin vertiefst. Du darfst das Christentum auch nicht mit der Kirche gleichsetzen. Im Urchristentum glaubte man zum Beispiel auch an die Reinkarnation, was der ganzen Religion einen ganz anderen Blickwinkel verleiht.
Aber wie gesagt, es spielt eigentlich keine Rolle, was Du bist, ob Christ oder Buddhist, wenn es Dir nur dazu verhilft, Deinem Leben mehr Sinn zu geben und es bewusster zu leben.
Was mich betrifft, so habe ich mir meine eigene Lebensphilosophie erarbeitet. Ich bin aber offen allem Neuen gegenüber. Deshalb kann ich meine Philosophie auch immer wieder verändern und bin unabängig von jeglichen Dogmen. Nur meine eigene Ueberzeugung setzt mir Grenzen.

Liebe Grüsse

Jolanda
http://home.datacomm.ch/savitri

Lieber Michael,

jetzt fühle ich mich von Dir mißverstanden und bin doch sehr über Deine heftige Reaktion erstaunt. Ich möchte einiges klarstellen. Erstens stellst Du mich nach meinen paar Zeilen so hin, als würde ich jeden Sonntag in der Rüschenbluse in der Kirche hocken und Liedchen trällern. Ich habe nie aktiv einer Religionsgemeinschaft angehört und werde es auch nie. Keineswegs verteidige ich irgendeine Religion gegen andere Einflüsse und verabscheue derartige Sturheit zutiefst.

Ich habe gesagt, daß meine Wurzeln im Christentum liegen, weil ich ein Mensch bin der in Europa lebt. Das bezeichnest Du als Schwachsinn. Ich meinte damit auch nicht, daß das Gottgegeben ist, aber ich lebe nunmal in dieser einen Kutur mit diesen Menschen hier, die alle eine ähnliche Sozialisation erfahren haben. Unsere Gesellschaft baut nunmal auf christlichen Gedanken auf und diese nehme ich an, weil ich in ihr lebe.

Eine Aussage von Dir hat mich sehr verwundert. Du sagst, wenn Du aus der Kirche austrittst, bist Du Atheist. Wer hat Dir denn das verklickert??? Du bist ein spiritueller Mensch, wie Du sagst. Warum bist Du dann Atheist? Das verstehe ich nicht.

Eine Sache an Deinem Artikel stört mich ganz gewaltig. Und zwar wetterst Du über den christlichen Glauben wie so ein Rohrspatz. Hast Du in Deinen Büchern über Buddhismus noch nichts darüber gelesen, daß Toleranz eine der ganz großen buddhistischen Charaktereigenschaften ist? Ich rede hier nicht vom Papst oder sonstigen Schweinereien der Christen sondern von den Grundgedanken des Christentums. Diese zu verachten ist zutiefst UNbuddhistisch. Das Christentum als Scheißverein zu bezeichnen ist eine bodenlose Anmaßung.

Lebe dein Leben, so wie du es für richtig hälst!

Du auch!

Viele Grüße,
Iris

Hallo Michael,

die Regeln des Buddhismus sollen Dich auf deinem Weg in die persönliche Freiheit unterstützen, aber es sind keineswegs Gebote.

>>Ich will mich bemühen, keine Lebewesen zu >>töten oder zu verletzen
Drückt die Achtung vor allem Lebenden aus

>>Nichtgegebenes nicht zu nehmen,
Du sollst nicht stehlen und nicht betteln, denn jeder erhält das in jedem Augenblick was er benötigt, um sich weiter zu entwickeln (Gesetz von Ursache und Wirkung)

>>keine unheilsamen sexuellen Beziehungen zu >>pflegen
Heißt Du sollst keine Beziehungen eingehen, die Dir schaden und sonst nichts. Der ursprüngliche Buddhismus kennt die Ehe nicht, da sie ein Relikt aus der Welt des Maya ist.

>>mir nicht durch berauschende Mittel das >>Bewußtsein zu trüben.
Viele Menschen flüchten vor den Aufgaben, die das Leben an sie stellt in Alkohol, Drogen, Sex, Spiele usw. Diese Passage ist eine Aufforderung sich den Anforderungen des Lebens zu stellen und zu erkennen das alles nur Maya ist. Flüchte ich aber vor dem Leben kann ich zu dieser Erkenntnis nicht kommen.

Viele Grüße
surfhead

Hallo Michael

Ich hatte mir auf Rat von ein paar
interessanten Antworten von euch, das
„Glaubensbekenntnis“ des Buddhismus
durchgelesen(steht auf der DBU-Seite).

*hmmm…* Ich kenn die Seite selbst ziemlich gut, und ich glaube nicht, dass da irgendwo etwas von „Glauben“ steht ???

Es ähnelt sehr dem der katholiken, und
hat mich ein wenig irritiert! Ich dachte
es sei etwas „freier“.

Das katholische Glaubensbekenntnis ist mir ebenfalls bekannt, da ist oft von „glauben“ die Rede. Für mich ist das allein schon ein ziemlicher Unterschied.

Jedoch glaube ich

nicht das das die 10 Gebote des
Buddhismus sind, oder liege ich da
Falsch?

Nein, da liegst du richtig. Im Buddhismus gibt es keine Gebote im Sinne von „du darfst nicht“ etc.

Bitte nehmt stellung dazu.

Besonders der Satz:„Ich will mich
bemühen, keine Lebewesen zu töten oder zu
verletzen, Nichtgegebenes nicht zu
nehmen, keine unheilsamen sexuellen
Beziehungen zu pflegen, nicht zu lügen
oder unheilsam zu reden, mir nicht durch
berauschende Mittel das Bewußtsein zu
trüben.“ Was sind „unheilsame“
Beziehungen? Kann mir das jemand
erklären?

Unheilsame Beziehungen können z.B. Beziehungen sein, mit denen du dir selbst oder anderen Leid zufügst.

Und speziell die Stelle:„Ich will mich
bemühen…mir nicht durch berauschende
Mittel das Bewußtsein zu trüben!“ Ich
wußte nicht das darauf im Buddhismus
soviel wert darauf gelegt wird.

Ein Schwerpunkt im Buddhismus ist es, Einsicht zu gewinnen. Das dürfte einem berauschten Geist etwas schwer fallen. Zum anderen brauchst du nur mal überlegen, wieviel Leid durch z.B. Taten im Rausch erzeugt wird. Ein Buddhist sollte danach streben, sich so oft wie möglich seiner Taten, Gedanken etc. und möglicher Konsequenzen bewusst zu sein, also Achtsamkeit zu üben. Bei diesem Bemühen sind berauschende Mittel, die das Bewusstsein trüben, sicherlich nicht sehr förderlich :smile:

Wenn man

das genau nimmt darf ein Buddhist keinen
Alkohol trinken bzw. Medikamente nehmen.
Dadurch könnte ja sein Bewußtsein getrübt
werden. Könnt ihr dazu was sagen? Wie
ernst dehmen das Buddhisten? Wie ernst
ist das „Gebot“ allgemein?

Wie bereits gesagt, niergends steht: „du darfst nicht“. Es steht: „Ich will mich bemühen…“.

Diese Absichtserklärungen (dies Wort ist mir lieber als Gebote) sollen dir eine Art Richtschnur an die Hand geben, an der du dein eigenes Handeln und Denken jederzeit überprüfen kannst. Wenn du diese Absichtserklärung ernst nimmst, dann musst du dir sehr viel mehr Gedanken über dein Handeln machen, als es sonst die meisten Menschen tun. Beispiel Alkohol: Wenn du auf einer Party bist, und willst ein Bier trinken, schadest du dadurch jemanden (anderen oder dir selbst) ? Welche Konsequenzen können daraus erwachsen ? Kannst du diese Konsequenzen vor dir oder im Sinne der buddhistischen Lehre verantworten ? etc.
Stände dort: Als Buddhist darfst du nie Bier trinken, wär der Fall klar, du würdest es vermutlich nicht tun, weil du dich ja als Buddhisten verstehst, oder du würdest vor dir selbst mal ein Auge zudrücken und das tun, was die Christen wohl sündigen nennen.

Der Buddhismus macht dir die Sache nicht so einfach. Es wird von dir verlangt, dass du Verantwortung für dein Tun übernimmst, dass du dir Gedanken machst, dass du achtsam wirst. Einfach nur stumpf irgendwelche Gebote zu befolgen, ohne den Sinn zu hinterfragen oder zu verstehen, kanns doch irgendwie nicht sein, oder ?

So seh ich das :smile:
Gruss
Marion