warum sind Bücher in Deutschland so extrem teuer? Nur in Deutschland!
Da muss es ja eine gigantische Abzocke des Buchhandels
geben.
Mir ist der Spass am Buchkauf inzwischen total verleidet. Bereits Tucholsky forderte preisgünstige Literatur.
Das ging und geht dem Buchhandel aber wohl am Arsch vorbei.
Ich bin stinksauer. Für mich gibt es jetzt nur noch den Antiquariatsbuchhandel oder notfalls auch E-Books.
in den USA und GB sind Bücher, die etwas vom Mainstream liegen mindestens(!) so teuer wie in D und von der Aufmachung her meist deutlich schlechter (Papier, Einband etc.)
Deine Aussage gilt nur für Bestseller.
Hier gibt es in D (glücklicherweise) noch von vielen Verlagen eine Art Mischkalkulation, indem die Gut verkauften Bücher die schlechter verkäuflichen aber ambitionierteren mitfinanzieren.
warum sind Bücher in Deutschland so extrem teuer? Nur
in Deutschland!
Ich kaufe seit vielen Jahren die meisten Bücher in einer Buchhandlung ennet des Rheins. Wenn wieder einiges zusammengekommen ist, faxe ich dem Buchhändler meine Einkaufsliste und er besorgt sie mir zu deutschen Preisen und ich hole sie bei Gelegenheit ab. Grund: Viel billiger als in der Schweiz. Früher wurden die D-Mark-Preise gleich als Preis in Sfr. übernommen, heute wird an den Euro-Kursen geschraubt.
Am Zoll hatte ich noch nie Probleme, im Gegenteil. Ich kann mir die deutsche Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen. Dazu braucht es auf der Rechnung einen Stempel des deutschen Zollamtes, mit dem die Ausfuhr bestätigt wird und beim nächsten Einkauf kann ich die Gutschrift beim Buchhändler anrechnen lassen.
Hier gibt es in D (glücklicherweise) noch von vielen Verlagen
eine Art Mischkalkulation, indem die Gut verkauften Bücher die
schlechter verkäuflichen aber ambitionierteren mitfinanzieren.
Hi Gandalf,
seit Book-on-Demand bzw. Print on Demand ist das mit der ambitionierteren Mitfinanzierung wohl kein sehr vernünftiges Argument mehr. War es - meiner Meinung nach - auch noch nie. Da geht es nur um monetäre Interessen. Nichts gegen den ambitioniereten kleinen Buchladen um die Ecke. Diesen Buchhändlern gönnte ich ihren Verdienst. Den gibt es aber leider nicht mehr. Wenn das Buch als Ware betrachtet wird, muß es auch den Marktgesetzen unterliegen. Das tut es aber nicht. Also reinster Protektionismus.
seit Book-on-Demand bzw. Print on Demand ist das mit der ambitionierteren Mitfinanzierung wohl kein sehr
vernünftiges Argument mehr.
diese Form der Vermarktung ist aber noch nicht sehr verbreitet, oder hab ich da was verpasst?!
War es - meiner Meinung nach -
auch noch nie. Da geht es nur um monetäre Interessen.
Ein Verlag ist ein wirtschaftlich handelndes Unternehmen, es muß also Geld verdienen um über die Runden zu kommen, soweit richtig, aber ettlich Verlage leisten sich immer noch den Luxus, ‚gute‘ Bücher mit Massenwahre gegenzufinanzieren.
Nichts gegen den ambitioniereten kleinen Buchladen um die
Ecke. Diesen Buchhändlern gönnte ich ihren Verdienst. Den gibt
es aber leider nicht mehr.
Also in meiner Gegend gibt es sehr wohl noch kleine Buchläden, die aber (siehe Sterben der ‚Tante Emma Läden‘) qua ‚Artenschutz‘ in Form der Buchpreisbindung geschützt werden müßen.
Wenn das Buch als Ware betrachtet
wird, muß es auch den Marktgesetzen unterliegen. Das tut es
aber nicht. Also reinster Protektionismus.
Das sehe ich nicht so! In D gibt es im Vergleich mit der Welt eine sehr ‚artenreiche‘ Verlaglandschaft. Diesen Luxus möchte ich mir erhalten. Würde der Buchmarkt geknackt, gäbe es 0,nix einige Riesenverlage (noch weniger als es eh schon sind) und sonst sehr wenig.
seit Book-on-Demand bzw. Print on Demand ist das mit der
diese Form der Vermarktung ist aber noch nicht sehr
verbreitet, oder hab ich da was verpasst?!
Hi Gandalf,
du hast ja nicht ganz unrecht. Bei Book-on-Demand sehe ich allerdings den künftigen Buchhandel. Ausnahmen werden wohl nur die aufwendigen Bücher sein. Ob davon der Buchhandel leben kann? Glaube ich nicht. Dann wird das große sterben da sein. Warum machen also die Buchverlage nicht schon jetzt ihre Bücher bezahlbar? Nur das kann den Book-on-Demand vieleicht noch etwas aufhalten.
Hmm Caspar,
wie immer öfter, stehe ich auch hier hinter Gandalf
Dann wünsche ich Dir viel Spaß, wenn das „book on demand“ ein aufwendig gestalteter Bildband ist.
M.E ist die Buchpreisbindung das einzige Mittel, um auch kleineren Verlagen zu erlauben noch off-mainstream-Literatur zu erträglichen Preisen zu produzieren und zu vermarkten.
Es geht ja nicht (nur) um den tausendfach verramschten Harry Potter, sondern eben auch um das schmale Lyrikbändchen, das grade mal eine Auflage von 200 Exemplaren erreicht. Das wirst Du dann wohl nicht mehr finden - vielleicht on demand, Text auf irgendeinem Papier von irgendeinem Laserprinter - aber zu Büchern gehört auch das haptische, der Duft nach Papier und Druckerschwärze.
Wenn Du Bücher magst, dann sollte man auch dem kleinen Verlag und der kleinen Buchhandlung das Überleben ermöglichen.
Book On Demand hatte ich letztens. Die Druckqualität miserabel,
Seitennumerierung eierte um 5 mm, Einband färbt ab und ist vom Lesen an den Kanten abgeschabt. Das ist kein Buch, das ist Müll.
Bindung saumässig. Kommt meinem Vater und seiner Angewohnheit Bücher Kapitelweise auf seine Radtouren mitzunehmen. Dem würd ich nur sowas schenken, denn er beschwert sich wenn es zu gut gebunden ist und er Arbeit hat es in stücke zu reissen.
HH
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sehe das nicht so
Ich finde, dass Bücher in Deutschland absolut nicht teuer sind! Von solchen Preisen (vor allem von der Festpreisbindung) können z.B. die Schweden nur träumen. Taschenbücher sind doch wirklich ein preiswertes Vergnügen, wenn man das mal mit einem Kinobesuch o.ä. vergleicht.
Book On Demand wird in nächster Zeit keine marktfähigkeit erreichen! Aber dies nur so nebenbei!
Die Preisbindung stellt sicher, dass das Kulturgut „Buch“ auch weiterhin erschwinglich bleibt und nicht von billigen Massenschund ruiniert wird.
Der wichtigste Plus-Punkt der Buchpreisbindung ist und bleibt aber die Cross-Finanzierung von Bildbänden und Fachbüchern, die ohne diese Unterstützung wohl nicht bezahlbar wären oder überhaupt gedruckt würden.
Die Preisbindung und der reduzierte Steuersatz machen Deutschland zu einem Buchkäuferparadies, verglichen mit den meisten anderen Ländern, und zwar vor allem qualitativ. In den USA sind Bücher zwar oft billiger - was an den für deutsche Verhältnisse gigantischen Auflagen liegt -, aber was die Programmreichhaltigkeit, die Lieferbarkeit und die Lieferbarkeitsdauer betrifft, schneidet Deutschland zehnmal besser ab.
Zu bedenken ist auch, daß jeder Buchkauf das bislang kaum übertroffene Buch-Besorgungssystem mitfinanziert, das eigentlich nur noch vom Lieferservice der Apotheken überholt wird.
Die Frage die sich mir stellt, ob es überhaupt sinnvoll ist, verkaufsschwache Bücher mitzufinazieren. Brauchen wir wirklich soviele Lyrikbücher bzw. - büchlein, für die es anscheinend keinen Lesebedarf gibt. Und alle , die jetzt aufschreien, welch ein Kulturfrevel, müssen sich fragen lassen, ob Sie die Bücher zwar gerne in der Buchhandlung sehen wollen, Sie selber aber nicht oder nur selten kaufen und in der Regel auch nur Mankell, Grisham, Leon etc. kaufen, aber nur als TB, da das HC zu teuer ist.
Vergebung, aber das wäre tatsächlich Kulturfrevel. Musik lebt nicht zuletzt von den leisen Tönen und die Aussage über die zu Unrecht entrüsteten Literaturpuritaner tendiert denn doch etwas zu sehr in Richtung Split-Screen-Analyse.
Gruß,
Laura
Dass eine Cross-Finanzierung notwendig ist, wirst du spätestens dann feststellen, wenn du studierst und entsprechende Fachbücher brauchst. Die kosten z.T. jetzt schon über 50,- Euro, ohne entsprechende Subventionierung wohl kaum bezahlbar!
Ein weiterer Faktor ist, dass du kleine Auflagen unbekannter Autoren diese erst gefördert und bekannt gemacht werden. Ein Shakespeare, Kinkel oder King haben auch nicht ab dem ersten Tag Millionenauflagen erreicht!
Bin daher für eine Weiterführung der Buchpreisbindung - lt. neuer Gesetzesvorlage wird diese sogar noch verschärft!
warum sind Bücher in Deutschland so extrem teuer? Nur
in Deutschland!
Da muss es ja eine gigantische Abzocke des Buchhandels
geben.
hallo,
wenn du meinst der buchhandel zockt ab, dann komme doch einfach mal für eine woche nach hamburg. ich lasse dich dann zusehen, wie eine kleine buchhandlung schlichtweg über das überleben kämpft.
du machst dir anscheinend wirklich keine gedanken, was da alles hinter steht !
ich musste meine mitarbeiterin entlassen, weil ich sie einfach nicht mehr bezahlen kann.
die ewigen anrufe meiner bank bin ich auch leid.
das sterben der kleinen und mittlerweile auch grossen buchhandlungen hat gerade erst angefangen.
wenn es diese nicht mehr gibt, dann gibt es nur noch thalia. auch bei euch in berlin.
und die bestimmen dann, was du liest !
willst du das wirklich ??