Bühnenhorizont bemalen / Leinwand? / BW-nesse

Hallo liebe Theaterleuts und Erfahrene,
ermalige möchte ich in einer Theaterproduktion einen Hintergrund bemalen.
Wir werden die „üblichen“ Stellrahmen basteln und wollen diese mit Stoff bespannen, den wir bemalen.

Nach Rumforschen bei den einschlägigen Bühnenausstattern (Ger*** / rabenr*** / etc.) und Anfragen unserer Kunstlehrer sind aber mehr Fragen da als Antworten (und die geweiteten Augen über die Kosten …)

Es soll eine Fläche von 4,50m ergeben, d.h. dass wir über mehrere Rahmen gehen müssen -> wird geklappt.

Mgl. 1:
Wir schrauben auf die Rahmen Pressspanplatten, rauhen diese an, bepinseln mit normaler Abtönfarbe (hier kalkulieren wir derzeit den Preis, ob die Spanplatten oder Stoff preisgünstiger ist, die Farbe allemal)
Nachteil: Trennungslinie längs

Mgl. 2:
Wir tuckern BW-Nessel drauf ==> welche Schwere des Stoffs hat sich da bei Euch als praktikabel erwiesen?
Beim schwed. Möbelhaus gibt es verschiedene,auch einen Leinenstoff, bei den Bühnenvers. kommen wir kostenmäßig auf ein selbes Level, die haben aber noch andere Breiten (Vorteil)

Von einem Bühnenversandt habe ich die Empfehlung bekommen, den Nessel zunächst mit Latex zu grundieren, bevor wir mit Acryl draufmalen. Davon habe ich noch nie gehört? --> wieso ist das ein Vorteil, ist das teuer???

==> schwer entflammbar wäre das Tuch dann nach dem Bemalen nicht mehr
==> empfiehlt es sich, anschließend mit dem Zeugs anszusprühen?
==> meine gelesen zu haben, dass dann aber die Farbe zerfließen könnte

Kurz (oder länger :wink:: Was hat sich bei Euch als praktikabel erwiesen. Wir stehen halt auch vor dem Prob der Finanzierbarkeit.

Danke, dass Ihr Euch Zeit zum Beantworten nehme,
lg brans

Antwort:
Ich würde unbedingt Möglichkeit 2 = Baumeollnessel wählen. Nicht zu dünn. Von Ikea reicht vollkommen.
Gründe: Gewicht / Stabilität. Sollten später einmal Falten oder Dellen drin sein, kann der bemalte Rahmen mit Wasser besprüht werden und glättet sich selbsttätig (das geht nur mit Naturtsoff ! Keine Kunst nehmen!)
Grundiert muss nicht werden!
Eine eventuelle B1-Imprägnierung bleibt im Stoff erhalten beim bemalen.
Normale Acryl-Wand-Farbe wird nach dem Trocknen wasserfest und zerfließt nicht

Gutes Gelingen

Hallo!
Die normale Routine bei diesen Dingen habe ich auch nicht.
Wichtig wäre aber auf jeden Fall:
Gibt es Licht hinter dem Hintergrund, sodass es durchscheinen könnte?
Und: Wie ist die mechanische Beanspruchung des Teils? Wird es viel bewegt/gehoben bzw. gibt es mehrere Vorstellungen, zwischen denen ab- und aufgebaut werden muss?
In beiden Fällen könnte ich mir die Platten-Version besser vorstellen.
Die Oberfläche würde ich in jedem Fall mit Nessel bespannen, weil die Lichtspiegelungen auf bemaltem Holz katastrophal sind.
Die Latex-Grundierung macht den Stoff etwa steifer und „runder“, weil sie die Zwischenräume zwischen den Fäden auffüllt. Außerdem ist die Kulisse im Fall des Falles leichter zu reinigen und Ihr braucht weniger Farbe. Es gibt noch Vorteile, die mir spontan nicht einfallen. Aber generell geht’s auch ohne.

Vorschlag:
Wenn Ihr Zeit habt, besorgt Euch Proben (ev. Kunstfachgeschäft oder eine Bühnenwerkstatt in Eurer Nähe. Oder Ihr lasst sie Euch schicken oder fragt, ob ein Vertreter der Herstellerfirmen gerade in Eurer Gegend unterwegs ist.) Dann probiert Ihr auf A4-großen Stücken aus, was sich wie verhält. Prüft, wie es sich verzieht, wie die Farben Scheinwerferlicht spiegeln - und wie wohl Ihr Euch damit fühlt.