Bürge mit eigenem Kredit?

Hallo zusammen!

Mal ein paar Fragen: Wenn zwei Personen jeweils einen Kredit von ca. 5.000 - 10.000 € bei ihren Banken haben, könnte dann trotzdem einer der beiden für den anderen als Bürgen eines weiteren Kredites (ca. 20.000 €) in Frage kommen? Oder wäre die Person aufgrund ihres eigenes Kredites als Bürge ungeeignet?

Für eure Antwort danke im Voraus!

Gruß,

Danielle

Hallo,

dies ist pauschal so nicht zu beantworten. Eine ordentlich arbeitende Bank wird sich immer ansehen, ob die Bonität des Bürgen auch im Zweifelsfall reicht, neben seinen eigenen Verbindlichkeiten auch noch die Bürgschaft zu bedienen. Bei so kleinen Summen für Leute die in Lohn und Arbeit stehen, eigentlich kein Problem.

Weniger seriöse Institute nehmen alles als Bürge, was da so gesprungen kommt und gehen dann ggf. im Fall einer notwendigen Inanspruchnahme entweder finanziell oder rechtlich baden. Es gibt inzwischen einige Urteile die dahin gehen, dass es sittenwidrig ist, Bürgen in Anspruch zu nehmen, die von vorne herein offensichtlich nicht in der Lage waren, die Bürgschaft zu bedienen, und wenn der Bürge selbst keinen direkten Vorteil aus der Kreditgewährung hatte. Darauf ankommen lassen, sollte man es aber selbstverständlich nicht.

Gruß vom Wiz, der z.B. gerade eine Mandantin vertritt, die von ihrem Chef mal eben schnell von der Sekretärin zur Geschäftsführerin befördert wurde und dann für die gesamte Geschäftsausstattung bürgte

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Hallo Wiz!

Vielen Dank für deine prompte Antwort (das mit deiner Mandantin ist ja echt ein Hammer)!

Du meinst also, dass es schon möglich ist bei Sparkasse oder Volksbank oder einer anderen „ordentlichen“ Bank in der Form zu einem Kredit zu kommen?

Wie sieht es denn aus, wenn beide gemeinsam einen Kredit nehmen würden? Wäre dies einfacher oder schwerer zu realisieren als mit einem Part als Bürgen?

Die ganze Sache bezieht sich auf einen Versuch, aufzuklären, inwiefern ein Kredit für eine Selbständigkeit zu bekommen ist, wenn beide schon Schulden haben.

Beide sind berufstätig und wollen sich neben dem Beruf ein neues Standbein aufbauen, zu dem sie irgendwann komplett wechseln wollen.

Momentan wäre aber die größte Hürde an Geld für eine Klein-Investition zu kommen (sind ja wirklich keine horenden Summen).
Wer hat schon keine Geldsorgen??! :wink:

Gruß,

Danielle

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Du meinst also, dass es schon möglich ist bei Sparkasse oder
Volksbank oder einer anderen „ordentlichen“ Bank in der Form
zu einem Kredit zu kommen?

Sicher, warum nicht, wenn genug Einkommen da ist um alle Verbindlichkeiten zu tilgen, ausreichende Sicherheiten bestehen, … Viele Leute haben ja in der Höhe schon einen ganz normalen Dispokredit unabhängig von allen anderen Krediten, z.B. einige EUR 100.000,-- für eine Immobilie, nebenbei noch eine Finanzierung für das Auto, … Das soll jetzt kein Freibrief zum Schuldenmachen sein, aber entscheidend ist tatsächlich immer nur, für welchen Gesamtbetrag man einem Kreditgeber „gut“ ist, und nicht wieviel einzelne Verbindlichkeiten man hat (abgesehen vielleicht von Fällen, in denen jeman plötzlich anfängt für jeden Kleinkram immer neue Kredite in Anspruch zu nehmen).

Wie sieht es denn aus, wenn beide gemeinsam einen Kredit
nehmen würden? Wäre dies einfacher oder schwerer zu
realisieren als mit einem Part als Bürgen?

Ich bin kein Bankfachmann. Da müsstest du dich bei der Bank beraten lassen. Der Unterschied wäre eben, dass bei einem gemeinsamen Kredit beide direkt aus dem Kredit in Anspruch genommen werden (also beide parallel zur Rückzahlung verpflichtet sind), während bei der Bürgschaft der Bürge nur in dem Fall herangezogen wird, wenn der Kredit notleidend wird.

Die ganze Sache bezieht sich auf einen Versuch, aufzuklären,
inwiefern ein Kredit für eine Selbständigkeit zu bekommen ist,
wenn beide schon Schulden haben.

Moment, habt ihr Schulden oder Verbindlichkeiten? Schulden klingt in diesem Zusammenhang immer so nach notleidenden Forderungen, also Kredite die schon nicht mehr zurückgeführt werden können, oder wenn der Gerichtsvollzieher schon zum täglichen Besucher geworden ist. Ein ganz normal laufendes Kreditengagement mit problemloser regelmäßiger Rückführung würde ich mal lieber als Verbindlichkeit bezeichnen. Wenn du zur Bank gehst und fragst, ob du trotz Schulden einen Kredit bekommen könntest, geht das sicher nach hinten los.

Beide sind berufstätig und wollen sich neben dem Beruf ein
neues Standbein aufbauen, zu dem sie irgendwann komplett
wechseln wollen.

Dann würde ich doch mal zuerst einen richtig schönen Businessplan machen, und hierzu ggf. Hilfe bei der IHK/Handwerkkammer in Anspruch nehmen. Da schreibt man dann den Investitionsbedarf schön detailliert rein und macht eine Aussage zu Gewinnerwartungen, und schon ist die Bank glücklich (wenn die Mechaniken stimmen und du keine Hockeysticks einzeichnest).

Gruß vom Wiz

Hallo Wiz!

Thanks again!

Wir sind mitten in der Planung, d.h. wir sammeln zurzeit ordentlich Informationen.

Aber wir ertappen uns immer wieder dabei, dass es doch letztlich nicht eine Frage der Info-Beschaffung oder des Engagements unsererseits ist, sondern eine Frage des Geldes.

Es wäre also ziemlich ineffektiv, wenn wir ein Jahr lang planen und alle Kosten- und Umsatzpläne erstellen (die wir ja letztendlich auch für die Bank brauchen - das ist uns sehr wohl bewusst), und dann bekommen wir eh keinen Kredit.

Wír sind beide dabei, die jetzigen Kredite monatlich abzubezahlen. Ich für meinen Teil bin dabei noch nie in Verzug geraten. War also schon hart, das Wort Schulden zu benutzen (obwohl ich es momentan echt also solche empfinde).

Aber immer, wenn ich über Kredite lese, steht da was von 15 % Eigenkapital als Minimum. Irgendwo versteht es sich ja von selbst, dass man, wenn man einen weiteren Kredit erhalten will, keine weiteren Ressorcen hat! Das ist der Knackpunkt, der mir Kopfzerbrechen bereitet…

Gruß,

Danielle