Bulimie

Hallo.
Ich möchte mal eure Meinung zu folgendem Fall hören:
Die 18-jährige Tochter von Freunden leidet an Bulimie. Die Eltern haben das erst kürzlich erfahren.
Jetzt ist das Mädchen anstatt in psycho-therapeutische Behandlung zu kommen, für drei Monate,( eventuell länger ) nach USA geflogen, wo sie auf einer Pferdefarm arbeitet. Das SSchuljahr setzt sie aus und wird es wiederholen.
Wie gut stehen ihre Chancen, auf diesem Wege aus der Essstörung herauszufinden?

Gruß
T

Jetzt ist das Mädchen anstatt in psycho-therapeutische
Behandlung zu kommen, für drei Monate,( eventuell länger )
nach USA geflogen, wo sie auf einer Pferdefarm arbeitet.

Das ist schwer, so zu beantworten, Marlo. Ihre Heilung hängt hauptsächlich von ihrer Bereitschaft dazu ab, und dazu ist es u.a. notwendig, die Gründe für ihre Bulimie zu ergründen.

Hat sie sich das selbst als Alternative zu einer Therapie ausgesucht?
Wie lange ist sie schon bulimisch?

Gruß,
profound

Hi

Schwierig.Ist das da in den Usa eine theapeutische Anlage oder einfach nur eine
Pferdefarm?
Am Bodensee gibt es eine Klinik, die Frauen mit Suchtproblemen dadurch
thearapiert, das sie sich um Tiere kümmern müssen, wie Pferde, Ziegen, Hühner.
Laut Klink-Leiter zeigt diese Art sehr grosse Erfolge, allerdings bei Süchtigen.
Auf jeden Fal würde ich mir denken, das dieses, " sich um etwas kümmern" schon
von Bulimie, ectr. ablenken kann.

Julia

Jetzt ist das Mädchen anstatt in psycho-therapeutische
Behandlung zu kommen, für drei Monate,( eventuell länger )
nach USA geflogen, wo sie auf einer Pferdefarm arbeitet.

Das ist schwer, so zu beantworten, Marlo. Ihre Heilung hängt
hauptsächlich von ihrer Bereitschaft dazu ab, und dazu ist es
u.a. notwendig, die Gründe für ihre Bulimie zu ergründen.

Hallo profound
Die Familie ist in meinen Augen sehr zwanghaft. Die Kinder mussten immer sehr viel für die Schule arbeiten, sehr viel zu Schwimmtraining gehen, jeden Wettkampf mitmachen, wenig Freizeit. Die Kinder waren früh auf sich allein gestellt, weil die Eltern seit drei Jahren eine Ausbildung zum Shiatsulehrer machen und fast jedes WE weg sind. Dann musste sie auf die beiden jüngeren Geschwister aufpassen (die sind jetzt 14 und 12).
Dazu kam eine komplette Ernährungsumstellung von Normalkost auf vegane Kost, die die Kinder weitgehend mitmachen mussten.

Hat sie sich das selbst als Alternative zu einer Therapie
ausgesucht?

Ja! Hat sie.

Wie lange ist sie schon bulimisch?

Weiß ich leider nicht. Ich hatte keine Gelegenheit mehr mit ihr darüber zu sprechen vor ihrem Abflug. Eigentlich bin ich froh, dass sie jetzt aus der Familie ist und mal an sich denken kann.
Ich habe schon immer gedacht, dass die Kinder irgendwann in irgendeiner Form rebellieren werden. Das es sowas sein könnte, hätte ich allerdings nicht gedacht.

Gruß
marlo

Hi

Schwierig.Ist das da in den Usa eine theapeutische Anlage oder
einfach nur eine
Pferdefarm?

Nein, keine therapeutische Einrichtung.

Auf jeden Fal würde ich mir denken, das dieses, " sich um
etwas kümmern" schon
von Bulimie, ectr. ablenken kann.

Ich hoffe es für sie.

Julia

Hi, marlo!

Weißt Du, ich bin kein Fachmann, vom Wissen her meine ich, in dieser Thematik. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen, die naturgemäss rein subjektiv und damit eingeschränkt ist. Betrachte bitte daher alles, was ich schreibe als Versuch, einen kleinen Teilaspekt aufzuzeigen.

Zwar kann ich mir vorstellen, dass Zwänge und Einschränkungen sowie das Auf-Sich-Selbst-Gestellt-Sein ein verstärkender Faktor sind, aber nicht der eigentliche Grund. Der liegt meist viel tiefer. Auch glaube ich zu wissen, dass Bulimie an sich kein Ausdruck der Rebellion ist, sondern ein sehr, sehr lauter und noch viel mehr verzweifelter Hilferuf, der großen Schmerz zu betäuben versucht.

Hat sie sich das selbst als Alternative zu einer Therapie
ausgesucht?

Ja! Hat sie.

Ich finde seltsam, dass sie sich selbst eine Alternative zur Therapie aussuchen kann. Von wem wurde diese vorgeschlagen? Warum kam man gerade auf eine Pferdefarm?
Ist sie dort nicht wieder im Grunde mit sich selbst allein? Oder hat sie dort „Betreuung“ - in welcher Form auch immer?

Eigentlich bin ich
froh, dass sie jetzt aus der Familie ist und mal an sich
denken kann.

Es ist zwar sehr gut, dass sie Abstand von dem sie belastenden Umfeld gewonnen hat. Andererseits lebt sie aufgrund der doch offensichtlich sehr intensiven Prägung durch ihre Familie das, was ihre Familie ausmacht ist zumindest im Normalfall so). Irgendwie kann’s auch nicht grundlegend anders sein (Ausnahmen nicht ausgeschlossen).
Drum finde ich es notwendig, dass sie nicht nur räumlich von dieser Atmosphäre getrennt ist, sondern dass sie sich auch innerlich komplett davon loslöst. Ich weiß schon, das ist ein irre langer Prozess (der meiner Erfahrung nach nicht allein zu schaffen ist, schon gar nicht in der Einsamkeit auf einer Farm … wenn es so ist, wie ich mir das in meiner Unkenntnis von Pferdefarmen vorstelle) und geht u.U. bis an die Grenzen des Schaffbaren, aber mit ihrem eigenen Willen ist es machbar.

Eigentlich kann ich nicht mit Recht behaupten, dass das, was ich jetzt geschrieben habe, auf Deine Freundin zutrifft. Dazu habe ich viel zu wenig Informationen und wie gesagt fehlt mir auch die Breite an Erfahrungen. Mit Tiefe allein kann nur manchmal spezifisch geholfen werden.

Hast Du nach wie vor Kontakt zu ihr?

Gruß,
profound