meine Schwester hat Bulimie. Ich weiß es und habe bereits mit meiner Mutter mal darüber gesprochen.
Problem ist, das sie nur an Wochenenden nach Hause kommt (und da auch nicht immer).
Außerdem wirkt sie auch nicht irgendwie „krank“ oder depressiv.
Allerdings bin ich mir durchaus bewusst, dass das ziemlich belastend für sie selbst sein muss… und ich denke, dass sie diese Krankheit auch schon über ein Jahr hat.
Aber was können wir tun? Sie darauf ansprechen? Ich habe das Gefühl, dass sie halt alle „Vorwürfe“ zurückweisen und die Krankheit nicht eingestehen würde und keine Fremdhilfe will. Zumindest wirkt sie eigentlich meist ziemlich fröhlich und sorgenlos.
Ich hoffe, es hat jemand Ratschläge!
natürlich solltest du sie darauf ansprechen. Bulimie verschwindet nicht dadurch, dass man sie totschweigt.
Du solltest aber - so gut es dir gelingt - sachlich und emotionslos bleiben. Deine Schwester soll wissen, dass du weißt, ohne sich auch noch um deinen Gefühlszustand Sorgen machen zu müssen.
Sag’ ihr, dass du da bist, wenn sie reden will und Hilfe möchte, aber bedränge sie nicht. Die Entscheidung, sich helfen lassen zu wollen, muss sie selbst treffen. Vielleicht kannst du ihr die Telefonnummer einer Beratungsstelle geben, z.B.
Je undramatischer du dich verhältst - auch wenn es einiges an Selbstdisziplin von dir verlangen mag - desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass deine Schwester sich auf Gespräche einlassen wird. Wenn sie weder befürchten muss, Vorwürfe (wofür auch?) zu kriegen, noch emotionale Ausbrüche bei ihren Angehörigen bewältigen zu müssen, findet sie vermutlich eher Mut, sich zu öffnen.