Bulimie

mir hat eben eine gute, mir sehr nahestehende freundin (37 Jahre alt) erzählt, daß sie seit etwa 20 Jahren an Bulimie erkrankt ist.

Ich habe zwar mit „psychischen Problemfällen“ im Freundeskreis Erfahrung aber nicht mit diesem speziellen. Sie hat gesagt dass sie darüber mit noch niemandem gesprochen hat, außer ihre Eltern wissen Bescheid und eine erfolglose Therapie hat sie hinter sich. Nicht mal ihr Mann weiss es (ja die Ehe ist scheisse), was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.

Für mich stellt sich jetzt die Frage, da ich ihr natürlich schon gerne irgendwie helfen würde, ob das überhaupt geht und was ich am besten tun oder raten soll. Wie gesagt ich weiss über Ursachen und Therapiemöglichkeiten dieser Krankheit fast gar nichts.

Danke für die Antworten
Christian

der erste Kommentar: So ein Mist.
Hier hat google wirklich große Auswahl.
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Viel Erfolg

Hallo,
Du kannst davon ausgehen, wenn eine Person seit _20_ Jahren dieses Problem hat, kann ihr höchstens, wenn überhaupt jmd. helfen, der Erfahrung im Umgang mit der Krankheit hat.
Über die Ursachen ist man sich heute meiner Kenntnis nach auch noch nicht im klaren, es scheint aber in vielen Fällen ein gestörter Serotoninhaushalt in den akuten Phasen der Erkrankung einherzugehen. Dafür spricht u.a., daß hier bestimmte Psychopharmaka (SSRI) eine positive Wirkung erzielen. Ihre Eheprobleme verstärken das Krankheitsbild sicher, da die Eßattacken mit nachfolgenden Erbrechen häufig eingesetzt werden, um ein Kontrollgefühl zu erlangen und damit eine instabile Gemütslage wieder ins Lot zu bringen.
Helfen kannst Du ihr, indem Du weiterhin ein Ansprechpartner in Problemlagen bist und sie sanft in Richtung eines neuen Therapieversuchs drängst.

Gruss
Enno

Hallo,

wenn deine betroffene Freundin sich Dir anvertraut hat (sie scheint dieses traurige Geheimnis ja schon sehr lange mit sich herum!), dann ist das für sie ein RIESIGER Schritt! Als Süchtiger-auch als Bulemiker- versucht man seine Krankheit weitesgehend zu verheimlichen. Eine Aufdeckung oder ein Outing kann zwar befreiend für die eigene Seele sein, aber es birgt die Gefahr, von den eingeweihten Personen „kontrolliert“ zu werden. Deine Freundin hat sich Dir gegenüber geöffnet und sehe diesen Schritt in ihren Augen-er ist beachtlich, sie vertraut Dir und kann Dir in Gesprächen ein wenig von der Problemmasse, die sie seit Jahren mit sich herumträgt abgeben.
Für Dich ist die Situation natürlich schlimm. Zu erfahren, dass ein nahestehender Mensch leidet und nicht aus seinem Teufelskreis herauskommt, verlangt nach HILFE.
Ich kann dich gut verstehen, dass du der Freundin helfen möchtest, gerade, weil sie sich Dir anvertraut hat und es ihr sicherlich momentan sehr schlecht geht. Aber gerade wenn du schilderst, dass sie schon solange an der Bulemie leidet und auch schon eine erfolglose Therapie hinter sich hat, ist es eine andere Situation, als wenn sie erst seit kurzem an der Krankheit leidet. Sie ist eine „Expertin“ ihrer Erkrankung, wenn du Dich über Suchmaschinen oder diverse Literatur über die Krankheit informierst, wird Dir klar werden, dass sie nur über professionelle Hilfe ihre Krankheit in den Griff kriegen kann. „Krank“ wird sie immer bleiben. Aber Ziel einer Therapie wäre es in ihrem Fall, die Störung zu KONTROLLIEREN, das heißt, Ursachen zu finden für die Sucht, Auslöser für Attacken zu untersuchen, Fragen nach dem Selbstwertgefühl etc… Es ist eben eine Karnkheit, die im Kopf beginnt. Auch wenn Deine Bekannte Dir sagen würde: „Du, mir geht es wieder besser“,dann verstehe dies nicht als Heilung sondern als eine gute nichtbulemische Phase, sie hat bewusst oder unbewusst Kontrolle über ihr Ess- und Brechverhalten. Ähnlich wie bei einem trockenen Alkoholiker.
Daher denke ich, dass du sehr viel für sie tun kannst, wenn du weiterhin für sie da bist, vertrauensvoll mit dem Wissen um ihre Karnkheit umgehst, sie ermutigst, sich wieder in professionelle Hände zu begeben. Durch die Gespräche mit Dir kann sie Balast abwerfen, aber eigentlich bist du nur ein Eingeweihter, ein weiterer Geheimnisträger! Mit dem Besuch bei einer Beratungsstelle, bzw mit einer Therapie schafft sie dagegegen TATSACHEN!
Mach ihr Mut, ihren Weg aus der Krankheit zu gehen.Sie braucht ihn. Du schilderst, dass sie auch in einer nicht glücklichen Ehe lebt. Vielleicht fehlt ihr da auch der Mut etwas zu verändern? Frag sie nach ihren Wünschen für die Zukunft, und überlege mit ihr zusammen, mit welchen Schritten sie etwas dafür tun kann und was sie bis jetzt daran gehindert hat, etwas an ihrer privaen Situation zu ändern.Das Gespräch mit Dir wird ihr sicher nicht nur gut tun, sondern ihr vielleicht auch neue Motivation geben.

Ich hoffe, Deine Bekannte findet bald den Mut TATSACHEN zu schaffen und nicht nur Dir gegenüber ehrlich zu sein, sondern auch sich selbst.Durch Freunde wie Dich wird sie lernen, dass sie nicht alleine ist mit ihren Problemen.

Liebe Grüße,
Xenia

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Hallo Christian,

ein wunderbares Buch:

„Die Frau, die im Mondlicht aß“ Anita Johnston
Mythen und Märchen sind das Gedächtnis der Menschheit.
Mit ihrer Hilfe führt die Psychologin Anita Johnston Frauen, die unter
Eßstörungen leiden, wieder zu ihrer inneren Weisheit zurück.

Ein Buch für alle Frauen, die nach der richtigen Nahrung für Körper und Seele
suchen.

Kann ich als Betroffene nur empfehlen und:
sei einfach für sie da als Freund, aber therapieren kannst Du sie nicht.

MfG
Silvia