Bundesschatzbriefe sicher?

Kann mir jemand sagen, ob Bundesschatzbriefe A in Zeiten der Wirtschaftskrise sicher sind? Habe irgendwo gelesen, dass der angelegte Betrag wohl in den nächsten Jahren „verloren“ gehen würde, da der Staat sie einem nicht zurückzahlen kann. Stimmt das denn?

Hi,

wenn der Staat seine verbrieften Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen kann, dann wirst Du andere Sorgen haben, dann kann er nämlich auch nicht mehr für Sicherheit, Mobilität, Recht und Grundversorgung seiner Bürger sorgen, dann ist er nämlich zahlungsunfähig.

Diese Papiere werden von der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben -
Du wirst wenige bis keine Adressen finden, die als kreditwürdiger, also mit besserer Bonität versehen, gelten.

Drastisch formuliert: wenn Du mitten im Bürgerkrieg bist und Ratten für dein Mittagessen fängst, ist das Depot nicht zentraler Punkt Deiner Gedanken.

Grüße

Uwe

wenn der Staat seine verbrieften Verbindlichkeiten nicht mehr
bedienen kann, dann wirst Du andere Sorgen haben, dann kann er
nämlich auch nicht mehr für Sicherheit, Mobilität, Recht und
Grundversorgung seiner Bürger sorgen, dann ist er nämlich
zahlungsunfähig.

Drastisch formuliert: wenn Du mitten im Bürgerkrieg bist und
Ratten für dein Mittagessen fängst, ist das Depot nicht
zentraler Punkt Deiner Gedanken.

Lieber Uwe,
stimmt, so hab ich das noch nicht gesehen…
Wo Du Recht hast, hast Du Recht :wink:)
Vielen Dank für Deine Information…
Gruß
Mila

Kann mir jemand sagen, ob Bundesschatzbriefe A in Zeiten der
Wirtschaftskrise sicher sind? Habe irgendwo gelesen, dass der
angelegte Betrag wohl in den nächsten Jahren „verloren“ gehen
würde, da der Staat sie einem nicht zurückzahlen kann. Stimmt
das denn?

Hallo Milanea,

sicher ist, dass nichts wirklich sicher ist! Ich denke, ein anderes Fazit kann man aus den letzten 24 Monaten nicht ziehen.

Es geht also nicht darum, ob ich mein Geld verlieren könnte, denn das ist zumindest theoretisch in wirklich jeder Anlage möglich, sondern um die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert.

Nun beteiligt man sich ja bei Bundesschatzbriefen nicht an einem Schatz, sondern an dem größten Schuldenberg, den Deutschland je gesehen hat. Und genau da liegt das Problem.

Diese Schulden müssen irgendwie wieder reduziert werden und dafür gibt es aus Sicht führender Volkswirte nur zwei Wege:

  1. Massive Steuererhöhungen oder(/und)
  2. Hohe Inflationsraten

Ich persönlich glaube, dass wir ab 2010 eine deutlich höhere Inflationsrate bekommen, die in der Größenordnung 5-10% liegen soll. Manche Experten rechnen, zumindest vorübergehend, mit bis zu 15% pro Jahr.

Wenn ich nun die Rendite der Bundesschatzbriefe der Inflationsrate gegenüber stelle, ist klar, dass der reale Wert (also die Kaufkraft) der Anlage dramatisch abnimmt. In sofern ist ein Verlust im eigentlichen Sinne wohl eher unwahrscheinlich, aber die Gefahr der Entwertung der Anlage durch eine hohe Inflation sehr groß.

Abschließend hierzu zwei Tipps:

  1. Sicherheit entsteht nicht durch Garantien (die letztlich nur beschriebenes Papier sein können - siehe Lehman Brothers etc.), sondern durch Streuung. Meine Empfehlung lautet daher immer, das vorhandene Kapital so breit zu streuen, wie es geht und mit den persönlichen Zielen vereinbar ist.

  2. Sachwerte sind Geldwerten vorzuziehen, weil sie weniger oder gar nicht von der Inflation betroffen sind. Dies kann die eigengenutzte Immobilie sein, Aktien(-fonds), sowie diverse Investments in Sachwertfonds, die der Marktlage am ehesten gerecht werden. Hierzu zählt z.B.: Alternative Energien, Logistikfonds, Infrastrukturfonds, Private Equity, Projektentwicklungsfonds, Wald- und Agrarinvestments und vieles mehr.

Ich hoffe, dass hilft weiter.
Beste Grüße
Stephan Heddinga

Hallo Stephan,
ich danke Dir für Deine ausführlichen Informationen!
Gruß
Mila

Hallo,

  1. Sachwerte sind Geldwerten vorzuziehen, weil sie weniger
    oder gar nicht von der Inflation betroffen sind. Dies kann die
    eigengenutzte Immobilie sein, Aktien(-fonds),

ich wollte nur mal wieder und in der gebotenen Kürze erwähnen, daß die Investition in Aktien keine besonders gute Alternative ist, wenn man Inflation befürchtet. Auch wenn es sich dabei um um Sachwerte handelt, spiegelt der Unternehmenswert (und damit der Aktienkurs) ja nicht den Substanzwert wieder (der durchaus stabil bleibt, solange die Bude gepflegt wird), sondern auch den Ertragswert bzw. Erwartungen. Die Ertragslage von Unternehmen entwickelt sich in Inflationszeiten aber in der Regel nicht positiv, so daß die Aktienkurse (auch wenn sie steigen) die Inflation nicht ausgleichen.

Gruß
Christian

immer mit der Ruhe, keine Panik
Hallo,

Bundesschatzbriefe (Schuldner die Bundesrepublik Deutschland) sind wohl so ziemlich das sicherste was es gibt, wenn Sie mit sicher meinen am Laufzeitende ihr Geld wieder zu bekommen.

„Habe irgendwo gelesen, dass der angelegte Betrag wohl in den nächsten Jahren „verloren“ gehen würde, da der Staat sie einem nicht zurückzahlen kann. Stimmt das denn?“

Eigentlich habe Sie ihre Frage schon selbst beantwortet, wenn irgendeiner irgendwo vom Weltuntergang schreibt, kann er dies gerne tun, aber es ist deswegen nicht glaubhaft.
Aber die These vom Staatsbankrott wird in diesen Zeiten immer mal gerne verwendet um Anleger zu verunsichern und in angebliche sichere Investmenst zu treiben.
Ein nicht ganz unbekannt Masche.

Die Frage nach einer möglichen Inflation ist eine ganz andere und wird von Experten ganz unterschiedlich gesehen.

Die hier erwähnte Anlagen in Alternative Energien, Logistikfonds, Infrastrukturfonds, Private Equity, Projektentwicklungsfonds, Wald- und Agrarinvestments etc haben ein wesentlich höheres Risiko.

In all diesen Fällen haben Sie das unternehmerische Risiko zum Teil in mehrfacher Hinsicht (z.B Initiator der jweiligen Anlage, die einzelnen ausgewählten Investments innhalb dieser Produkte).

Gruss
Börsenfan1968