Aber weder ziehen die in den Krieg
Selbst verständlich nimmt die Gendarmerie ganz regulär an
Auslandseinsätzen teil.
Die stellen da vielleicht die Militärpolizei, oder willst du mir nun was von Gendarmerieartillerieregimentern oder auch nur Gendarmerie MG-Schützengruppen erzählen.
Die Angehörigen der Gendarmerie sind - wie gesagt - reguläre
Soldaten mit allen Rechten und Pflichten. Und
selbstverständlich haben sie mit dem Verteidigungsministerium
auch grundsätzlich eine gemeinsame Führung - mal mehr, mal
weniger. Im Auslandseinsatz in jedem Fall mehr. ;o)
Genau, und der Armeegeneral zeichnet die Streifenpläne für die Pariser Vorstädte ab.
De Facto sind auch in Frankreich Polizei und Armee getrennt.
Ich will es noch mal versuchen dir klar zu machen: die
Gendarmerie Nationale untersteht als reguläre Einheit der
Streitkräfte (mit völkerrechtlichem Kombattantenstatus ihrer
Angehörigen) dem Verteidigungsministerium, während die Police
Nationale dem Innenministerium unterstellt ist (und die
Angehörigen von ihr keinen Kombattantenstatus haben).
Ja, der Bundesgrenzschutz hatte auch bis 95 Kombattantenstatus, wenn du willst kannst du es damit vergleichen.
Nein, es wird speziell das Treffen der Extremitäten geübt.
Wo machen die das? Bei dir an der Berufsschule, dass du das so
genau zu wissen glaubst?
Was soll das, dass du mir hier persönlich ans Bein machen willst? Glaubst du du stehst irgendwie besser da, wenn du verächtlich von mir oder Berufsschule sprichst?
Zufällig kenne ich auch Menschen, auch Polizisten. Wenn mir ein befreundeter Polizeischüler davon berichtet, dass sie auf Scheiben schießen, wo die Silhouette eines Menschen dargestellt ist und die gültigen Trefferflächen nur Arme und Beine sind, dann glaub ich dem (so leid es mir tut) mehr als dir.
Rein zufällig habe ich schon mehrfach
mit Kollegen der niedersächsischen Polizei geschossen und kann
deine Annahme leider grundsätzlich nicht bestätigen (und auch
in 15 anderen Bundesländern weiß ich davon nichts). Diejenigen
die bei der Polizei, die ein so hohes Ausbildungsniveau
hätten, dass sie soetwas üben könnten sind entweder keine
„normalen“ Streifenpolizisten oder schießen privat im
Schützenverein.
Oder um es mal lehrerfreundlich auszudrücken: Es wäre so
unsinnig, als wenn man jemandem lineare Algebra üben lässt,
dem man die elementare Algebra bisher vorenthalten hat.
Du hast offensichtlich eine Aversion gegen Lehrer
Das macht bei der BW bestimmt keiner.
Außer ein, zwei, drei mal im Monat mache ich das nicht,
richtig. Aber das dürfte immernoch ca. 22-23 mal öfter pro
Jahr sein, als es der durchschnittliche Polizist macht.
Da wolltest du mich aber nun aktiv missverstehen. Ich habe behauptet dass man in der Polizeiausbildung zum Schießen auf die Extremitäten trainiert wird. Das machst du also?
Super! Allerdings sind Feldjäger wohl kaum normale Soldaten.
Und auch in der Wachausbildung kümmert sich um solche Details keiner.
Drum „kümmern“? Natürlich - mindestens in theoretischer Form -
nur haben wir hier dann das praktische Schießen betreffend zum
einen wieder die Frage wem ich was wann mit welcher Intensität
beibringe und zum anderen ist es mit Waffen wie dem G36 bei
weitem einfacher gezielt zu schießen und auch entsprechend zu
treffen, als mit P7, P2000 oder P99. Der simple unterschied
zwischen Kurz- und Langwaffen und der Vorteil von
entsprechenden Visiereinrichtungen.
Würde dann gerne mal BW-Soldaten mit G36 auf einer Demo im Einsatz erleben. Da ist der Präzisionsvorteil auf >20 m wohl völlig irrelevant.
Und wofür ist das nun ein Argument? Doch wohl nur dafür, dass
sie zuwenig Schießtraining haben und nicht dafür, dass das
Ziel ihrer Ausbildung das Töten ist.
Ich weiß nicht wo du deine seltsamen Auffassungen hernimmst,
aber deutsche Soldaten werden grundsätzlich genausowenig für
das „Töten“ ausgebildet, wie deutsche Polizisten. Bei beiden
geht es darum einen Angreifer/Straftäter/Gegner „kampfunfähig“
zu machen.
Da muss ich nun gar niemanden Fragen. Das kann ich aus eigener Machtvollkommenheit sagen: Da willst du mir einen Bären aufbinden. Bei der Schießausbildung sagt den Soldaten NIEMAND sie sollen jemanden bitte nur kampfunfähig machen.
Beim Schießen auf Pappkameraden geht es immer darum Brust oder Bauch zu Treffen. Vom Kopf wird nur deshalb abgeraten, weil die Trefferfläche zu klein und damit zu unsicher ist. Und du willst mir nun sicher sagen, dass Scharfschützen die Anweisung haben nur auf Arme und Beine zu zielen!
(Völlig absurd wird das ganze wenn wir schwere Waffen betrachten)
Das das humanitäre Völkerrecht in bewaffneten Konflikten für
Kombattanten andere Grenzen vorsieht als die enge Bindung an
die Verhältnismäßigkeit der Mittel im deutschen
(Polizei-)Recht liegt an der Natur der Sache.
Genau, und diese Natur der Sache macht einen riesigen qualitativen Unterschied aus.
Nur sind Bundeswehrsoldaten eben dieser Verhältnismäßigkeit im engeren
Sinne außerhalb bewaffneter Konflikte (also geschichtlich
gesehen bisher eigentlich immer) genauso unterworfen wie
Polizisten.
Wie jeder Bürger. Nur werden sie darauf in der Ausbildung in keiner Weise vorbereitet und ein Großteil ihrer Waffen ist dafür auch ungeeignet. Das ist es doch was hier festgestellt wurde.
Oder bist du der seltsamen Auffassung, wenn ich als Feldjäger
(oder auch als Wachsoldat) in Deutschland die Schusswaffe
einsetzen würde, würde jemand mit einem anderen Maß messen,
als bei Polizisten? Sicher nicht!
Als Feldjäger bist du sicher kein normaler Soldat. Deine Ausbildung lässt sich mit der von Polizisten vergleichen. Ein Wachsoldat befindet sich auch immer in einem Militärischen Sperrgebiet. Ein Polizist muss aber ggf. Jemanden auf seinem eigene Grund und Boden gewaltsam stoppen oder auf öffentlichen frei zugänglichen Flächen mit vielfältiger Gefährdung unbeteiligter Dritter. Solche Situationen gibt es für Wachsoldaten nicht, darum kann man den das mit ein paar Stunden Wachausbildung machen lassen. Ihn damit aber auf die Straße zu schicken wäre grob Fahrlässig.
Ich habe ein wenig den Eindruck du weißt nicht so recht was normale Soldaten so beigebracht bekommen und was dann letztlich bei ihnen präsent ist.
Das Bundeswehrsoldaten nicht zum Töten ausgebildet werden, ist allerdings eine tolle Aussage. Darf ich dich bei Gelegenheit zitieren?
Ich erinnere mich da an ein Paar Übungen im Nahkampftraining, das fällt mir jetzt erst auf, dass das alles nur unwesentlich ungesünder war als Joga.
Ich fürchte da hast du dich ein wenig philantropisch vergallopiert.
Was ich darüber hinaus ausgeführt habe ist, dass es selbst
wenn man formal eine Gleichstellung herbeiführt, es doch
gravierende Unterschiede in den Fähigkeiten gibt, so dass ein
Einsatz von Soldaten als Polizisten gefährlich bis unsinnig
ist.
Wie gesagt bei unseren EU-Nachbarn haben wir Soldaten mit
polizeilichen Befugnissen unter anderem in Frankreich, Italien
oder Spanien.
Auch wie gesagt, die werden dafür aber auch speziell polizeilich geschult und sind dann in ihrer Tätigkeit eher mit unserer Bundes- oder Bereitschaftspolizei zu vergleichen. Sie als Soldaten anzusprechen ist nur unter bestimmten formalen Aspekte zutreffend.
Was diesen Teil:
Mag sein, dass irgendwo die Polizei so mies ausgebildet
ist, dass es keinen Unterschied macht wer als Bewaffneter
Schläger die eigene Bevölkerung terroriesiert, in den etwas
entwickelteren Demokratien setzt der Polizeidienst soviel
spezialwissen voraus, dass dieser nicht von Soldaten versehen
werden kann (die ein ganz anderes Spezialwissen haben).
bereits ad absurdum führt.
Denn die hier wichtige Frage ist: „Welche Soldaten haben
welches Spezialwissen?“
Das der durchschnittliche Fallschirmjäger, IT-Profi, Koch oder
Panzersoldat eine völlig andere Expertise als ein
Militärpolizist hat liegt wohl auf der Hand.
Genau, das Feldjäger als Polizisten losziehen können ist klar. Das Panzerfahrer und Schiffsingenieure nicht gefragt sind auch. Aber hier ging es ja wohl eher darum Infanterie als Hilfspolizisten auf die Straße zu bringen. Und die ist dafür nicht ausgebildet.
Aber bei deinem Handwerk sage ich dir wohl nichts neues, wenn
ich darauf Hinweise, dass man Ausbildungen ändern kann. Und
wer den Streitkräften polizeiliche Befugnisse überträgt tut
gut daran eben das zu tun - was ja bei unseren entsprechenden
EU-Partnern auch der Fall ist.
Ich stimme dir zu dass man die Ausbildung ändern könnte.
Ein Polizist wird i. d. R. erst mal drei Jahre Lang nur in seinem Spezialgebiet ausgebildet.
Ich will nun gar nicht von der Aussichtslosigkeit sprechen Wehrpflichtige hier fit zu bekommen, die heutzutage noch nicht mal mehr richtig von einem LKW absitzen lernen.
Aber auch ein BW Unteroffizier ist erst nach 15 Monaten mit seinem miliätrischen Spezialwissen durch. Ein Paar Sachen ähneln sich ja, darum wird man die Zeit nicht einfach addieren, auch muss der BW-Mann ja auch nicht alles von der Polizei können, trotdem wirst du die allgemeine militärische Ausbildung kaum so aufblähen wollen.
Da würde ich lieber einige zusätzliche Polizisten ausbilden als eine zusätzliche militärische Polizeihilfstruppe zu schaffen.
Gruß
Werner