Bundeswehr- wem Dient man damit?

Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin 17 Jahre alt und besuche zurzeit ein berufliches Wirtschaftsgymnasium.
Nach dem Erhalt meines Abiturs könnte ich mir vorstellen zur Bundeswehr zu gehen, eventuell für einen längeren Zeitraum, auch wegen dem Studieren…

Nun ist meine Frage, wem ich diene, wenn ich zur Bundeswehr gehe.
Klar ist mir, dass ich dann eine Ausblidung zum Töten erhalte und mir ist ebenfalls klar, dass ich genausogut im Ernstfall sterben könnte.
Ich habe mitbekommen, dass man ein „Gelöbnis“ ausspricht und somit den Dienst (bis in den Tod?) für die Bundesrepublik Deutschland schwöre. Da Deutschland keine Angriffskriege führen darf, kann ich meinem Land nur insofern dienen, indem die NATO mich als vielleicht Zukünfigen Soldat braucht. Die übrigen Länder in der NATO, wie zum Beispiel die USA verwickeln also Deutschland, in Kriege, mit denen wir nicht´s zu tun haben. Diene ich dann den Einzelpersonen (Politikern), die überschnappen, wie zum Beispiel George W. Bush, oder unserer Gesellschaft? Ist unserer Gesellschaft überhaupt daran interessiert, dass einem Land wie Afgahnistan geholfen wird?

Bisher hatte ich mir immer vorgestellt, für die Demokratie in unserem Land zu kämpfen, meinen Beitrag zu dem Land Deutschland zu leisten.
Den Zivildienst schließe ich aus, dass kann ich nicht, aus Gewissensgründen und wiel mir das „Händchen“ für den Sozialen Sektor fehlt… ich hoffe ihr versteht mein kleines Problem… und ich hoffe es klingt nicht zu wirr, was ich geschrieben hab.

Gruß Philipp

Hallo,

mal abgesehen, dass dies a.m.S. das falsche Board ist…

Du dienst der Gesellschaft, die durch die Politiker vertreten werden, die die politische Struktur/Willen Deutschlands darstellen, welches sich in der NATO verpflichtet hat, entsprechende Dienste diese übergeordneten Organisation zur Verfügung zu stellen. Wenn du hieran was ändern möchtest, musst du die politische Struktur in Deutschland ändern.

Was mir allerdings überhaupt nicht klar ist, wieso du zu BW gehen möchtest, wenn dir nicht passt, was dort gemacht wird? Zur BW sollte man sich nur länger verpflichten, wenn man hinter den Zielen, Aufgaben und Folgen, die sich ggf. hieraus ergeben können, auch steht. Nur zum Bund zu gehen, weil du hier ggf. kostenlos studieren kannst, halte ich für gänzlich verfehlt.

Besten Gruß
Falke

Hi,

ich habe nicht gesagt, dass mir nicht passt, was dort gemacht wird.
Ich habe gesagt, dass ich weiß was man dort macht und das ich damit und dazu keine Probleme habe.

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Hallo,

Ich habe gesagt, dass ich weiß was man dort macht und das ich
damit und dazu keine Probleme habe.

Warum dann diese Frage:

„Diene ich dann den Einzelpersonen (Politikern), die überschnappen, wie zum Beispiel George W. Bush, oder unserer Gesellschaft? Ist unserer Gesellschaft überhaupt daran interessiert, dass einem Land wie Afgahnistan geholfen wird?“

Wenn du wirklich weißt, für was die BW steht und welche Aufgaben sie hat, dann ist die Frage wohl überflüssig.

Gruß
Falke

PS: Bitte keine Vollzitate!

Hi,

für mich liest sich das so, als würdest Du gerne in einen Angriffskrieg ziehen.
Falls dem nicht so ist: Es gibt auch Verteidigungskriege. und in dazu passende Missionen wird die Bundeswehr für die NATO und die UNO eingesetzt, und wenn es denn so sein sollte (was hoffentlich nie geschieht), auch, um Deutschland zu schützen. Soldat ist wohl, zumindest hoffentlich und für die meisten, ein Beruf, in dem man sehr gut ausgebildet wird und möglichst lange arbeitslos (besser: ohne etwas zu tun) bleibt.

Die Franzi

Nach dem Erhalt meines Abiturs könnte ich mir vorstellen zur
Bundeswehr zu gehen, eventuell für einen längeren Zeitraum,
auch wegen dem Studieren…

Völlig falsche Motivation! Wer sich für mindestens 13 Jahre in der Offizierlaufbahn bei der Bundeswehr verpflichtet sollte das gezielt deshalb machen, weil er Verantwortung für sich und seine Mitbürger übernehmen will und nicht wegen eines Studiums, das nur ca. 4 Jahre der Verpflichtungszeit ausmacht!
DU bist es der dann später als Offizier im Einsatz Entscheidungen mitunter über Leben und Tod trifft!
DU bist es, der andere motivieren und überzeugen muss um seinen Auftrag durchzuführen!
DU bist derjenige der Fürsorge gegenüber seinen Untergebenen walten lassen muss!
DU bist es, der gegenüber Vorgesetzten, wie auch Untergebenen loyal sein muss!
DU bist es, der seine persönlichen Interessen zugunsten wichtigerer Dinge regelmäßig zurückschrauben muss!
DU bist es, der freiwillig einen Teil seiner Grundrechte einschränken lässt!
DU bist es, der mit seinem Leben für den Erhalt der freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Interessen eintritt!

Das macht man nicht wegen eines Studiums! Kann man auch nicht, wenn das Studium die einzige Motivation ist.

Nun ist meine Frage, wem ich diene, wenn ich zur Bundeswehr
gehe.

Dem Erhalt der freiheitlich demokratischen Grundordnung dieses Landes und dem Erhalt unserer Gesellschaft und damit jedem einzelnen Bürger in diesem Staat.

Ich habe mitbekommen, dass man ein „Gelöbnis“ ausspricht und
somit den Dienst (bis in den Tod?) für die Bundesrepublik
Deutschland schwöre.

Grundwehrdienstleistende geloben bei einem Gelöbnis, Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten leisten ihren Diensteid bei ihrer Vereidigung entsprechend des §9 Solddatengesetz:
„Ich schwöre/gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen(, so wahr mir Gott helfe).“

Da Deutschland keine Angriffskriege führen darf, kann ich meinem :Land nur insofern dienen, indem die NATO mich als vielleicht :Zukünfigen Soldat braucht.

Unsinn! Die Bundesrepublik Deutschland (und niemand anders) setzt die Bundeswehr auch im Rahmen von Bündnissen gegenseitiger Kollektiver Sicherheit wie der NATO, der EU und der UN ein. Und wenn es nicht im Interesse der Bundesrepublik ist wird die Bundeswehr auch nicht eingesetzt. Ob die Bundeswehr eingesetzt wird oder nicht entscheidet in unserer Demokratie der Bundestag.

Die übrigen Länder in der NATO, wie zum Beispiel die USA verwickeln :also Deutschland, in Kriege, mit denen wir nicht´s zu tun haben.

Es gibt in unserer global vernetzten Welt kaum noch Konflikte die Deutschland nicht in irgendeiner Form direkt betreffen. Von einer anderweitigen Vorstellung solltest du dich verabschieden.

Diene ich dann den Einzelpersonen (Politikern),die überschnappen, :wie zum Beispiel George W. Bush, oder unserer Gesellschaft?

Der Bundesrepublik Deutschland und somit der Gesellschaft.

Ist unserer Gesellschaft überhaupt daran interessiert, dass einem :Land wie Afghanistan geholfen wird?

Nach den letzten repräsentativen Umfragen ist die Unterstützung der Afghanistan-Mission der Bundeswehr in Deutschland nicht wirklich groß. Ist aber auch kein Wunder angesichts der mangelhaften Information (und Selbstinformation) der Bürger über die ISAF Mission und das mehr als gestörte Verhältnis der Bürger und der Politik zur Bundeswehr und zur etwaigen Notwendigkeit des Einsatzes militärischer Mittel.
In unserer repräsentativen Demokratie werden solche Entscheidungen aber konsequenter Weise sowieso von den Volksvertretern getroffen und somit nur indirekt vom Volk selbst.

Bisher hatte ich mir immer vorgestellt, für die Demokratie in
unserem Land zu kämpfen,

Das ist nicht Aufgabe der Bundeswehr. :wink: Die Demokratie haben wir in Deutschland schon ein paar Tage. Man kann sich aber für ihren Erhalt einsetzen und das tut man als Teil der Exekutive.

Gruß Andreas

Hallo liebe Forengemeinde,

ich bin 17 Jahre alt und besuche zurzeit ein berufliches
Wirtschaftsgymnasium.
Nach dem Erhalt meines Abiturs könnte ich mir vorstellen zur
Bundeswehr zu gehen, eventuell für einen längeren Zeitraum,
auch wegen dem Studieren…

Nun ist meine Frage, wem ich diene, wenn ich zur Bundeswehr
gehe.

Hallo,
gehe doch bei Deiner Frage einmal in die Vergangenheit und Du wirst sehen, was die Soldaten von ihrem Dienst am Volk hatten: Nichts.

Was hatten die Soldaten (nach dem Krieg in der BRD und in der DDR) an den Radargeräten und ihren daraus folgenden Krebserkrankungen und Tod?

Nichts, noch nicht einmal eine Anerkennung als Berufskrankheit.
Die Hinterbliebenen hatten auch keinen Pfennig mehr.

Was haben die Soldaten in Afghanistan von Ihrem Dienst am Volk?
Nichts, und sie sind dort nur, weil die Amerikaner das so wollen.
Die riesigen Mohnfelder zur Erzeugung von Rauschgift haben die Amerikaner nie vernichtet. Damit haben sie den Warlords nie die Geldquelle trockengelegt, aus der diese ihre Waffenkäufe finanzieren.

Vom Dienst am Volk hat m.E. noch nie ein Soldat etwas gehabt.

Gruß:
Manni

Vom Dienst am Volk hat m.E. noch nie ein Soldat etwas gehabt.

Nun, wie das Volk mit seinen Soldaten umgeht entscheidet das Volk.

Aber welche Ziele sich ein Mensch setzt und was er für erstrebens- und erhaltenswert befindet entscheidet er selbst!

Mir persönlich gibt mein Beruf sehr viel und er ist für mich auch tatsächliche Berufung.
Das ich mir tatsächlich mehr Anerkennung und Würdigung der Leistungen, Opfer und Opferbereitschaft deutscher Soldaten in und von der deutschen Öffentlichkeit und Politik wünsche ist zwar so, ändert aber nichts daran, dass ich zu meiner Berufswahl stehe und sie wieder treffen würde.
Man bringt sich nicht ausschließlich in die Gesellschaft ein, weil man sich dadurch Anerkennung erhofft, man macht es primär um ihrer selbst willen. Und wer der Anerkennung und des Dankes wegen in Deutschland Soldat wird, der wird wohl auf die Nase fallen. :wink:

Und falls sich doch jemand mit seinen Soldaten solidarisch zeigen will:

http://www.natoshopnord.de/cms/index.php/Gelbes-Band…

Gruß Andreas

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