Nach dem Erhalt meines Abiturs könnte ich mir vorstellen zur
Bundeswehr zu gehen, eventuell für einen längeren Zeitraum,
auch wegen dem Studieren…
Völlig falsche Motivation! Wer sich für mindestens 13 Jahre in der Offizierlaufbahn bei der Bundeswehr verpflichtet sollte das gezielt deshalb machen, weil er Verantwortung für sich und seine Mitbürger übernehmen will und nicht wegen eines Studiums, das nur ca. 4 Jahre der Verpflichtungszeit ausmacht!
DU bist es der dann später als Offizier im Einsatz Entscheidungen mitunter über Leben und Tod trifft!
DU bist es, der andere motivieren und überzeugen muss um seinen Auftrag durchzuführen!
DU bist derjenige der Fürsorge gegenüber seinen Untergebenen walten lassen muss!
DU bist es, der gegenüber Vorgesetzten, wie auch Untergebenen loyal sein muss!
DU bist es, der seine persönlichen Interessen zugunsten wichtigerer Dinge regelmäßig zurückschrauben muss!
DU bist es, der freiwillig einen Teil seiner Grundrechte einschränken lässt!
DU bist es, der mit seinem Leben für den Erhalt der freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Interessen eintritt!
Das macht man nicht wegen eines Studiums! Kann man auch nicht, wenn das Studium die einzige Motivation ist.
Nun ist meine Frage, wem ich diene, wenn ich zur Bundeswehr
gehe.
Dem Erhalt der freiheitlich demokratischen Grundordnung dieses Landes und dem Erhalt unserer Gesellschaft und damit jedem einzelnen Bürger in diesem Staat.
Ich habe mitbekommen, dass man ein „Gelöbnis“ ausspricht und
somit den Dienst (bis in den Tod?) für die Bundesrepublik
Deutschland schwöre.
Grundwehrdienstleistende geloben bei einem Gelöbnis, Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten leisten ihren Diensteid bei ihrer Vereidigung entsprechend des §9 Solddatengesetz:
„Ich schwöre/gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen(, so wahr mir Gott helfe).“
Da Deutschland keine Angriffskriege führen darf, kann ich meinem :Land nur insofern dienen, indem die NATO mich als vielleicht :Zukünfigen Soldat braucht.
Unsinn! Die Bundesrepublik Deutschland (und niemand anders) setzt die Bundeswehr auch im Rahmen von Bündnissen gegenseitiger Kollektiver Sicherheit wie der NATO, der EU und der UN ein. Und wenn es nicht im Interesse der Bundesrepublik ist wird die Bundeswehr auch nicht eingesetzt. Ob die Bundeswehr eingesetzt wird oder nicht entscheidet in unserer Demokratie der Bundestag.
Die übrigen Länder in der NATO, wie zum Beispiel die USA verwickeln :also Deutschland, in Kriege, mit denen wir nicht´s zu tun haben.
Es gibt in unserer global vernetzten Welt kaum noch Konflikte die Deutschland nicht in irgendeiner Form direkt betreffen. Von einer anderweitigen Vorstellung solltest du dich verabschieden.
Diene ich dann den Einzelpersonen (Politikern),die überschnappen, :wie zum Beispiel George W. Bush, oder unserer Gesellschaft?
Der Bundesrepublik Deutschland und somit der Gesellschaft.
Ist unserer Gesellschaft überhaupt daran interessiert, dass einem :Land wie Afghanistan geholfen wird?
Nach den letzten repräsentativen Umfragen ist die Unterstützung der Afghanistan-Mission der Bundeswehr in Deutschland nicht wirklich groß. Ist aber auch kein Wunder angesichts der mangelhaften Information (und Selbstinformation) der Bürger über die ISAF Mission und das mehr als gestörte Verhältnis der Bürger und der Politik zur Bundeswehr und zur etwaigen Notwendigkeit des Einsatzes militärischer Mittel.
In unserer repräsentativen Demokratie werden solche Entscheidungen aber konsequenter Weise sowieso von den Volksvertretern getroffen und somit nur indirekt vom Volk selbst.
Bisher hatte ich mir immer vorgestellt, für die Demokratie in
unserem Land zu kämpfen,
Das ist nicht Aufgabe der Bundeswehr.
Die Demokratie haben wir in Deutschland schon ein paar Tage. Man kann sich aber für ihren Erhalt einsetzen und das tut man als Teil der Exekutive.
Gruß Andreas