Burnout

Tach Community,

ist das Burnout - Syndrom eine Modeerscheinung?
oder die aktuelle Erklärung für früher anders genanntes?

Wie anerkannt ist das denn?
und …
ist es nicht eher ein zusammenbasteln von moeglichen
symptomen, weil man sich etwas nicht erklaeren kann
(weil es laut google-recherche mehrere interpretations-
ansaetze fuer die diagnose und „zielgruppe“ gibt)

merci

PixelKoenig

Hi,

ist es nicht eher ein zusammenbasteln von moeglichen
symptomen, weil man sich etwas nicht erklaeren kann

Exakt beobachtet, genau das ist es und nichts anderes. Nur wenn man dann auch einen neuen Begriff dafür erfindet, dann klingt es für alle so, als ob da welche („Experten“) auch was verstanden hätten.

Is´ aber nicht so.

Grüße
Gert

Hallo,

dazu kann ich etwas aus eigener Erfahrung erzählen:

Jahrelang wurde mir immer wieder Burnout bescheinigt. Ich arbeitete während dieser Zeit teilweise recht schwer, fuhr nachts Taxi und arbeitete bei einem Paketdienst. Regelmäßig wurde ich ziemlich krank, musste Antibiotika schlucken, usw.
Als Kind war ich auch andauernd krank, oft wochenlang.

Mit 39 kam ich per Zufall an einen Ort, wo ich als Kind schon einmal war. Ich stellte fest, dass ich dort alles kannte, was in den 60er Jahren schon stand. Ich begann zu recherchieren, und gleichzeitig erinnerte ich mich wieder.

Ich förderte ein übles Familiengeheimnis zu Tage und stellte fest, dass ich viele, viele Jahre unter einer fast völligen Amnesie litt, was meine eigene Kindheit angeht.

Die wirkliche Diagnose lautete dann: PTBS statt Burnout.

Ichh denke auch, dass die Diagnose Burnout oft aus Verlegenheit gestellt wird, weil man nicht wirklich ergründen kann, was derjenige wirklich hat.

Viele Grüße,

Annette.

Hallo PixelKoenig,

ist das Burnout - Syndrom eine Modeerscheinung?
oder die aktuelle Erklärung für früher anders genanntes?

Wie anerkannt ist das denn?
und …
ist es nicht eher ein zusammenbasteln von moeglichen
symptomen, weil man sich etwas nicht erklaeren kann
(weil es laut google-recherche mehrere interpretations-
ansaetze fuer die diagnose und „zielgruppe“ gibt)

Diese Dinge kommen meist aus dem amerikanische Raum und hat auch etwas mit Kultur zu tun.
Eigentlich geht es nur darum, dass es nach dieser Auffassung keine unerklärbaren Symthome geben kann, also muss irgendeine spezifische Krankheit zu den Symthomen existieren.

Hier wurde der Begriff „psychosomatisch“ als Synonym für „Ich weiss nicht“ verwendet…

MfG Peter(TOO)

Hallo Annette,

das ist eine interessante Sichtweise.
Gluecklicherweise, hat bei Dir der Zufall zugeschlagen,
so dass Du wusstest, was dort an dir schraubt und nagt.

In meinem Falle ists allerdings so, dass der Hausarzt
die Symptome behandelt… die seit zwei Jahren verstaerkt
auftreten und mitlerweile fast arbeitsunfaehig machen…
aber nicht bei der ursachenforschung hilft.

vor 2 jahren war noch alles in ordnung… koerperlich…

dann kommt eine befreundete psychologin… der mann mal
so sein leid nebenbei klagt… und die konfrontiert dich
dann mit dem begriff „burnout“. es wird gegoogled. und gefunden.

der patient hat was der patient haben will. koennte man meinen…
denn ich fand tasaechlich eine seite im www die komplett alle meine
probleme auf einer seite zusammenfasste.

tja… und nun mit einer grossen portion skepsis und analysebereitschaft (ich nehme schicksale ungern ungefragt hin)
stehe ich vor dem problem… ist das was ernstes???

da scheiden sich dann sicherlich die geister.
zwischen humbug, modekrankheit und ogott… geh zum therapeuten.

doof nur… wenn man mitlerweile an einem punkt angelangt ist, an dem man das gefuehl hat…dass gar nichts mehr geht.

Hallo,

Jahrelang wurde mir immer wieder Burnout bescheinigt. Ich
arbeitete während dieser Zeit teilweise recht schwer, fuhr
nachts Taxi und arbeitete bei einem Paketdienst. Regelmäßig
wurde ich ziemlich krank, musste Antibiotika schlucken, usw.
Als Kind war ich auch andauernd krank, oft wochenlang.

Ichh denke auch, dass die Diagnose Burnout oft aus
Verlegenheit gestellt wird, weil man nicht wirklich ergründen
kann, was derjenige wirklich hat.

Dem ist jedenfalls von meiner Seite nichts hinzu zu fügen.
Wie Du siehst, bist Du auch selber Dein bester „Diagnostiker“, niemand anderer kennt Dich besser als Du Dich selber.
Auch jeder „Diagnostiker“ ist darauf angewiesen, zuerst von Dir selber was zu hören.
Na ja, und dann bekommst Du halt die verschiedenen bekannten Theorien darüber zu hören. Wie weit die dann auch stimmen (können), überlaß´ ich Dir selber herauszufinden.

Und wenn Du Deine Arbeitsbedingungen erzählst, unter denen Du (angeblich) „krank“ geworden bist, dann könnte es doch möglicherweise auch so sein, daß d o r t was „krank“ ist und unsere lieben „Experten“ das nur noch nicht richtig „diagnostiziert“ haben (grins).
Is´ halt anscheinend schwer, ein Symptom (Krankheit z.B.) dann auch der w i r k l i c h e n Ursache zuzuordnen.
Am bequemsten ist sicher, das gleich am Betroffenen selber festzumachen mit irgend einem Begriff. Leider.

Grüße
Gert

Grüße
Gert

Tach, PixelKing (u.a.),
Nach meiner Meinung, persönlicher Erfahrung
kommen da ein paar Punkte zusammen.
Sie bilden dann ein Gesamtbild.
Das kann man dann nennen wie man lustig ist:
BurnOut, Verschleiß, Unlust, Überlastung, … You name it.

Über diesen ‚Berg‘ bin ich mittlerweile drüber,
deswegen ein Gedanke, der sicher berechtigt ist;
er könnte Deine Frage beantworten.
Ich habe nach dieser Erkenntnis jedenfalls (2x) mein Leben geändert.

Die Ursache(n) bei mir kann ich klar erkennen,
daß andere immer höhere, immer mehr Erwartungen an mich gestellt haben,
die ich nur bis zu einem gewissen Grad erfüllen konnte.
Je höher die Erwartungen und Aufgaben stiegen, desto höher stieg auch mein Blutdruck. Bis auf 210 (heute wieder fast normal).

Ich habe darauf hin !sofort! in der der Minute auf der Stelle alles abgeblockt.

Heute empfinde ich die Ansinnen anderer nur noch als ‚Ausnutzung ausloten‘ -
wie weit kann man den Kerl noch ausnutzen/benutzen; der macht das schon.
Nein, das macht er nicht (mehr). Auch nicht für Geld, nicht für alles Geld.
Ich habe zu meinem eigenen Tempo gefunden
-und das ist vergleichsweise immer noch hurtig-,
und wem das nicht paßt, der bleibe fern.
Bei 5 Mrd Menschen gibt es genügend andere, denen es paßt.

Damit habe ich das ‚BurnOut‘-Problem für mich gelöst;
jetzt haben es andere, und zwar die die es verdienen.

Tach Community,

ist das Burnout - Syndrom eine Modeerscheinung?
oder die aktuelle Erklärung für früher anders genanntes?

Mode-Erscheinung?
Nein, würde ich nicht mit ‚Mode‘ bezeichnen, sondern mit ’ Zeit -Erscheinung’.
Da spielen natürlich noch wirtschaftliche, finanzielle Punkte eine Rolle.
Das Hamsterrad läuft und läuft, und der Monat ist am 15. eigentlich schon um…
Ich denke, daß darin die eigentliche Ursache, der Anlass,
für dergleichen Erscheinungen zu finden ist.
Nicht jeder kann sich (immer) erlauben, so radikal zu handeln wie ich.

Aber welche Wahl gibt es? Tod oder Leben.
Sich zum Affen machen (lassen) und umfallen,
oder vernünftig handeln und leben.
Welche Wahl ist Deine?

Gruss - digi (aEg) mittlerweile Alters-Rentner im Nebenberuf
…Just my few bucks…

Tach, Pixelkönig!

Das Wort „burnout“ bedeutet nichts anderes als „Ausgebranntsein“. Das kann die verschiedensten Symptome beinhalten und die verschiedensten Ursachen haben. Allen gemein ist das „Endprodukt“, nämlich das Gefühl, nicht mehr weiterzukönnen, keine Energie mehr zu haben, eben ausgebrannt zu sein.

Ein Bekannter von mir hält Seminare für angehende Lehrer, die Burnout zum Thema haben, und er meinte, die Erscheinungsformen sind vielfältig, man sollte diese Diagnose aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wo die Ursachen liegen, weiß man tatsächlich selbst (meistens) am besten.

Wichtig ist, die Zeichen zu erkennen. Das Gefühl des Ausgebranntseins ist mE immer ein Warnsignal des Körpers und der Psyche: „STOP“. Man sollte sich also damit auseinandersetzen und nicht denken „Ach, das wird schon.“ Auch ein „Jetzt hab Dich doch nicht so“ ist da fehl am Platze.

Besser ist es, sich bewußt zu machen, was zu dem Gefühl führt, auch mit professioneller Hilfe, weil man alleine oft in solch einer Situation nicht die Energie und den Überblick mitbringt, um alle „Störfaktoren“ mal auszuschalten und wieder zu sich zu kommen.

Just my two cents,

Liebe Grüße,

Smiri

Tach Community,

ist das Burnout - Syndrom eine Modeerscheinung?
oder die aktuelle Erklärung für früher anders genanntes?

Hi Pixelkönig!

IMHO: Beides. Leute, die sich bis zum Umfallen verausgabt haben, hat es sicher schon immer gegeben - also eine reale Beobachtung.
Die Bezeichnung ist allerdings recht neu und stellt eine unserer Zeit gemäße Sichtweise auf dieses Phänomen dar - da kommt die Kultur und „Mode“ herein: Ich meine mich zu erinnern, dass man bei überanstrengten Patienten früher schwerpunktmäßig den Herzinfarkt („Managerkrankheit“) oder die Depression usw. behandelt hat, ohne allzusehr auf Faktoren aus dem Umfeld zu achten: Die Leute sollten halt wieder für den unhinterfragten Leistungsbetrieb fit gemacht werden.
Das Zurückführen solcher Erkrankungen auf Dauerstress hat vielleicht einerseits damit zu tun, dass die Medizin die Zusammenhänge besser kennt, aber auch, dass wir mit Umweltfaktoren kritischer umgehen, also etwa gesundes Leben und Karriere gegeneinander abwägen.

Ich könnte mir vorstellen, dass das Zu-Tode-Arbeiten je nach Kultur recht unterschiedlich bewertet wird: Wenn, sagen wir mal, eine mittelalterliche Nonne über ihrer Krankenpflege schließlich zusammenklappte, wäre sie womöglich noch als Vorbild gesehen worden…

Mein Senf…

Beate