Hallo Welt
Meine Frau arbeitet schon seit Monaten meistens 11 - 12 Stunden pro Tag (Montag bis Freitag), manchmal auch am Wochenende ein paar Stunden. Anfang September haben wir es geschafft, gemeinsam 2 Wochen Urlaub zu haben, aber auch in dieser Zeit hat sie ab und zu von zu Hause aus gearbeitet. Nachdem 2 ihrer Kollegen gekündigt haben, muss sie deren Arbeit zum Teil auch machen, und ist jetzt praktisch die Einzige in der Firma, die diese Arbeiten machen kann, also qausi eine Abteilung für sich selbst.
Sie wirkt oft sehr gestresst und müde, hat aber trotzdem Schlafstörungen, d.h. sie liegt manchmal stundenlang wach im Bett. Das alles gibt sie auch selbst zu.
Manchmal wird sie wegen kleinster Anlässe fast aggressiv.
Einmal war es so schlimm, dass sie am Abend nach der Arbeit zu Hause geweint hat, und ein anderes Mal war sie so nervös und aufgeregt, dass sie sich übergeben musste.
Ihre Arbeitskollegen machen ihr das Leben anscheinend auch nicht leicht, vor allem die Vorgesetzten nehmen keine Rücksicht auf persönliche Bedürfnisse und alles sollte am besten immer schon gestern fertig sein. Dazu kommt noch, dass sie mit einigen Kollegen aus England, USA, Frankreich und der Slowakei auf englisch kommunizieren muss, was sie zwar ganz gut kann, aber teilweise halt doch auch anstrengend und mühsam für deutschsprachige Menschen ist.
Den Job zu wechseln, ist auch nicht so einfach, denn sie ist schon 52 und Angebote für diese Altersklasse sind nicht gerade im Überfluss vorhanden.
Meine Fragen sind jetzt: Ist meine Frau auf dem besten Weg zu einem Burnout oder ist sie eh schon mittendrin? Wie soll ich als Ehemann darauf reagieren bzw. mich verhalten? Soll ich sie zu einem Arzt schicken? Soll ich sie überhaupt direkt darauf (auf Burnout) ansprechen oder ist das eher kontraproduktiv und macht sie noch nervöser? Was mache ich, wenn sie einen Arztbesuch verweigert? (Sie geht generell nicht gern zu Ärzten.)
Wer weiß, was man in so einen Fall für seinen geliebten Partner tun soll/kann?
Roland
