Burnout

Hallo Welt

Meine Frau arbeitet schon seit Monaten meistens 11 - 12 Stunden pro Tag (Montag bis Freitag), manchmal auch am Wochenende ein paar Stunden. Anfang September haben wir es geschafft, gemeinsam 2 Wochen Urlaub zu haben, aber auch in dieser Zeit hat sie ab und zu von zu Hause aus gearbeitet. Nachdem 2 ihrer Kollegen gekündigt haben, muss sie deren Arbeit zum Teil auch machen, und ist jetzt praktisch die Einzige in der Firma, die diese Arbeiten machen kann, also qausi eine Abteilung für sich selbst.
Sie wirkt oft sehr gestresst und müde, hat aber trotzdem Schlafstörungen, d.h. sie liegt manchmal stundenlang wach im Bett. Das alles gibt sie auch selbst zu.
Manchmal wird sie wegen kleinster Anlässe fast aggressiv.
Einmal war es so schlimm, dass sie am Abend nach der Arbeit zu Hause geweint hat, und ein anderes Mal war sie so nervös und aufgeregt, dass sie sich übergeben musste.
Ihre Arbeitskollegen machen ihr das Leben anscheinend auch nicht leicht, vor allem die Vorgesetzten nehmen keine Rücksicht auf persönliche Bedürfnisse und alles sollte am besten immer schon gestern fertig sein. Dazu kommt noch, dass sie mit einigen Kollegen aus England, USA, Frankreich und der Slowakei auf englisch kommunizieren muss, was sie zwar ganz gut kann, aber teilweise halt doch auch anstrengend und mühsam für deutschsprachige Menschen ist.
Den Job zu wechseln, ist auch nicht so einfach, denn sie ist schon 52 und Angebote für diese Altersklasse sind nicht gerade im Überfluss vorhanden.

Meine Fragen sind jetzt: Ist meine Frau auf dem besten Weg zu einem Burnout oder ist sie eh schon mittendrin? Wie soll ich als Ehemann darauf reagieren bzw. mich verhalten? Soll ich sie zu einem Arzt schicken? Soll ich sie überhaupt direkt darauf (auf Burnout) ansprechen oder ist das eher kontraproduktiv und macht sie noch nervöser? Was mache ich, wenn sie einen Arztbesuch verweigert? (Sie geht generell nicht gern zu Ärzten.)

Wer weiß, was man in so einen Fall für seinen geliebten Partner tun soll/kann?
Roland

Hallo,
Diagnosen von aussen sind immer nicht leicht, aber was Du schilderst deutet mindestens auf eine starke burnout-Gefährdung hin. Google mal nach dem Thema, es gibt auch Tests für eine Standortbestimmung, oft auf Psychotherapeuten-Homepages, wo man gerade steht auf seinem Belastungsweg. Vielleicht füllt Deine Frau so einen Test mal aus, und wenn dort ersichtlich ist, dass Sie stark burnout-gefährdet ist, dann ist sie vielleicht ehr bereit, sich Hilfe zu holen.

Macht auf jeden Fall sofort etwas, je ehr professionell unterstützt wird, desto besser kann man Dinge ändern, um wieder entspannen und schlafen zu können. Es kann für den Anfang schon reichen, bei sich selber Kleinigkeiten zu ändern und eigene Erwartungshaltungen zu hinterfragen - vielleicht wird dann ein Jobwechsel überflüssig. Wenn Deine Frau aber nichts macht, steht sie am Ende krank und womöglich ohne Job da, dann findet sie noch schwerer bis gar nicht einen neuen Job.

Ich rate dringend zu einem Coach oder Psychotherapeuten, weil man sich selbst niemals so gut hinterfragen kann wie ein ausgebildeter Dritter.

Viel Erfolg
wellenreiter

Nachricht an deine Frau!!

Burnout heißt übersetzt Ausbrennen und wird verursacht durch Stress und anstrengende Arbeit!

Man muss verstehen daß Zeit = Energie ist! Man bekommt innerhalb einer gewissen Zeit eine gewisse Energie um Arbeiten zu erledigen!
(Lt. Hawaianischem Wissen!) Man muss mit diesem natürlichen Energiefluss gehen und nicht gegen oder versuchen etwas aufzuholen den das ist anstrengend und brennt dich aus! Man muss so Arbeiten daß du dabei nicht müde wirst, Energiesparend!

Etwas aufzuhohlen um ein anderes Mal es leichter zu haben hat mir noch nie etwas gebracht! Bin auch noch nie gelobt worden von meinem Chef weil ich mir einen Stress gemacht habe! Und es muss nicht unbedingt jedes Mal stimmen meine Ansicht -

kann aber trotzdem dieser Meinung sein!!!

Ich wünsche dir alles Gute in der Zukunft!

Noch was:

Es ist besser man Arbeitet normal sein Tempo und macht Überstunden und kommt entspannt nach Hause!

als man Versucht Zeit aufzuhohlen was man meistens sowieso nicht schneller schafft und kommt als kaputte nach Hause!

Arbeiten ist wie Autofahren - wer immer nur Gas gibt bei dem ist schnell der Sprit aus und kommt auch nicht weiter (Tankstelle gibt es nicht!)

Hallo,
Du erkennst das Problem und gehst behutsam damit um - das ist erstmal eine sehr gute Unterstützung für Deine Frau!

Ja, ich würde sagen, dass sie sich auf der Schnellstrasse Richtung Burnout bewegt. Wenn es dann soweit ist, geht gar nichts mehr. Arbeitsunfähig und bis auf’s Weitere Krankgeschrieben. Das ist auch keine Überraschung, wenn man ihr Arbeitspensum betrachtet, das Betriebsklima das sie ausgesetzt ist und ihre körperlichen Symptome sprechen eine klare Sprache.

Sie kann so weitermachen wie bisher und dann endet es in einem Burnot oder sogar in einer Depression oder sie schraubt ihre Last zurück und pflegt sich.

Was nicht geht, ist dass sie jetzt zum Arzt geht und Medikamente bekommt, damit sie so weitermachen kann wie bisher. Eine Therapie wie sie besser mit der Situation auskommen kann wie sie ist, gibt es auch nicht.

Sie sollte Grenzen setzen und Forderungen stellen. Warum werden denn keine neuen Mitarbeiter angestellt? Arbeitet sie so „billig und gut“, so dass die Geschäftsleitung keinen Anlass sieht jemanden einzustellen oder ist Deine Frau schlecht im delegieren und „reisst alles an sich“ um in die Postition einer unersetzbaren Arbeitskraft zu kommen?

JEDER Mitarbeiter ist austauschbar und ihr werdet sehen wie schnell das geht, sollte sie 6 Wochen krankgeschrieben werden!

Das würde ich ihr in Deiner ruhigen und mitfühlenden Art sagen und Du darfst sie auch dabei ein wenig unter Druck setzen: bewege sie zum Arzt zu gehen und eventuell kannst Du sie begleiten.

Viele Grüße

Hallo Roland,

ob Deine Frau gefährdet ist oder bereits in einem Erschöpfungssyndrom steckt, kann nur ein Arzt/Psychologe beurteilen. Niemand hier. Aus der Ferne.

Auch müsste Deine Frau sich äußern, wie SIE sich fühlt und nicht Du Deine Eindrücke (das kann zwar helfen, um ihr einen Wink zu geben, aber nicht, wenn es darum geht, zu beurteilen, wo sie steht).

Ein 12-Stunden-Arbeitstag allein und viel Stress macht per se noch kein Burnout. Ich hab 22 Jahre so gearbeitet - und meistens sogar mit Spaß daran (die Quittung bekomme ich jetzt…- aber eher aus dem gegenteilinge Hintergrund). Aber wenn sie depressive Stimmungen, Schlafstörungen und Resignation spürt, dann könnte man schon mal mit einem Arzt/Psychologen sprechen. Das ist auf jeden Fall keine gute Basis, schon gar nicht für einen Stressjob.

Aber ich denke, es geht auch nicht darum, irgendeine Diagnose zu bekommen, sondern viermehr, dass es ihr offenbar mit ihrem Job nicht wirklich gut geht und hier eine Änderung herbeizuschaffen. Ist ihr das denn selbst bewusst oder registriert sie das gar nicht so wie Du?

Ändern kann nur sie was. Wenn sie das will. Du kannst anregen.

Alles Gute
Aquilegia A.

Hallo,
gerade gelesen - ein Bericht bei Wiso

http://blog.zdf.de/wiso-plus/

Viel Erfolg
gute Besserung
wellenreiter

Ein 12-Stunden-Arbeitstag allein und viel Stress macht per se
noch kein Burnout. Ich hab 22 Jahre so gearbeitet -

Hallole,

wir kennen Deine Arbeit nicht und nicht die Arbeit der Frau. Bei Picasso stelle ich mir vor, dass er auch immer so gearbeitet hat - aber wahrscheinlich mit großer Befriedigung.

Aaaaber wir müssten auch prüfen, ob es arbeitsrechtlich überhaupt geht, dass jemand auf Dauer 60 h/Woche und mehr arbeitet. Ich glaube es nicht!

Man kann doch auch nicht über lange Zeit auf Überlast fahren und wenn es nicht mehr geht auf Kosten der Allgemeinheit sich vom Doc wieder herrichten lassen! Klar, für den Menschen in der Burnout Situation so nicht hilfreich aber ich beobachte es oft bei jungen Leuten, dass sie z.B. bei Unternehmensberatern immer auf Überlast laufen. So geht es doch auch nicht!

Schöne Grüße

PW

Selbstausbeutung
Moin,

Aaaaber wir müssten auch prüfen, ob es arbeitsrechtlich
überhaupt geht, dass jemand auf Dauer 60 h/Woche und mehr
arbeitet. Ich glaube es nicht!

ich fürchte, Du irrst: Für Selbstausbeutung gilt gar kein Arbeitsrecht:

Schlicht und ergreifend, weil Täter und Opfer identisch sind!

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Hallo Roland,

mein Freund ist nahe an einem Burnout gewesen, eine ehemalige Kollegin hat(te) einen, jemand aus meiner Familie ist gerade ebenfalls so weit, und ich selbst denke auch, dass ich haarscharf daran vorbeigeschrammt bin. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie Perfektionisten und sehr pflichtbewusste Menschen sind. Sie wollen niemanden hängen lassen, legen großen Wert auf perfekte Ergebnisse, stellen hohe Ansprüche an sich und ihre Arbeit und fühlen gleichzeitig einen großen Druck. Das kann die Angst sein, nie wieder einen Job zu finden, den Job zu haben, nicht qualifiziert genug zu sein. Auch das Gefühl, für ein Familienmitglied oder ein Projekt verantwortlich zu sein, sorgt für Druck.

Meiner Erfahrung nach ist es besonders der psychische Druck, der zehrt, und das Gefühl, dass man seine Verantwortung vermeintlich nicht abgeben kann. Das ist wie ein Teufelskreis.

Als ich kurz davor war und mich zuhause ausweinte, sagte mein Freund, es wär ihm auch mal so gegangen, da müsste ich durch. Trotz aller Fürsorge hat er erst spät verstanden, wie dramatisch die Situation war. Da hatte ich schon ständig Ohrgeräusche, schlief kaum noch und weigerte mich morgens, zur Arbeit zu gehen.
Nach einer Knie-OP fand ich endlich Zeit zum klaren(!!!) Nachdenken. Ich fand raus, dass der Druck, der auf mir lastete, auf der Annahme beruhte, dass ich gekündigt werde, wenn ich Fehler mache, und aufgrund meines Stresspegels blieben Fehler natürlich nicht aus. Also wieder ein Teufelskreis. Tatsächlich waren meine Fehler aber gar nicht gravierend. Das merkte ich aber erst in der Zwangspause. Das Ende vom Lied ist, dass mein Knie suboptimal verheilt ist und ich mit 31 Knieprobleme habe, weil ich mir natürlich nicht genug Ruhe gegönnt habe und unbedingt schnell wieder arbeiten wollte. Gekündigt wurde ich übrigens trotzdem.

Als Fazit kann ich nur sagen: Deine Frau muss einmal mindestens ein paar Wochen Ruhe OHNE Arbeit haben und sich entschleunigen. Notfalls durch Krankschreibung. Kein Laptop, keine Akten. Nur Spaziergänge, ein gutes Buch oder ein Aufenthalt in einem Kloster. Zeit für sich nehmen – und zwar mit reinem Gewissen.

Wichtig ist auch die Erkenntnis, dass man nicht alle Verantwortung der Welt schultern kann – und auch nicht muss. Das wird heute oft verlangt – aber meist von verantwortungslosen Chefs, die sich weigern, wahrzunehmen wie ausgebrannt ihre guten Pferde sind.

Und auch, wenn die Angst groß ist, keinen anderen Job zu finden: Die persönliche Gesundheit muss an erster Stelle stehen – gerade, wenn deine Frau sich vor Nervosität schon übergibt. Krank nützt man niemanden etwas, und der Chef schmeißt einen sowieso früher oder später raus, wenn man zu lange krank ist. Das klingt platt, aber das ist die Kernbotschaft, die ich dir ans Herz lege. Wenn das nicht bei ihr „Klick“ macht, ist sie auf dem besten Weg in den Burnout.

Auf jeden Fall kannst du ihr mit Verständnis und viel Geduld helfen. Mach ihr keine Vorwürfe, sondern einen Tee und eine Wärmflasche. Beruhige sie, wenn sie nervös ist. Ein Besuch beim Arzt ist sicher eine gute Hilfe. Eine Krankschreibung hilft vielleicht, einen klareren Kopf zu bekommen und die Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Auch ist eine Kur möglich.

So, sorry für diesen Roman, aber ich hoffe, das hilft etwas.

Viele Grüße und gute Besserung für deine Frau
sgw

hallo sgw,

schön, dass Du DAS so treffend formuliert hast:

Ihnen allen ist
gemeinsam, dass sie Perfektionisten und sehr pflichtbewusste
Menschen sind. Sie wollen niemanden hängen lassen, legen
großen Wert auf perfekte Ergebnisse, stellen hohe Ansprüche an
sich und ihre Arbeit und fühlen gleichzeitig einen großen
Druck. Das kann die Angst sein, nie wieder einen Job zu
finden, den Job zu haben, nicht qualifiziert genug zu sein.
Auch das Gefühl, für ein Familienmitglied oder ein Projekt
verantwortlich zu sein, sorgt für Druck.

Meiner Erfahrung nach ist es besonders der psychische Druck,
der zehrt, und das Gefühl, dass man seine Verantwortung
vermeintlich nicht abgeben kann. Das ist wie ein Teufelskreis.

Aber genau deshalb, weil es so ist, fällt es diesen Menschen ja schwer, sich das einzugestehen. Und wer sich das nicht eingesteht wird weder zum Arzt/Psychologen gehen, noch von sich aus ein paar Wochen ausspannen (vor allem gezielt, denn wenn der Druck nach der Auszeit wieder losgeht, bringt es ja nicht wirklich was).

Empfehlenswert wäre es schon, wenn sich die Betreffende Person der Situation bewusst wird (und da kann ihr Mann vielleicht helfen) und sich einer Fachkraft anvertraut.

Beste Grüße
Aquilegia A.

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Nachtrag

Als ich kurz davor war und mich zuhause ausweinte, sagte mein
Freund, es wär ihm auch mal so gegangen, da müsste ich durch.
Trotz aller Fürsorge hat er erst spät verstanden, wie
dramatisch die Situation war.

Damit meine ich übrigens, dass die nähere Umwelt sich nicht immer bewusst ist, wovon der Betroffene redet. Stress haben alle, und überarbeitet sind auch alle. Aber nicht alle hinterfragen ihre Arbeit permanent und legen so hohe oder gar unerreichbare Maßstäbe an.

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Hallo Chili

Danke für deine Antwort, ich hab aber noch eine Frage dazu. Du schreibst einerseits:

Was nicht geht, ist dass sie jetzt zum Arzt geht und
Medikamente bekommt, damit sie so weitermachen kann wie
bisher. Eine Therapie wie sie besser mit der Situation
auskommen kann wie sie ist, gibt es auch nicht.

und andererseits:

bewege sie zum Arzt zu gehen und eventuell kannst Du sie
begleiten.

Soll sie zum Arzt gehen, sich aber keine Medikamente geben lassen? (Sie nimmt sowieso nicht gerne Medikamente.) Was kann der Arzt dann machen? Soll sie zu ihrem Hausarzt gehen oder gleich zu einem Spezialisten, also am besten einem Psychologen - oder bekommt sie dann vermutlich eh eine entsprechende Überweisung vom Hausarzt?

Sie sollte Grenzen setzen und Forderungen stellen. Warum
werden denn keine neuen Mitarbeiter angestellt? Arbeitet sie
so „billig und gut“, so dass die Geschäftsleitung keinen
Anlass sieht jemanden einzustellen oder ist Deine Frau
schlecht im delegieren und „reisst alles an sich“ um in die
Postition einer unersetzbaren Arbeitskraft zu kommen?

Meine Frau macht ihre Arbeit sicher sehr gut und (zu?) gewissenhaft. Das ist ein Grund, warum die dringend notwendigen zusätzlichen Arbeitskräfte nicht eingestellt werden, ein anderer Grund sind auch Sparmaßnahmen. Andererseits bekommt sie aber alle Überstunden ausbezahlt.

Nochmals danke
Roland

Hallo,

ich klink mich hier mal ein.

Soll sie zum Arzt gehen, sich aber keine Medikamente geben
lassen? (Sie nimmt sowieso nicht gerne Medikamente.) Was kann
der Arzt dann machen? Soll sie zu ihrem Hausarzt gehen oder
gleich zu einem Spezialisten, also am besten einem Psychologen

  • oder bekommt sie dann vermutlich eh eine entsprechende
    Überweisung vom Hausarzt?

Es gibt drei Möglichkeiten:

  1. Zum Hausarzt gehen. Entweder (wenn er gut ist) überweist er zum Psychotherapeuten oder Psychiater. Oder er verschreibt eben mal Medikamente. Was ich nicht so schlau finde. Vielleicht ist es ein Vorurteil von mir, aber ich habe den Eindruck, dass Hausärzte gern zu schnell damit sind, bei psychischen Beschwerden Medikamente zu verschreiben, und zu wenig auf eine Therapie hinwirken. Da würde ich mich lieber auf Spezialisten verlassen. Natürlich kann man auch explizit um eine Überweisung bitten.

  2. Direkt zum Psychotherapeuten gehen. Das kann ein psychologischer oder ärztlicher Therapeut sein. Letzterer kann bei Bedarf auch Medikamente verschreiben, aber auch mit einem psychologischen Psychotherapeuten kann man beraten, ob es nötig/sinnvoll ist, zusätzlich wegen Medikamenten zum Arzt zu gehen. Wenn es hauptsächlich um eine Therapie geht, ist das der direkteste Weg.
    Wenn man ohne Überweisung hinkommt, muss man allerdings nochmal Praxisgebühr zahlen.

  3. Zum Psychiater gehen. Der kann eine Diagnose stellen, ggf. krankschreiben, klären, ob Medikamente sinnvoll sind und sie ggf. verschreiben. Wenn er den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie hat, kann er auch selbst eine Therapie anbieten, ansonsten verweist er an einen Psychotherapeuten. Das wäre der gründlichste Weg.
    Mit der Praxisgebühr ist es wie bei 2).

Leider ist es mit den Fachbezeichnungen ein ziemlicher Dschungel. Generell gilt: Alle Ärzte können Medikamente verschreiben und z.B. krankschreiben. Alle, die was mit „Psychotherapie“ heißen, können Psychotherapie anbieten, ob sie nun Ärzte oder Psychologen sind.

Hoffentlich hab ich jetzt nicht mehr Verwirrung gestiftet als Klarheit gebracht…

Viele Grüße,

Jule

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Hier mal von meiner Seite eingeklingt:

Burnout ist ja derzeit ziemlich inflationär in Mode und zwar so, dass es schon beinahe schick ist zu sagen: Ich steh kurz vor dem Burnout, weil das synomym steht für: Ich bin der Held der Arbeit, das sieht man daran, weil ich kurz davor stehe. Der Kausalzusammenhang läuft aber genau anders herum: man bekommt (u.a.) einen, WEIL man es irgendwie gut findet, einen zu bekommen und das für eine bestimmte Arbeitsweise spricht. Abgesehen davon ist Burnout eh nur eine Bezeichnung für eine Zustand, der sich durch eine ganze Reihe von Symptomen auszeichnet - mit gemeinsamer Ursache.

Unabhängig davon, ob das wirklich auf Burnout hinaus läuft bei deiner Frau: es gibt genügend Indizien dafür, dass sie dabei ist, ihrer Gesundheit zu schaden. Das liegt NICHT an der vielen Arbeit und an Überstunden generell, sondern das liegt am WIE. Damit ist eigentlich auch sehr gut geklärt, dass eine medikamentöse Therapie NICHT das Mittel der Wahl wäre, sondern eine Einstellungs- und Verhaltensänderung her muss. Im Gegenteil: Medikamente ohne Einstellungs- und Verhaltensänderung hätten den Charakter von Drogen, die einzig dazu dienen, den Körper für eine eigentlich ungesunde Sache funktionsfähig zu machen! Das ist Doping!

An wen sie sich wenden kann? Ein Psychotherapeut, Richtung Verhaltenstherapie, wäre wohl das Zweckmäßigste. Wenn sie einsichtig ist, dann kann das auf direktem Weg gehen. Wenn das Verhältnis zum Hausarzt gut ist, kann man den auch um Hilfe bitten, vielleicht hat der eine Empfehlung.

Abschließen: Nein, deine Frau macht ihre Arbeit nicht gut! Wenn sie ihre Arbeit gut machen würde, würde sie nicht auf so eine Erschöpfung hinarbeiten! Mit dieser Grundhaltung unterstützt du nur ihr eigentlich selbst-schädigendes Verhalten. Das als Anstoß, drüber nachzudenken, nicht als Vorwurf :wink:

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Leute mit Gefährdung auf Burnout haben auf jedenfall schon ein gewisses Denkmuster daß die Person zu Burnout bringt - dieses Muster kann geändert werden!

Folgendes Denken muss geändert werden:

  1. Sie denken wenn man schnell arbeitet (stress) ist man schnell fertig, hat mehr Freizeit und sie versuchen arbeiten aufzuhohlen um es später schöner zu haben!
  2. Arbeit ist anstrengend!
  3. ich bin die Beste weil ich am meisten leiste - weil ich am schnellsten arbeite und der Chef soll froh sein daß er mich hat - den sonst würde es nicht so gut laufen

vielleicht können sie mir noch so ein paar Denkensmuster übermitteln?

Versuchen Sie dieses Denken so zu ändern:

  1. Wenn man schnell arbeitet wird man schnell müde und schafft so auch nicht mehr - man kommt müde nach Hause und hat so nichts mehr vom Tag! Besser ist es wenn ich so arbeite daß mir die Arbeit leicht fällt (nicht anstrengend wird) und Sie werden erstaunt sein daß Sie genausoviel geschafft haben als mit Stress (probieren Sie es selbst aus und schreiben mir ob es stimmt!!)

Sie kommen entspannt nacht Hause und genießen Ihre Freizeit mit ihren wichtigsten Personen! Sie werden wieder sozialer! Ich stelle fest daß es noch nie etwas gebracht hat Zeit aufzuhohlen! Überlegen Sie wie sie ihre Freizeit verbringen möchten!

  1. Arbeit empfinde ich jetzt als leicht - ich überlege, wie ich diese Arbeit mit möglichst wenig Energie erledigen kann - und so schneller bin - arbeiten macht mir Spaß! Hinundwieder muss ich mit Arbeitskollegen reden - daß geht jetzt auch besser weil ich nicht mehr gestresst wirke - überlegen Sie selbst wie Ihnen die Arbeit Spaß macht!!

  2. Ich bin ein Arbeiter genauso gut wie die anderen (bewerten Sie keine Arbeitskollegen mehr für schlecht - daß macht es für Sie leichter anders zu sein) ich bin noch nie von meinem Chef gelobt worden weil ich mir einen Stress gemacht habe (oder?) und wenn es viel Arbeit gibt arbeite ich trotzdem mein Tempo mache Übrstunden und rede anschließend mit meinem Chef ob er noch eine Person einstellt! Daß macht er auch bestimmt!
    ohne mich läuft es genauso gut!

  3. Überlegen Sie in Ihrer Inneren Welt (Fantasie) wie sie leben wollen wünschen sich was und die äußere Welt ändert sich mit!

bitte schreiben Sie mir ob Sie es so schaffen!

mfg Michi

Es kann aber auch sein - daß ihre Frau gar nichts an ihrem Leben ändern will - denn ein Grund in diese Burnoutgeschichte zu landen ist folgende:

die Opferrolle:
die aus Bequemlichkeit entstanden ist - denn Anfangs will man keine Lösung für Probleme finden - stattdessen jammert man nur und versucht andere mitreinzubringen

ich bin so arm, … nur ich bin gut, die anderen sind schlecht, nur ich muss am meisten leisten während die anderen Spaß haben - und so ist es auch geworden

zuerst ist es bequem in dieser Rolle denn andere Sorgen sich für dich und unterstützen dich - stellt aber später fest, daß es doch nicht so bequem ist und will wieder raus - vielleicht auch bei Ihrer Frau!

Dann muss sie begreifen - daß Sie selbst etwas tun muss um etwas zu ändern!

Kommen Sie raus aus dieser Opferrolle und werden Sie selbst zum Täter - Taten können ihr Leben lenken!

Überlegen Sie wie sie diese Probleme lösen können!

Mehr fällt mir jetzt nicht mehr ein!
lg Michi